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Viel Verkehr vor Grundschulen : Verbände fordern: Schluss mit Elterntaxi

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Viel Verkehr vor Grundschulen - zu viel, warnen Verbände. Sie appellieren an die Eltern, ihr Kind möglichst nicht mit dem Auto zu bringen.

Archiv: Schulkinder steigen am 21.09.2015 nahe Potsdam (Brandenburg) in ein privates Fahrzeug.
Mit dem Auto zur Grundschule: Verbände hadern mit Elterntaxis
Quelle: dpa

In einem gemeinsamen Appell fordern mehrere Verbände, Kinder möglichst selbstständig zur Schule zu schicken. "Das Elterntaxi muss der Vergangenheit angehören", heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks, des Verkehrsclubs VCD und des Verbands Bildung und Erziehung.

So gab in einer parallel veröffentlichten Umfrage knapp ein Drittel der Grundschullehrerinnen und -lehrer an, mindestens einmal pro Woche eine gefährliche Situation vor der eigenen Schule erlebt zu haben - verursacht durch Eltern, die ihr Kind mit dem Auto brachten. Elf Prozent hätten das täglich erlebt, heißt es in der vom VCD veröffentlichten Erhebung unter Eltern und Lehrkräften.

Verbände: Zu viele Autos zur gleichen Zeit

17 Prozent der Eltern gaben der Umfrage zufolge an, ihr Kind mit dem Auto zur Schule zu bringen. "Bei einer Schule mit 1.000 Schülern bedeutet das: etwa 170 Autos vor dem Schultor. Alle zur gleichen Zeit", rechnet die VCD-Vorsitzende Kerstin Haarmann vor.

Dass das nicht funktionieren kann, müsste jedem einleuchten.
VCD-Chefin Haarmann

Das subjektiv wahrgenommene Verkehrsaufkommen vor den Grundschulen scheint dabei noch deutlich höher zu sein als das tatsächliche. Bei der Frage, wie viele Kinder morgens regelmäßig mit dem Auto gebracht werden, gaben mehr als zwei Drittel der Lehrer und vier von fünf Eltern an, dass dies bei mindestens 25 Prozent der Kinder der Fall sei. Unter dem Strich seien es "zu viele Autos" zeitgleich vor der Schule, mahnt der VCD.

Sie parken im Halteverbot, auf dem Gehweg oder gefährden mit waghalsigen Wendemanövern andere Schulkinder: Eltern, die ihren Nachwuchs bis vors Klassenzimmer chauffieren. (Archiv, 2019)

Beitragslänge:
4 min
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Verbände: "Enormes Gefährdungspotenzial"

Das sei ein "enormes Gefährdungspotenzial", so der Appell der Verbände. Das Elterntaxi müsse der Vergangenheit angehören. Eltern täten ihren Kindern keinen Gefallen, wenn sie sie mit dem Auto zur Schule brächten, erklärte Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerks.

Das sahen auch die meisten der Befragten so: Acht von zehn befürworteten es, Kinder zum eigenständigen Bestreiten des Schulwegs zu ermutigen. Mehr als 90 Prozent halten ausreichend breite und nicht zugeparkte Fußwege für die Lösung, um den Verkehr vor der Schule sicherer zu gestalten. Als hilfreich bewerteten sie ebenso Ampeln, Zebrastreifen, Mittelinseln oder eine regelmäßige Unterstützung durch die Polizei.

Elterntaxi aus Bequemlichkeit?

Die Realität vor Ort sieht für die meisten Teilnehmer der Umfrage jedoch anders aus. Nur 27 Prozent der Lehrer und 51 Prozent der Eltern gaben an, dass es ausreichend breite und nicht zugeparkte Fußwege vor der Schule gibt. Sichere Radwege im Schulumfeld sind nur für 13 Prozent der Lehrer und zwölf Prozent der Eltern vorhanden. Am häufigsten vor Schulen umgesetzt ist eine Tempobeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde.

So fordern die drei Verbände, Schulwege sicherer zu gestalten. Sie kritisierten zudem, dass Eltern nicht gut genug über vorhandene Maßnahmen informiert würden.

Viele Eltern und auch viele Lehrkräfte vermuten der Umfrage zufolge, dass Kinder aus Bequemlichkeit mit dem Auto gebracht werden - gefolgt von Ängsten, das Kind allein den Schulweg bestreiten zu lassen.

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