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FAQ

Energiewende - Woher unser Strom kommt – jetzt und künftig

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Um die Erderwärmung zu bremsen, muss die Strom-Produktion auf klimafreundlich umgekrempelt werden. Aber woher kommt unser Strom eigentlich? Und wie sicher ist die Versorgung?

Strommast
Woher kommt eigentlich der Strom für die Energiewende?

Aus welchen Quellen kommt unser Strom?

Was in Deutschland aus der Steckdose kommt, ist derzeit nur etwa zur Hälfte schon wirklich "sauber". 2020 kamen 53 Prozent des hergestellten und eingespeisten Stroms aus konventionellen Quellen, also vor allem aus der besonders klimaschädlichen Kohle (25 Prozent), aus Erdgas (14) und Kernenergie (12). Etwa 47 Prozent des Stroms kamen aus erneuerbaren, vor allem aus Wind- (26 Prozent), Solar- (9) und Biogasanlagen (6).

Warum sind mal Wind, mal Kohle die Top-Stromquellen?

Wind und Kohle hatten in letzter Zeit abwechselnd die Nase vorn. Im ersten Halbjahr 2020 zum Beispiel hatte die Windkraft einen Anteil von 29 Prozent – so viel wie nie. Im ersten Halbjahr 2021 dagegen waren es nur 21 Prozent, bei Kohle dagegen 27 Prozent. Der Grund: 2020 gab es besonders viel Wind, ein Jahr später war er nur durchschnittlich, erklärt Experte Sascha Samadi vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Die Zukunft mit erneuerbaren Energien würde unseren Alltag verändern, betont Wissenschaftsjournalist Harald Lesch. Für Parteien sei es daher schwer, für Klimaziele zu werben.

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"Und das wird eben ausgeglichen durch andere Energieträger." Wegen des hohen Preises für Erdgas sei das in letzter Zeit verstärkt Kohle gewesen. Samadi geht aber davon aus, dass die sich schon weit vor dem für 2038 geplanten Ausstieg nicht mehr lohnen werde – wegen der steigenden Preise im europäischen Handel mit Treibhausgas-Emissionsrechten.

Was muss passieren, um die Energiewende zu schaffen?

Nach einer Studie des Ariadne-Wissenschafts-Konsortiums müssten Wind- und Solaranlagen massiv ausgebaut werden. Schon 2030 müssten es mindestens dreimal so viele sein, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Neben der Kohle muss auch die Kernenergie ersetzt werden, die im kommenden Jahr vom Netz gehen wird. Außerdem steigt wegen der wachsenden Zahl an E-Autos und dem künftigen Bedarf an klimaneutral hergestelltem Wasserstoff die Stromnachfrage.

Weltweit nimmt die Energiewende Fahrt auf. In Deutschland hingegen hängt sie fest: Der selbsterklärte Vorreiter hat längst seine Klimaziele kassiert. Dabei wäre die Zukunft zum Greifen nah.

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Das Stromnetz muss dafür "schlauer" werden, um die Komplexität der künftigen Produktion bewältigen zu können. Vor allem aber muss es schnell ausgebaut werden, damit zum Beispiel Strom von Offshore-Windparks vor der Küste in die Industrieregionen im Westen und Süden fließen kann.

Hier geht es um viele Hundert Kilometer Leitungen, die quer durch Deutschland gebaut werden müssen.
Fiete Wulff, Bundesnetzagentur

Das betreffe viele Menschen und viele Belange und brauche auch deshalb "eine gewisse Zeit", so Fiete Wulff von der Bundesnetzagentur weiter. Mitte der 20er soll das neue Trassen-System in Betrieb gehen.

Wie sicher ist die Versorgung ohne Kohle- und Kernenergie?

Da Wind- und Sonnenenergie vom Wetter abhängig sind, ist es eine der größten Herausforderungen der Wende, Schwankungen auszugleichen und eine sichere Versorgung zu garantieren. Dafür sind viele neue Anlagen und ein neues Netz notwendig, damit die Regionen in Deutschland und Europa ihren Strom untereinander austauschen können.

Der Ausbau erneuerbarer Energien stockt. Dabei gibt es - in Deutschland und den Nachbarländern - längst bezahlbare und kreative Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende.

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Und: "Gaskraftwerke werden wir auch in Zukunft brauchen", sagt Samadi. "Nur werden die in Zukunft nicht mehr mit Erdgas betrieben, sondern mit klimaneutralem Gas." Er meint damit vor allem Wasserstoff, der immer dann aus Wasser und Strom hergestellt wird, wenn es zu viel Wind und Sonne gibt.

Die Technologie dafür ist da, noch wird aber daran gearbeitet, sie im großen Stil effizient einzusetzen. Das gilt auch für andere Möglichkeiten, Strom zu speichern.  

Können auch die Verbraucherinnen und Verbraucher etwas für die Energiewende tun?

"Die Politik muss auf jeden Fall die Weichen stellen. Das ist ganz zentral", glaubt Samadi. "Aber ich würde schon sagen, dass auch Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit haben, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten". Sie könnten zum Beispiel einen Ökostromanbieter wählen oder, wenn möglich, eine Solaranlage aufs eigene Dach bauen.

"Gleichzeitig ist es auch wichtig, Energie einzusparen", sagt der Experte. Das geht zum Beispiel mit besonders effizienten Geräten. Oder indem man einfach auch mal ausknipst oder den Stecker zieht.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

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