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Mehrere Städte in Trümmern - Kroatien: Schweres Erdbeben - mehrere Tote

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In Kroatien hat erneut die Erde gebebt - mit schweren Folgen. Es gab Verletzte und mindestens sieben Todesopfer. Das Nachbarland Slowenien schaltete vorsichtshalber ein AKW ab.

Einem Tag nach dem schweren Erdbeben in Zentralkroatien ist das Land von Nachbeben nochmals erschüttert worden. Einsatzkräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden. Bisher hat das Beben sieben Menschenleben gefordert und über 20 Verletzte.

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Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag in den Mittagsstunden Kroatien getroffen. Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb liegen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten.

Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an. Das Epizentrum des zweiten Bebens in Kroatien innerhalb 30 Stunden lag 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Zagreb. Im Ort Petrinja schilderte ein Reporter der Tageszeitung "Jutarnji List" dramatische Szenen: von Sirenen der Feuerwehr- und Ambulanzwagen und einem Bild der Verwüstung.

Mindestens sieben Tote unter den Opfern

Bei dem heftigen Erdbeben sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Die neue Opferzahl nannte Ministerpräsident Andrej Plenkovic am Dienstagabend. Die Zahl der Todesopfer werde "wahrscheinlich" noch weiter steigen, sagte Plenkovic.

Die Bergungsmannschaften durchsuchten am Dienstagabend weiter die Trümmer. Sechs Menschen wurden mit Hilfe von Spürhunden lebend aus den Ruinen geborgen, wie es von den Rettungsdiensten hieß. Viele Einwohner der besonders betroffenen Stadt Petrinja wollten aus Furcht vor möglichen Nachbeben die Nacht im Freien verbringen.

Bei einem schweren Erdbeben in Kroatien sind bislang mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Bergungsmannschaften befürchten weitere Opfer unter den Trümmern.

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Unter den Toten ist ein zwölfjähriges Mädchen - herabfallende Trümmer hatten die 12-Jährige erschlagen. Bürgermeister Darinko Dumbovic bestätigte den Tod des Kindes gegenüber dem Nachrichtenportal "24sata.hr":

Es ist schrecklich, es gibt Opfer, es gibt Verletzte. Wir sahen, wie ein Kind auf dem Hauptplatz starb.
Darinko Dumbovic, Bürgermeister von Petrinja

20 Bewohner der Stadt wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Weitere vier Menschen starben in einem Dorf westlich von Petrinja: Vier Männer, unter ihnen ein Vater und sein Sohn, wurden unter den Trümmern ihrer Häuser begraben.

Petrinjas Bürgermeister bittet um Hilfe

Dumbovic bittet um Unterstützung, seine Stadt sei "schwer zerstört" und "unbewohnbar". Menschen seien weiter in eingestürzten Gebäuden eingeschlossen.

Das ist wie Hiroshima, die halbe Stadt existiert nicht mehr», sagte er. Wir brauchen Hilfe.
Darinko Dumbovic, Bürgermeister von Petrinja

Auch die nahe Kreishauptstadt Sisak war schwer betroffen. Der Sitz der Stadtverwaltung sei zur Hälfte eingestürzt, sagte Bürgermeisterin Kristina Ikic-Banicek dem kroatischen Fernsehen HRT. Die Gemeindebediensteten konnten sich jedoch alle in Sicherheit bringen, fügte sie hinzu. In der Hauptstadt Zagreb gab es beträchtliche Sachschäden.

Slowenien schaltet wegen Erdbeben AKW ab

Das Beben war in ganz Kroatien, aber auch in Österreich, Ungarn, Italien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, sogar in Tschechien und der Slowakei zu spüren. Slowenien schaltete deshalb das Atomkraftwerk Krsko ab, meldete die Nachrichtenagentur STA. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kroatien. Eine Abschaltung sei in solchen Situationen Standard, hieß es.

Erst am Montag waren im selben Gebiet Kroatiens Erdstöße der Stärke 5,2 und 5,0 verzeichnet worden. Im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb große Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen waren verletzt worden.

EU verspricht Hilfe für Erdbebenopfer

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte umgehend Hilfe zu. "Wir sind bereit zu unterstützen", schrieb sie nach einem Gespräch mit Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenkovic auf Twitter. Sie habe den für humanitäre Hilfe zuständigen EU-Kommissar Janez Lenarcic gebeten, so bald wie möglich ins Erdbebengebiet zu reisen. "Wir stehen an der Seite Kroatiens", betonte von der Leyen.

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In den vergangenen Jahrzehnten hat die Balkanregion immer wieder Erdbebenkatastrophen erlebt. Im Oktober 1969 verwüstete ein Erdbeben die nordbosnische Stadt Banja Luka, nur 100 Kilometer vom Epizentrum des jüngsten Bebens in Kroatien entfernt: 15 Menschen starben. Im März 1977 suchte ein Beben der Stärke 7,5 die rumänische Hauptstadt Bukarest heim - es gab 1.600 Todesopfer.

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