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Leverkusen - Chempark-Explosion: Was war im Rauch?

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Nach der Explosion in Leverkusen vermuten die Behörden, dass im Rauch unter anderem giftiges Dioxin war. Zudem gibt es kaum Hoffnung, die fünf Vermissten noch lebend zu finden.

Bei der Explosion im Leverkusener Chempark sind bisher zwei Menschen ums Leben gekommen, fünf werden noch vermisst. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Nach der Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage rückt die Frage nach möglichen Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung in den Vordergrund. Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) teilte am Mittwoch mit, man gehe "derzeit" davon aus, dass über die freigesetzte Rauchwolke "Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen" in die umliegende Wohngebiete getragen worden seien.

Nach dem Unglück hatten Tanks gebrannt, in denen nach Angaben des Chempark-Betreibers Currenta "organische Lösungsmittel" gelagert waren. Anschließend stieg eine riesige Rauchwolke auf, Rußpartikel gingen auf nahe gelegene Ortschaften nieder.

Wie es zur Explosion im Leverkusener Chempark kommen konnte, ist unklar. Brandexperten der Kölner Kriminalpolizei nahmen die Ermittlungen auf. Dazu ZDF-Reporter Heiko Rahms.

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Welche Stoffe genau im Rauch waren, bleibt unklar

Unklar war zunächst, welche Stoffe sich genau im Rauch befunden hatten. Die Stadt Leverkusen empfahl ihren Einwohnern unter anderem, kein Obst- oder Gemüse aus dem Garten zu essen, auf dem sich Partikel abgelagert hatten. Das LANUV erklärte, nach seinen Informationen seien in den betroffenen Tanks unter anderem chlorierte Lösungsmittel gelagert worden.

"Die besondere Problematik bei Stoffen, die Chlor beinhalten, ist, dass bei einem Verbrennungsprozess Chlorverbindungen zu Dioxin- oder PCB-Verbindungen werden können", erläuterte ein Sprecher.

Wie hoch die Rückstände mit diesen Substanzen belastet sind, wird sich erst nach der Auswertung zeigen.
Sprecher Landesumweltamt NRW

Die Untersuchungen seien aufwendig - vor Ende der Woche sei nicht mit Ergebnissen zu rechnen.

Nach der Explosion äußerten sich Feuerwehr und Chemiepark-Betreiber zur Lage.

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Kein Verzehr von Obst und Gemüse aus dem Garten

Grundsätzlich sei es so, dass Dioxine bei jedem Brandereignis in mehr oder weniger hohen Konzentrationen entstünden, so das Landesumweltamt. Verhaltensempfehlungen und Messungen hätten aktuell einen "starken präventiven Charakter".

Dioxine werden überwiegend über Nahrungsmittel im Körper angereichert. Daher gehen unsere Empfehlungen immer zuerst in Richtung einer Verzehrempfehlung, also Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten erst einmal nicht zu verzehren.
Sprecher Landesumweltamt NRW

Entscheidend ist die Frage nach der Konzentration der Stoffe.

Toxikologe: Stoffe "springen einen nicht an"

"Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen werden durchaus in Zusammenhang gebracht mit Missbildungen bei Neugeborenen von Tieren, weniger beim Menschen, als Umweltöstrogene oder auch Krebs erregende Substanzen beim Menschen", sagte Daniel Dietrich, Leiter der Arbeitsgruppe Human- und Umwelttoxikologie an der Uni Konstanz.

Aber - und das ist das große Aber - nur in hohen Konzentrationen. Und die liegen nicht vor, wenn das entsprechende Gebiet im Laufe der Zeit gereinigt und dekontaminiert wird.
Daniel Dietrich, Uni Konstanz

Die Stoffe klebten an Oberflächen, sagte er. "Sie springen einen nicht an, man müsste sie schon aktiv in den Körper transportieren - etwa, wenn man sich nach der Arbeit im Garten die Hände abschleckt." Selbst wenn man von oben bis unten mit den Partikeln bedeckt wäre, könnte man diese ohne Gefahr mit Seife abwaschen.

Nach meiner Einschätzung besteht also keine akute Gefahr für die Bevölkerung, wenn sie sich an die Handlungsempfehlungen des Landesumweltamtes und der anderen involvierten Behörden hält.
Daniel Dietrich, Uni Konstanz

Leverkusen hält an Empfehlungen für Bürger fest

Da die endgültige Analyse zunächst noch ausstand, hielt die Stadt Leverkusen ihre Empfehlungen an die Bürger aufrecht. Der Ruß sollte nicht in die Wohnung getragen werden. Neben Obst und Gemüse seien in den betroffenen Arealen etwa auch Gartenmöbel oder Pools zu meiden.

Wer dringend im Garten arbeiten müsse, sollte dabei vorsorglich Handschuhe tragen. Die Spielplätze in den - nahe am Explosionsort gelegenen - Stadtteilen Bürrig und Opladen blieben vorerst gesperrt.

Bereits am Dienstag hatte die Kommune erklärt, Currenta werde "zeitnah die Straßen, Gehwege und Hauseingänge reinigen".

Die Explosion im Chempark in Leverkusen war gewaltig.

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Mindestens zwei Menschen gestorben

Die Betreiber-Firma des von der Detonation erschütterten Chemparks erklärte derweil, dass sie vom Tod der noch vermissten fünf Mitarbeiter ausgehe. Die Explosion hatte mindestens zwei Menschen getötet, 31 wurden nach Angaben des Betreibers Currenta verletzt.

Nach der Explosion brannte das Tanklager mit Lösungsmitteln stundenlang, ehe das Feuer am Mittag unter Kontrolle und weitgehend gelöscht war. "Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war", erklärte die Stadt. Sogar die Feuerwehr im rund 60 Kilometer entfernten Dortmund warnte vor möglichen Geruchsbelästigungen.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) bestand bei einem zweiten Tank Explosionsgefahr. Der Tank habe 100.000 Liter hochentzündliche, giftige Abfallstoffe enthalten, sagte Reul. Die Feuerwehr habe die Gefahr aber bannen können. Nach Reuls Angaben waren allein 300 Feuerwehrleute im Einsatz.

FAQ

Explosion im Chempark - Warnungen weit über Leverkusen hinaus 

Was müssen Anwohner nach der Explosion im Chempark Leverkusen beachten? Und welche Stoffe könnten bei dem Vorfall freigesetzt worden sein? Fragen und Antworten.

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