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Bürokratie bremst Energiewende - Wenn Windräder in der Antragsphase veralten

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Die Förderungen für alte Wind- und Solaranlagen laufen aus, die Bürokratie blockiert den weiteren Ausbau. Eine Expertin rät sogar, länger an der Atomkraft festzuhalten.

2038 schließt das letzte Kohlekraftwerk. Für Industrie, E-Mobilität und Haushalte gibt es dann nur noch Ökostrom. Aber die Energiewende lahmt. Deutschland und die grüne Energie: Wie steht's?

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Am 23. September 2020 legte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den neuen Gesetzesentwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz vor. Es soll noch in diesem Jahr in Kraft treten, doch Experten raufen sich in Anbetracht des Paragrafen-Dschungels die Haare. Ohne Anwalt sei das Werk nicht mehr zu verstehen.

Betreibern privater Anlagen - etwa mit Photovoltaik-Modulen auf dem eigenen Hausdach - fehlen klare, verständliche Vorschläge und Regeln für den weiteren Betrieb. Zudem fehlen konkrete Maßnahmenpläne, um die bürokratischen Hürden abzubauen.

Ab 2021 entfällt die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für die erste Generation von Photovoltaikanlagen. Damit erhielten Pioniere der Solarenergie bis zu 51 Cent pro Kilowattstunde, wenn Sie ins Netz einspeisten.

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Windräder nach Antragsphase teils schon veraltet

Besonders die Betreiber von Windkraftanlagen sehen sich beim Ausbau von Windparks mit massiven bürokratischen Hürden konfrontiert. Die Beantragung eines einzigen Windrads dauert mehrere Jahre. Oft ist die ursprünglich beantragte Anlage bereits während der Antragsphase durch bessere, effizientere Modelle ersetzt und nicht mehr auf dem Markt verfügbar.

Die EEG-Reform soll den Ausbau von Windrädern voranbringen. Zeitgleich aber müssen Betreiber ihre Anlagen zurückbauen, weil sie sich einfach nicht mehr rechnen würden. Wie passt das zusammen?

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Dann geht das Genehmigungsverfahren wieder von vorne los, die Betreiber müssen erneut sämtliche Anträge für die neuen verfügbaren Windräder stellen. So kann sich die Genehmigung einer Windkraftanlage bis zu sieben, acht Jahren hinziehen: zu lange, um die Energiewende wegen des Ausstiegs aus Kohle und Atom bis 2038 voranzutreiben.

Stromlücke: Besser länger an Atomstrom festhalten

Einige Experten gehen sogar soweit, die Abschaltung der Atomkraftwerke stoppen zu wollen. Kernenergie-Expertin Dr. Anna Veronika Wendland hält es nicht für realistisch, dass der gesamte Energieverbrauch in Deutschland bis 2038 durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann.

Sie befürchtet eine mögliche Verlängerung der Laufzeiten besonders schmutzigen Braunkohlekraftwerke oder eine Abhängigkeit von russischem Erdgas in der Zukunft.

Das Arbeitsschiff "Akademik Cherskiy" am 03.05.2020 vor Kaliningrad

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von Mark Hugo

Sie fordert, nicht wie geplant schnell aus der Atomkraft und langsam aus der Kohle aussteigen, sondern umgekehrt:

  • schneller Ausstieg aus der CO2-intensiven Kohleenergie
  • langsamer Ausstieg aus der CO2-armen Atomenergie.

Zu niedrige CO2-Preise

Laut Experten für erneuerbare Energien ist der rechtzeitige Ausbau durchaus möglich, wird aber - neben der Bürokratie - durch zu hohe Preise für die Anlagen und zu niedrige CO2-Preise in Deutschland verhindert.

Ab Januar 2021 wird der CO2-Preis in Deutschland bei 25 Euro die Tonne liegen. Das sei zu wenig, wenn man den Ausbau der erneuerbaren Energien schneller vorantreiben wolle. Andere Länder gehen hier deutlich weiter:

  • In Schweden liegt der CO2-Preis bei etwa 115 Euro pro Tonne,
  • in der Schweiz bei etwa 89 Euro.

Zwar wird der CO2-Preis in Deutschland bis 2026 auf mindestens 55 Euro angehoben, doch ausreichen werde das nicht, um die Kosten für Verbraucher bei den erneuerbaren Energien deutlich zu senken, so Windkraftbetreiber Johannes Lackmann.

Die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms wird vom Staat gedeckelt. ZDF-Börsenexpertin Stefanie Barrett mit einer Einschätzung aus Frankfurt.

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