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Mann in Bayern infiziert - Erster Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt

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In Deutschland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Laut Behörden hat sich ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern angesteckt.

Das Coronavirus hat sich bislang vor allem in China ausgebreitet. Dort gibt es schon jetzt Dutzende Todesopfer und Tausende Infizierte. Auch in Europa sind bestätigte Erkrankungen bekannt - nun gibt es auch einen Fall in Deutschland. Es handelt sich laut Behörden um einen Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern.

Patient "klinisch in gutem Zustand"

Der Patient befindet sich nach Angaben der "Task Force Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung hieß. "Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert." Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

ZDF-Reporter Alexander Poel berichtet von einer "seltsamen Gleichzeitigkeit" mit einem anderen Vorfall. Der Autozulieferer Webasto mit Sitz in Stockdorf im Kreis Starnberg habe gemeldet, dass sich ein chinesischer Mitarbeiter der Firma mit dem Coronavirus infiziert habe.

Das bayerische Gesundheitsministerium und das LGL wollen die Öffentlichkeit am Dienstag um 10 Uhr bei einer Pressekonferenz informieren. Der Ministeriumssprecher betonte: "Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der 'Task Force Infektiologie' des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet."

Mittlerweile sind weltweit über 4.500 Infektionen mit dem von China ausgehenden Virus 2019-nCoV bestätigt. Die Zahl der Toten in China stieg auf 106, wie die chinesische Gesundheitskommission bekannt gab.

Drastische Maßnahmen in China

Das neue Virus stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. China hat im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung drastische Maßnahmen ergriffen: In der Provinz Hubei wurden mehr als 45 Millionen Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt.

Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es bisher nicht. Die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Erkrankung verläuft offenbar meist mild

Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome. Von den in China registrierten Todesfällen gehen die meisten nach bisherigen Erkenntnissen auf ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen zurück.

Der neue Erreger ist dem Virus hinter der Sars-Epidemie 2002/2003 sehr ähnlich. Damals hatte es nach Daten der Weltgesundheitsorganisation zwischen November 2002 und Juli 2003 lediglich neun Nachweise in Deutschland gegeben. Todesfälle gab es hier nicht.

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