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Westtürkei und Insel Samos - Ägais: Tote und Hunderte Verletzte bei Beben

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Zerstörung, Tote, Verschüttete: Bei dem starken Beben in der Ägäis gab es mindestens 14 Tote und Hunderte Verletzte. Ein Mini-Tsunami und Nachbeben sorgten für Panik.

Ein schweres Erdbeben hat den Osten der Ägäis erschüttert. In der Türkei und auf der griechischen Insel Samos gibt es mehrere Tote.

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Ein schweres Erdbeben in der Ägäis hat am Freitag den Westen der Türkei und die griechische Insel Samos erschüttert. Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde kamen in der Westtürkei mindestens 14 Menschen ums Leben. Mindestens 400 weitere wurden verletzt. In der türkischen Provinz Izmir stürzten zahlreiche Gebäude ein.

Auf der griechischen Insel Samos, die ebenfalls stark betroffen war, kamen nach bisherigen Erkenntnissen zwei Jugendliche ums Leben. Sie wurden von einer einstürzenden Mauer erschlagen. Acht Menschen sollen verletzt worden sein.

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Bebens mit 7 an, der türkische Katastrophenschutz mit 6,6.

Erschütterungen in Istanbul zu spüren

Laut USGS lag das Zentrum des Bebens zwischen der griechischen Ägäis-Insel Samos und der türkischen Provinz Izmir.

ZDF-Korrespondent Jörg Brase sagt, man habe die Erschütterungen aus der Region Izmir in Istanbul spüren können - "obwohl es 350 Kilometer Luftlinie sind".

Häuser in Izmir eingestürzt

Sowohl auf der griechischen Insel Samos als auch an der türkischen Westküste trat nach dem Beben das Wasser über die Ufer, auch gab es bereits mehrere Nachbeben.

Der Bürgermeister von Izmir, Tunc Soyer, sagte, in der Provinz seien fast 20 Gebäude eingestürzt. Unter den Trümmern wurden noch Verschüttete befürchtet. Der Sender TRT berichtete von Panik auf den Straßen, Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen.

Menschen haben in Izmir, Türkei nach einem Erdbeben am 30.10.2020 ihre Häuser verlassen.
Menschen haben in Izmir nach dem Erdbeben ihre Häuser verlassen.
Quelle: AP

"Ich bin sehr gewöhnt an Erdbeben, also habe ich es zunächst nicht übermäßig ernst genommen", sagte der Student Ilke Cide, der sich in der Nähe von Izmir aufhielt. "Aber dieses Mal war es angsteinflößend." Es habe mindestens 25 bis 30 Sekunden angehalten.

Tsunami auf Samos

In Griechenland war vor allem die Insel Samos betroffen. In der Kleinstadt Vathy gab es einen Tsunami. Griechische Fernsehsender zeigten Bilder von der überfluteten Küstenpromenade, wo das Wasser Autos wegspülte. Der Strom fiel aus.

Auch auf Bildern aus dem türkischen Seferihisar waren überflutete Gassen zu sehen. Experten warnten im Interview mit TRT vor einem möglichen weiteren Tsunami. Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam informierte am Freitagmittag ebenfalls über das "schwere Erdbeben mit einem Tsunami". Nach GFZ-Berechnungen erreichten die Wellen Höhen von mehr als 1,5 Metern. Sie könnten an der Küste womöglich bis zu drei Meter hoch auflaufen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete sich in einem Tweet an die Bevölkerung. Man stehe den vom Erdbeben betroffenen Menschen mit allen Mitteln bei. In Griechenland ist der stellvertretende Bürgerschutzminister auf dem Weg nach Samos.

Städte nicht optimal vorbereitet

In der Türkei gibt es immer wieder schwere Erdbeben, da das Land auf mehreren seismischen Platten liegt. "Das letzte größere Beben gab es im Januar im Südosten der Türkei", sagt Brase. Dort seien 41 Menschen ums Leben gekommen, 1.600 wurden verletzt. "Das war ein Beben mit Ansage. Experten hatten schon Monate vorher gewarnt. Trotzdem waren einsturzgefährdete Häuser nicht geräumt worden," berichtet Brase.

Es werde immer wieder gesagt - auch für Städte wie Istanbul und Izmir – dass klar sei, dass Erdbeben zu erwarten seien, sagt Brase. Trotzdem würden die Warnungen und Forderungen für Vorbereitungen auf diese Beben nicht umgesetzt und die Städte seien nicht optimal vorbereitet.

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