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Gegen mögliche Fahrverbote - Tausende Biker protestieren

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Kommen Fahrverbote am Wochenende? Tausende Biker haben gegen eine Initiative des Bundesrats zur Reduzierung von Motorradlärm demonstriert.

Demo-Korso in Wiesbaden.
Demo-Korso in Wiesbaden: Gut 1.000 Motorradfahrer waren hier bei der Demo gegen Fahrverbote.
Quelle: Andreas Arnold/dpa

Der Ansturm überraschte mancherorts die Organisatoren: Viele Tausend Motorradfahrer haben am Samstag bundesweit gegen mögliche Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen demonstriert. Allein in Friedrichshafen am Bodensee kamen rund 5.000 Motorradfans zu einem Demo-Korso zusammen.

Mehrere Tausend Biker in vielen Städten

Die Veranstalter hatten mit rund 1.000 Teilnehmern gerechnet. Auch in Stuttgart überstieg die Zahl der Biker die Erwartungen: Nach Angaben der Polizei vom frühen Nachmittag trafen sich dort bis zu 8.000 Motorradfahrer - das führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Bestes Wetter um auf der Terrasse zu sitzen, aber in Sasbachwalden wird das gestört durch Biker. Die drehen bei Sonne in dem Schwarzwalddorf so richtig auf. Die Gemeinde möchte gerne härtere Strafen.

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In München war die geplante Groß-Demo am Samstag eigentlich verboten worden. Dennoch waren mehrere Tausend Biker in der Stadt unterwegs. In Wiesbaden demonstrierten ebenfalls einige Tausend Biker gegen eine mögliche strengere Regulierung von Motorradlärm.

Langer Streit über Lärm

Wie ein Sprecher der Polizei am Nachmittag sagte, kamen auch hier deutlich mehr Motorradfahrer als erwartet, ebenso wie in Dresden mit rund 5.000 Bikern. Organisiert wurden die bundesweiten Aktionen unter anderem von der Gruppe "Biker for Freedom".

Hintergrund der Proteste ist ein langer Streit über Motorradlärm. Die Bundesländer hatten sich Mitte Mai dafür eingesetzt, dass die Fahrzeuge weniger Lärm verursachen sollen. So sollen die zulässigen Geräusch-Emissionen auf einen Wert begrenzt werden, der in etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkw oder eines Rasenmähers entspricht. Der Bundesrat will zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen.

Wettrennen am Uferpark

In Baden-Württemberg haben sich mehr als 100 Städte, Gemeinden und Landkreise aus Protest zur "Initiative Motorradlärm" zusammengeschlossen. Ihr Forderungskatalog umfasst geänderte Zulassungsregelungen für Motorräder und drastischere Strafen für Manipulationen an Motoren sowie Verkehrsverbote und stärkere Kontrollen.

Immer mehr Motorradfahrer zieht es am Wochenende in die kurvenreichen Mittelgebirgsregionen, und sie werden immer lauter. Ein Zusammenschluss der geplagten Regionen fordert nun gesetzliche Regeln, um den Lärm für Anwohner zu begrenzen.

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Im Südwesten gelten vor allem landschaftlich reizvolle und kurvige Strecken wie auf der Schwäbischen Alb, im Schwarzwald und Odenwald als Lärm-Hotspots. Auch die Bergstraße in der kleinen Gemeinde Bodman-Ludwigshafen am Bodensee lockt viele Motorradfahrer an.

"Nicht wenige Motorradfahrer nutzen die Strecke, um hoch und runter zu rasen", sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Matthias Weckbach. Zum Teil würden auch Wettrennen durch Wohngebiete und einen Uferpark gefahren. "Die Bergstraße thront über Ludwigshafen, der Lärm der Motorräder und hochmotorisierten Pkw beschallt den ganzen Ort."

Scheuer gegen Fahrverbote

Er verstehe den Ärger über den Lärm durchaus, sagte dagegen Jörg Brucker von der Gruppe "Biker for Freedom", der auch die Demonstration am Bodensee organisiert hatte. Man dürfe die Motorradfahrer aber nicht unter Generalverdacht stellen.

Die Bundesregierung entscheidet, ob sie die Anregung der Länderkammer umsetzen will. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht den Beschluss aber kritisch und hatte sich gegen weitere Verbote für Motorradfahrer ausgesprochen.

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