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Fastenaktion im Corona-Shutdown - Geht leben anders?

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Seit einem Jahr üben die Menschen Verzicht - wegen Corona. Jetzt startet die Fastenzeit. Den christlichen Kirchen geht es dabei weniger um Verzicht als vielmehr um "anders leben".

Supermarkt mit vollen Regalen
Fastenzeit: Kirchen kritisieren konsumorientierten Lebensstil
Quelle: dpa

Traditionell denkt man bei der Fastenzeit an den Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch, Wein oder Süßes. In den vergangenen Jahren rückte immer mehr der Verzicht auf Konsumgüter oder eine begrenzte Änderung des Alltagslebens in den Fokus.

Zwei Millionen machen mit bei Fasteninitiative "7 Wochen Ohne"

In der evangelischen Kirche beteiligen sich inzwischen rund zwei Millionen Menschen an der Fasteninitiative "7 Wochen Ohne", um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden.

In diesem Jahr steht sie unter dem Motto "Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden". Die Organisatoren rufen dazu auf, in der Fastenzeit "mehr Weite im Leben" zu entdecken.

Auch in der der katholischen Kirche nimmt die Aktion 2021 das große Ganze in den Blick. Die katholischen Bischöfe sehen den Sinn der Fastenzeit darin, sich selbst und seinen Lebensstil "so zu ändern, dass durch Besinnung und Gebet, heilsamen Verzicht und neue Sorge füreinander Christus wieder mehr Raum" im Leben gewinnen kann.

Misereor nimmt Konsumgewohnheiten in den Blick

Entsprechend steht die Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor in diesem Jahr unter dem Motto "Es geht! Anders.". Im Blick sind die eigenen Konsumgewohnheiten und ihre Auswirkungen auf ärmere Länder. Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor, sagt zur Eröffnung der Aktion:

Es ist eine neue Art des Wirtschaftens notwendig,
Pirmin Spiegel, Misereor

"Wir brauchen soziale, umweltfreundliche Alternativen zugunsten der Armgemachten und Verletzlichen." Als positives Beispiel nannte Spiegel den aktuellen Entwurf für ein Lieferkettengesetz. Ein gelingendes, gerechtes Leben aller Menschen sei nicht möglich, ohne einen sozial-ökologischen Wandel, ist Spiegel überzeugt.

Wir sollten in der Fastenzeit nachhaltige Lebensstile ausprobieren und uns fragen, wo wir Verzicht üben können,

so der katholische Bischof Heiner Wilmer im Vorfeld der Eröffnung der Fastenaktion an diesem Sonntag in Hildesheim.

Corona als Chance zum Umdenken

Die Kirchen sehen gerade angesichts der Corona-Pandemie eine Chance, über die Globalisierung neu nachzudenken, Themen wie nachhaltige Entwicklung und soziale Gerechtigkeit rücken in den Fokus und die Frage, was jede*r Einzelne tun kann.

In diesem Sinn erklärte Papst Franziskus zum Auftakt der Fastenzeit am Aschermittwoch, dass er die sieben Wochen nicht als "Reihe von Opfervorsätzen" verstanden wissen wolle, sondern als Suche nach dem besten Weg im Leben.

Bolivien im Fokus der Misereor-Spendenaktion 2021

Am 5. Fastensonntag, in diesem Jahr der 21. März, werden in den katholischen Gottesdiensten Spenden gesammelt für das Partnerland der diesjährigen Aktion: Bolivien. Misereor unterstützt in dem südamerikanischen Land 71 Projekte.

Dabei geht es zum einen um Ernährungssicherung und nachhaltige Landwirtschaft, zum anderen um den Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenrechte sowie schließlich den Kampf gegen Klimaschäden und Umweltzerstörung, etwa im Amazonas-Regenwald.

Angesichts begrenzter Möglichkeiten, die Gottesdienste zu besuchen, hofft das Hilfswerk auf eine Steigerung der Online-Spenden.

Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern

Die Dauer der Fastenzeit von 40 Tagen geht übrigens auf einen Bericht aus der Bibel zurück. Dort ist von einer 40-tägigen Gebets- und Fastenzeit Jesu die Rede, die auf seine Taufe im Jordan folgte. Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist länger als 40 Tage. Das liegt daran, dass die Sonntage im Christentum nicht zur Fastenzeit zählen.

Die 40 als Zeiteinheit gibt es an verschiedenen Stellen in der Bibel. Die Israeliten wandern 40 Jahre durch die Wüste, Mose begegnet Gott 40 Tage auf dem Berg Sinai, und 40 Tage nach der Auferstehung Jesu wird Christi Himmelfahrt gefeiert. Es ist damit eine Zeit der Vorbereitung, des Unterwegssein auf ein großes Ziel hin verbunden. im Falle der Fastenzeit ist es das höchste Fest der Christen: Ostern.

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