ZDFheute

Was Sie zur Schweinepest wissen sollten

Sie sind hier:

Nach Fall in Brandenburg - Was Sie zur Schweinepest wissen sollten

Datum:

Zäune und andere Schutzmaßnahmen haben nicht gereicht, um die Afrikanische Schweinepest aus Deutschland fernzuhalten. Doch womit haben wir es eigentlich zu tun? Was kann helfen?

Nach dem ersten Fall in Brandenburg fürchten Schweinebauern wirtschaftliche Folgen durch Sperrzonen und Exportstopps.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Zuletzt waren in der EU vor allem Ungarn, Polen und Rumänien von hohen Fallzahlen der Afrikanischen Schweinepest betroffen. Aber auch in Bulgarien, Lettland, Litauen sowie der Slowakei gab es Fälle im dreistelligen Bereich.

Nun gibt es trotz Schutzmaßnahmen auch in Deutschland den ersten Fall. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit beantwortet die wichtigsten Fragen zu der Krankheit:

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft. In ihrem Hauptverbreitungsgebiet, den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, und einigen Mittelmeerländern kann die Erkrankung über Lederzecken übertragen werden. Diese kommen in unseren Breiten jedoch nicht vor.

Wie verläuft die Erkrankung?                    

Bei europäischen Wildschweinen führt die Infektion zu schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in der Mehrzahl der Fälle zum Tod des Tieres innerhalb einer guten Woche.

Der Virologe Thomas Mettenleiter über die Afrikanische Schweinepest und was sie für die deutschen Schweine-Züchter bedeutet.

Beitragslänge:
5 min
Datum:

Wie wird die Krankheit übertragen?

Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände und Futter übertragen werden. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Besonders effizient ist die Übertragung über Schweiß. Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion.

Andere Säugetiere sowie der Mensch sind für das Virus nicht empfänglich.
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Wie wird die Erkrankung bekämpft?

Da weder Impfstoffe noch Therapiemöglichkeiten existieren, können ausschließlich Biosicherheit und hygienische Maßnahmen sowie Populationsregulation zur Bekämpfung eingesetzt werden. Die frühzeitige Erkennung eines Falles von ASP ist daher besonders wichtig.

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit bittet darum, auf vermehrt auftretendes Fallwild zu achten und tot aufgefundene Wildschweine an das Tierfund-Kataster zu melden, unter https://www.tierfundkataster.de/tfk/tfk_erfassung.php. Das zuständige Veterinäramt werde dadurch automatisch informiert und könne weiterführende Maßnahmen in die Wege leiten.

Nur dann bestehe die Möglichkeit, die Tierseuche durch die Einrichtung verschiedener Schutzzonen einzudämmen. In diesen werden je nach örtlichen und jahreszeitlichen Bedingungen bestimmte Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt, beispielsweise in der Kernzone eine Einhaltung von Jagdruhe und im gefährdeten Bezirk eine intensive Bejagung.

Taugt der Abschuss von Wildschweinen als präventive Maßnahme?

Die hohe Wildschweindichte in Deutschland bietet dem Virus der Afrikanischen Schweinepest ein großes Reservoir zur Ausbreitung und Etablierung. Eine Reduzierung der Population vor Einschleppung der Tierseuche ist dem Bundesinstitut zufolge daher wünschenswert, reiche aber nicht aus als alleinige Bekämpfungsmaßnahme.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.