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Facebook will Holocaust-Leugnung verbieten

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Wachsender Antisemitismus - Facebook will Holocaust-Leugnung verbieten

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Facebook will künftig Inhalte löschen, die den Holocaust leugnen oder verharmlosen. Die Richtlinien für Hassreden würden entsprechend ergänzt. Das teilte Mark Zuckerberg mit.

Facebook-Logo. Archivbild
Facebook verbietet weltweit Holocaust-Leugnungen. Die Umsetzung der neuen Regel erfordere aber eine gewisse Zeit.
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Die Leugnung oder Verharmlosung des Holocausts wird in dem sozialen Netzwerk Facebook weltweit untersagt. Nutzer auf der Suche nach Informationen über den Völkermord der Nationalsozialisten an den europäischen Juden sollen ausschließlich auf verlässliche Seiten verwiesen werden. Das teilte Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit.

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Der Jüdische Weltkongress und das American Jewish Committee begrüßten den Schritt.

Der Jüdische Weltkongress rät Facebook seit Jahren, Beiträge, die den Holocaust leugnen, von seiner Plattform zu löschen.
Jüdischer Weltkongress

"Aktueller Zustand der Welt" ändert Zuckerbergs Sicht

Vor zwei Jahren hatte Firmengründer Mark Zuckerberg in einem Interview noch gesagt, obwohl er das Leugnen der Ermordung von Millionen von Juden durch die Nazis abstoßend finde, sollte Facebook solche Inhalte nicht zensieren. Nun erklärte Zuckerberg, selbst Jude, seine Haltung habe sich geändert.

logo! erklärt es euch.

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Der Firmengründer und Chef Mark Zuckerberg verwies zur Begründung seiner Entscheidung auf eine Zunahme von Antisemitismus in der Gesellschaft. "Beim aktuellen Zustand der Welt" halte er ein Verbot für den richtigen Schritt, schreibt er auf Facebook.

Angesichts von Daten, die zeigen, dass antisemitische Gewalt zunimmt, hat sich mein Denken weiterentwickelt, ebenso wie unsere Regeln zu Hassreden.
Mark Zuckerberg

Neue Regeln: Umsetzung nicht von heute auf morgen möglich

Zuckerberg machte zugleich klar, dass die Durchsetzung der neuen Regel "nicht von heute auf morgen" erfolgen könne.

Es gibt eine ganze Reihe von Inhalten, die gegen die neuen Richtlinien verstoßen, und es wird Zeit in Anspruch nehmen, um die zuständigen Teams zu schulen und unsere Systeme anzupassen.
Mark Zuckerberg

Ob auf dem Schulhof, auf der Straße oder im Internet – Juden werden zunehmend beleidigt und bedroht. Da immer weniger Zeitzeugen berichten können, ist es zwei Berliner Juden ein großes Anliegen, Jugendlichen den Holocaust zu vermitteln.

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Jahrelange Kritik an Zuckerberg

Zuckerberg hatte vor gut zwei Jahren massive Kritik auf sich gezogen, als er in einem Interview erklärte, er wolle Beiträge von Holocaust-Leugnern nicht grundsätzlich von der Plattform verbannen. Zu diesem Zeitpunkt begründete er seine Haltung auch mit dem Eintreten für freie Meinungsäußerung.

Er sei selbst Jude und finde es zutiefst beleidigend, aber es gebe Dinge, bei denen Menschen schlicht falsch liegen würden: "Ich denke nicht, dass sie absichtlich falsch liegen", sagte Zuckerberg damals.

Holocaust-Überlebenden starteten Kampagnen

Holocaust-Überlebende weltweit hatten sich im Sommer an einer an Zuckerberg gerichteten Kampagne namens #NoDenyingIt beteiligt, die ihn aufforderte, Beiträge von der Plattform zu nehmen, in denen der Holocaust verleugnet wird.

Im August hatte Facebook bereits bestimmte antisemitische Verschwörungstheorien und die Wiedergabe von Stereotypen aus seinen Netzwerken verbannt. In Ländern wie Deutschland, wo die Holocaust-Leugnung illegal ist, blockierte Facebook bereits entsprechende Inhalte, wenn Hinweise bei dem Sozialen Netzwerk eingingen.

Schauspieler und Regisseur Dani Levy

Ein Jahr nach Anschlag in Halle -
Antisemitismus: "In letzter Zeit ungehemmter"
 

Filmemacher Dani Levy erzählt im ZDFheute-Interview, wie er als Jude den wachsenden Antisemitismus in Deutschland sieht. Und wie gerade jüdischer Humor durch schwere Zeiten hilft.

von Lucia Weiß
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