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Essen retten: Freestyle statt Rezept

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Restaurant gegen Verschwendung - Essen retten: Freestyle statt Rezept

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Was tun mit dem restlichen Braten oder den Schrumpelmöhren im Kühlschrank? Ein Berliner Restaurant verwandelt Lebensmittel in Teigtaschen - die sonst in der Tonne landen würden.

Die Betreiber des Berliner Restaurants "DingsDums Dumplings"
Welche Dumplings Anna Wohlrab und Mauritz Schröder servieren, hängt davon ab, welche Lebensmittel im Handel gerade übrig sind.
Quelle: DingsDums Dumpling

Roastbeef auf Kartoffelspeckcrunch, Currylinsenfüllung auf Crème fraîche oder Camembert und Preiselbeeren - die Teigtaschen, die im Berliner Restaurant "DingsDums Dumplings" über den Tresen gehen, sind fantasievoll gefüllt.

Anna Wohlrab und Mauritz Schröder entscheiden sich ganz spontan für die jeweiligen Kreationen, je nachdem welche Lebensmittel im Einzel- oder Großhandel gerade übrig sind. Die Zutaten bestellen sie über so genannte Abverkaufslisten.

Kreativität rettet Lebensmittel

Dann heißt es: Freestyle statt Rezept. "Man kann vielleicht nicht immer alles genau zu 100 Prozent so umsetzen, wie man sich das vorgestellt hat. Aber das ist ja auch das Schöne, und dann kommt immer wieder was Neues raus", sagt Anna Wohlrab.

In ihrem Restaurant ist das Unternehmensphilosophie, doch auch bei Privatpersonen ist momentan Kreativität in der Küche gefragt. Die meisten Menschen versuchen, Supermarktbesuche zu reduzieren und essen fast immer Zuhause. Genau die richtige Zeit, um mit dem zu experimentieren, was der Kühlschrank hergibt. Anna Wohlrab hatte die Idee für das Restaurant wider die Verschwendung, weil sie sich darüber ärgerte, dass sie selber so viel Essen wegwarf.

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll

In Deutschland werden über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet. Das bedeutet: Alle bis zum 2. Mai produzierten Lebensmittel landen rein rechnerisch im Müll. Im Restaurant DingsDums gibt es so gut wie keinen Essensabfall.

Die Teigtaschen werden in großen Mengen hergestellt, anschließend schockgefrostet und erst nach der Bestellung stückweise wieder aufgetaut. Die Größe der Portionen können die Kundinnen und Kunden selbst zusammenstellen.

Essen vergeuden heißt auch Ressourcen vergeuden

Restaurantbetriebe wie dieser sind eine Ausnahme - noch. Denn es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Essen vergeuden bedeutet auch Ressourcen vergeuden, also Ackerflächen, Wasser oder Energie.

Die Bundesregierung will die Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbieren und auch in der Bevölkerung wächst die Sensibilität für das Thema. Anna Wohlrab und Mauritz Schröder treffen einen Nerv, ihr 2018 gegründetes Restaurant läuft gut.

Dann erreicht die Pandemie Deutschland, im März muss der Laden schließen und die Umsätze brechen ein. "Man hat immer Angst als junges Unternehmen, dass man irgendwie nicht über die Runden kommt. Und ich habe gerade das Gefühl, dass wir einfach was anderes suchen müssen, wie wir das wieder auffangen können", sagt Wohlrab.

Lieferservice und ein neuer Plan

Das Unternehmerduo stellt einen Lieferservice auf die Beine. Schon nach wenigen Tagen können sie die Einbußen aus dem Restaurantbetrieb ausgleichen. In Zeiten von Homeoffice und Sicherheitsregeln in Supermärkten wächst der Bedarf nach Bringdiensten. Aus diesem Erfolg entwickeln Wohlrab und Schröder mitten in der Corona-Krise eine neue Idee: Bald wollen sie ihre tiefgefrorenen Teigtaschen in Supermärkten verkaufen.

Und wer die Dumplings von Anna Wohlrab und Mauritz Schröder nachkochen möchte - so geht's:

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