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Esa-Chef Wörner tritt ab - "Es gäbe noch viel zu tun"

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Johann-Dietrich Wörner gibt seinen Chef-Posten bei der Europäischen Weltraumorganisation ab. In den Jahren bei der Esa musste er immer wieder gegen nationale Interessen ankämpfen.

Archiv: Johann-Dietrich Wörner am 22.12.2018 in Köln
Johann-Dietrich Wörner übergibt sein Amt an der Spitze der Europäischen Weltraumorganisation Esa
Quelle: picture alliance / Geisler-Fotopress

Ende des Monats übergibt Johann-Dietrich Wörner seinen Chefposten bei der Esa an seinen Nachfolger. Vor über fünf Jahren hatte Wörner die Leitung der Europäischen Weltraumorganisation übernommen, mit, wie er sagt, etwas mehr Hoffnung und wahrscheinlich einem Schuss Naivität.

Zu viel Ankämpfen gegen nationale Interessen

Seine Vision waren die Vereinigten Staaten von Europa. Er hatte auf eine Arbeit gesetzt, die sich nicht an Ländergrenzen orientieren muss. Und doch habe er immer gegen nationale Interessen ankämpfen müssen, sagt er im Interview mit ZDFheute.

Das hat mich einfach ein bisschen ab und zu belastet oder auch traurig gemacht.
Johann-Dietrich Wörner, Esa-Generaldirektor

Für die Esa hat er das Motto "United Space in Europe" gewählt, die "Vereinigte Raumfahrt in Europa". Denn das könne die Esa sehr gut. Auch wenn es, so Wörner, noch viel zu tun gebe.

Herausforderungen: Weltraumschrott und Sonnenstürme

Die Kommerzialisierung der Esa hat Wörner in seiner Zeit massiv vorangetrieben. Doch die sei noch lange nicht da, wo sie hingehöre. Das Thema Sicherheit und Schutz des Planeten sollte mehr in den Fokus rücken.

Konkret geht es beispielsweise um die Bedrohung durch Sonnenstürme, die Flugverkehr und Stromnetze beeinflussen könnten. Und dann kommen weitere Bereiche hinzu, wie beispielsweise die Frage nach dem Weltraummüll.

Ich hätte noch genug zu tun für ein, zwei Leben.
Johann-Dietrich Wörner, ESA-Generaldirektor

Wörner ist pragmatisch. Bei der Frage nach dem Weltraumschrott wäre in seinen Augen ein weltweites Gesetz das Optimale, um in Zukunft Weltraummüll zu verhindern oder auch Weltraummüll zu entsorgen. Aber er weiß, das würde Jahrzehnte dauern. Und so setzt er gleichzeitig auf die Eigenverantwortung derer, die von sich aus gewillt sind, die Erde zu schützen.

Neue Astronauten und Astronautinnen gesucht

Es soll sich etwas ändern bei der Weltraumorganisation. Die Esa hat Astronaut*innen-Stellen ausgeschrieben - seit elf Jahren zum ersten Mal. Die Frauenquote soll weiter gesteigert werden und so spricht die Esa explizit auch Frauen an für die Reise ins All.

Wer schon immer mal ins All wollte, kann sich bei der europäischen Raumfahrtagentur bewerben. Denn zum ersten Mal seit elf Jahren sucht die ESA neue Astronautinnen und Astronauten.

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Und zum ersten Mal sucht die Esa auch nach Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Wir haben festgestellt, dass auch Menschen mit besonderen Behinderungen auch besondere Leistungen erbringen können.
Johann-Dietrich Wörner

Urlaubsfahrt ins All - keine Sache der Esa

Beim Thema Weltraumtourismus ist Wörner begeistert. Der Esa-Chef kann sich Weltraumtourismus durchaus vorstellen. Allerdings sei dies nicht Aufgabe der Esa oder einer anderen öffentlichen Raumfahrtagentur. Weltraumtourismus solle in privaten Händen liegen, wie beispielsweise das Unternehmen SpaceX von Elon Musk oder Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Ich würde dieses Interview sogar abbrechen und würde sofort losfliegen.

Wörner übergibt seinen Posten an den Österreicher Josef Aschbacher, dem Direktor der Erbeobachtungsprogramme der Europäischen Weltraumorganisation. Er selbst sei sehr glücklich, dass er die Tätigkeit des Esa-Generaldirektors ausüben durfte. Die gebe es eben nur einmal in der Welt.

Von Haus aus ist Wörner Bauingenieur. Das sei durchaus eine Perspektive für ihn. Aber ausschließen möchte er nichts für seine Zukunft.

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