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Finale in Rotterdam - 3.500 Zuschauer: Lauterbach kritisiert ESC

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Ungewohnte Bilder am Abend in Rotterdam: Beim Eurovision Song Contest sind tausende Zuschauer in der Halle. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht darin ein falsches Signal.

Zuschauer bejubeln beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) in der Ahoy Arena den Auftritt der Sängerin aus Malta.
Insgesamt 3.500 Zuschauer sind in der Ahoy-Arena in Rotterdam zugelassen. Das Bild stammt aus dem ESC-Halbfinale.
Quelle: dpa

Keine Masken, kein Abstand, volle Ränge: Für das Finale des Eurovision Song Contest in der Ahoy-Arena von Rotterdam hat die niederländische Regierung 3.500 Zuschauer zugelassen. Wenn hier am Abend Künstlerinnen und Künstler aus 26 Ländern auftreten, wird es ein bisschen so aussehen, als sei Corona endgültig vorbei.

Die Veranstalter verweisen auf ein strenges Hygienekonzept: Alle Zuschauer sind getestet, die Shows würden als Modellprojekt wissenschaftlich begleitet. In den vergangenen Wochen habe es etwa 24.000 Tests gegeben, nur einige wenige davon seien positiv gewesen. Der deutsche Teilnehmer Jendrik sagt, er fühle sich sicher. Er habe keinen Kontakt zu anderen Künstlerinnen und Künstlern. Ist der ESC also ein Vorbild für Konzerte im Sommer?

Lauterbach: Für Konzerte ist es noch zu früh

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt das nicht. Er kritisiert: "Konzerte mit 3.500 Zuschauern können wir uns noch nicht leisten, dafür ist es noch zu früh", sagt er ZDFheute. TV-Übertragungen mit so vielen Zuschauern zeichneten "ein falsches Bild" zum jetzigen Stand der Pandemie. Und weiter:

Aus meiner Sicht ist das sehr riskant.
Karl Lauterbach, SPD

Das Experiment in Rotterdam sei zwar ein "wichtiges Projekt". Er wisse allerdings nicht, welche Schlüsse aus dem Modellprojekt gezogen werden sollten. "Wir wissen doch, dass größere Menschenmengen ein Problem sind."

Außerdem sei bekannt, dass Corona-Schnelltests nicht zuverlässig genug sein könnten, um Großveranstaltungen jetzt schon zu ermöglichen. Konzerte in Innenräumen wie beim ESC sehe er in den kommenden Monaten noch nicht - im Freien schon.

Trotz Corona dürfen sogar 3.500 Zuschauer*innen dem Eurovision Song Contest 2021 in der Ahoy Arena beiwohnen. Jendrik singt für Deutschland "I Don't Feel Hate".

Beitragslänge:
2 min
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Corona-Fälle bei Island und ESC-Sieger Laurence

Tatsächlich wird der ESC überschattet von prominenten Corona-Fällen: Am Donnerstag machte der niederländische Sänger Duncan Laurence, ESC-Sieger von 2019, seine Corona-Infektion öffentlich. Noch am Dienstagabend war er im ersten ESC-Halbfinale aufgetreten - ohne dabei eine Maske zu tragen oder Abstand zu Moderatorin Edsilia Rombley zu halten. Laurence wird im Finale nicht wie geplant live auftreten können.

Auch ein Mitglied der isländischen Band "Dadi und Gagnamagnid" hat Corona. Die Band befindet sich in Quarantäne in einem Hotel und kann deswegen ebenfalls nicht live im Finale auftreten. Stattdessen wird ein voraufgezeichner Auftritt gesendet. Bitter, denn Island gilt als Mitfavorit. 2020, als der Wettbewerb ganz ausfallen musste, war Island sogar Top-Favorit.

ESC-Ausgang offen: So eng war es lange nicht

Musikalisch ist dieser Eurovision Song Contest spannend wie lange nicht. In diesem Jahr gibt es keinen klaren Favoriten. Vier, fünf, vielleicht sogar sechs Songs können sich berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen: Frankreich, Italien, Malta, Schweiz, Island - auch ein Überraschungssieger ist denkbar. Entscheidend ist, wer am Ende sowohl von den Jurys als auch den Zuschauern gewählt wird - beide stimmen oft unterschiedlich ab.

Frankreich gilt als Favorit bei den Expertenjurys. Malta könnte von den Zuschauern viele Punkte erhalten. Italien könnte von beiden gut bewertet werden, so könnte es auch für sie reichen. Nur eins erscheint im Vorfeld ziemlich sicher: Für Deutschland (Startnummer 15) könnte es bitter werden. "I don't feel hate" von Jendrik ist ein farbenfroher, aber auch leicht konfuser Song. Ihm droht einer der letzten Plätze. Wieder einmal.

Deutschland beim ESC

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