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Strafmaßnahmen wegen Krieg : EU-Experten: Russland-Sanktionen wirken

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Die EU hat viele Sanktionen gegen den Kriegstreiber Russland verhängt. Doch treffen die Strafmaßnahmen die russische Wirtschaft wirklich? EU-Experten haben eine klare Antwort.

Geschlossene Geschäfte in einem Einkaufscenter in Moskau
Auswirkungen der EU-Sanktionen: Geschlossene Geschäfte in einem Einkaufscenter in Moskau.
Quelle: epa

Die gegen Russland verhängten EU-Sanktionen entfalten nach bislang unter Verschluss gehaltenen Daten der EU offenbar langsam ihre Wirkung. Wie Experten der EU-Kommission der dpa bestätigten, betreffen zielgerichtete Handelsbeschränkungen mittlerweile russische Exportgeschäfte, die vor dem Ukraine-Krieg ein Volumen von mehr als 73 Milliarden Euro im Jahr hatten. Prozentual gesehen geht es um 48 Prozent der bisherigen Ausfuhren Russlands in die EU.

Hinzu kommt unter anderem, dass russische Vermögenswerte in Höhe von rund 13,8 Milliarden Euro eingefroren wurden und milliardenschwere Reserven der russischen Zentralbank ebenfalls nicht mehr abgerufen werden können. Erhebliche Auswirkungen erwarten die Experten zudem von der Umsetzung des bereits beschlossenen Kohle- und Ölembargos

Putin spricht von "wirtschaftlichem Blitzkrieg"

Kremlchef Wladimir Putin spricht von einem "wirtschaftlichen Blitzkrieg" des Westens gegen Russland. Er räumt ein, dass die Schäden für die russische Wirtschaft groß seien. Der 69-Jährige betont aber, dass auch der Westen Schaden nehme - und das Riesenreich besser durch die Krise komme als erwartet. Auch der Rubel ist so stark wie seit Jahren nicht mehr.

Wladimir Putin nutzt das "Internationale Wirtschaftsforum" in Sankt Petersburg, um den Westen und die Sanktionen gegen Russland anzuprangern. Die Wirtschaftssanktionen würden ihr Ziel verfehlen, denn die russische Wirtschaft sei robust.

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"Die verfügbaren Daten zeigen ganz klar, dass die Sanktionen wirken", sagte ein ranghoher EU-Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Konkret geht die EU derzeit davon aus, dass die russische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 10,4 Prozent schrumpfen wird.

Zum Vergleich: Auch die EU ist durch die Sanktions- und Kriegsfolgen beeinträchtigt, aber dennoch wird für die europäische Unternehmen mit einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent gerechnet, für Deutschland liegt die Prognose bei immerhin noch plus 1,4 Prozent.

Russen arrangieren sich mit Mangel

Viele Russen, die traditionell krisenerprobt sind und als leidensfähig gelten, reagieren weiter demonstrativ gelassen auf die Sanktionen. In Moskau haben viele Läden westlicher Ketten geschlossen. Kinosäle machen zu, weil es keine Hollywood-Filme mehr gibt. Aber viele Russen schauen jetzt die Blockbuster-Filme aus den USA auf Piratenseiten im Internet.

Nach Einschätzung der EU-Experten wird Russland aber durch die Sanktionen gezwungen, sein Wirtschaftsmodell zu ändern und sich weiter in Richtung Selbstversorgungswirtschaft zu entwickeln.

Steffen Stiebling bei "maybrit illner"

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Ausfuhrverbote treffen nicht nur Waffenindustrie

Es wird für unwahrscheinlich gehalten, dass Russland den Bedarf an Gütern, die auf der Sanktionsliste stehen, selbst oder durch Staaten wie China decken kann. Probleme dürfte es wohl bei der Beschaffung von Maschinen, Fahrzeugteilen und Datenspeichern geben.

Das EU-Ausfuhrverbot für sogenannte Dual-Use-Produkte lähmt nach Einschätzung der EU schon jetzt Russlands militärische Fähigkeiten. Wichtige Rüstungsfabriken, die zum Beispiel Luft-Luft-Raketen und Panzer produzieren, mussten demnach bereits aufgrund des Mangels an Importgütern geschlossen werden.

Zudem treffen die EU-Ausfuhrverbote IT-Unternehmen, Mobilfunkanbieter und die russische Autoindustrie, heißt es in Brüssel. Allerdings lassen findige russische Geschäftsleute etwa über Russlands Nachbarn Kasachstan weiter Luxusautos ins Land kommen, und Russland stärkt die Produktion der Eigenmarke Moskwitsch.

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10.08.2022
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