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Ist der Fehmarnbelt-Tunnel Fluch oder Segen?

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Dänisch-deutsches Großbauprojekt - Ist der Fehmarnbelt-Tunnel Fluch oder Segen?

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Die dänische Betreibergesellschaft erhofft sich einen wirtschaftlichen Aufschwung, die Inselbewohner fürchten um das Ausbleiben von Urlaubern. Nun geht der Streit vor Gericht.

Der geplante Tunnel im Fehmarnbelt soll die Insel Fehmarn mit Dänemark verbinden. Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt nun Klagen gegen das Vorhaben.

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Fragt man auf Fehmarn Urlauber aus dem Binnenland, was sie vom geplanten dänischen Auto- und Eisenbahn-Tunnel durch die Ostsee nach Fehman halten, hört man oft: "Das ist doch toll, den bauen die Dänen und bezahlen ihn auch."

Ganz nach dem Motto "einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul" zucken viele Besucher aus dem Rheinland, Bayern oder Hessen mit den Schultern, wenn sie an den blauen Holzkreuzen vorbei laufen, mit denen Insulaner gegen das Tunnelprojekt protestieren.

Aktivisten auf der Ostsee
Aktivisten protestieren gegen das Bauvorhaben.

Fehmarnbelt-Kosten für Deutschland: 4 Milliarden Euro

Das alles hat wenig zu tun mit dem, worauf sich Fehmarn und die Hinterlandgemeinden auf dem deutschen Festland einstellen müssen, wenn das Bundesverwaltungsgericht in den nächsten Wochen grünes Licht für das Projekt geben sollte: Jahrelange Bauarbeiten, erhebliche Eingriffe in Flora und Fauna der Ostsee und Kosten, die auch auf deutscher Seite die Vier-Milliarden-Euro-Marke überschreiten könnten, während die Dänen ihrerseits mit umgerechnet 7 Milliarden Euro rechnen.

Dänen erwarten wirtschaftlichen Aufschwung

Und was danach wird, ist völlig offen: Während Naturschutzverbände nicht nur erhebliche Folgeschäden für die Umwelt befürchten, sondern den ganzen Bedarf für den Tunnel in Frage stellen, erwartet sich die dänische Betreibergesellschaft Femern A/S wirtschaftlichen Aufschwung für die gesamte Region zwischen Hamburg und Kopenhagen.

Flugreisen würden unnötig, weil die Bahn nicht mehr fünf sondern weniger als drei Stunden für die Strecke zwischen beiden Metropolen unterwegs wäre. Auch im Kieler Wirtschaftsministerium sprechen sie von positiven wirtschaftlichen Impulsen für den norddeutschen Raum.

Ein Tunnel soll künftig die Insel Fehmarn mit Dänemark verbinden. Kritiker sehen das Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt gefährdet – nun muss das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.

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Prozessauftakt um Tunnelplanung beginnt

Das Ausmaß des jetzt beginnenden Prozesses vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig um die Planungen für das Tunnelprojekt erscheint jedenfalls dem größten Verkehrsinfrastruktur-Projekt Europas angemessen: Weil sich viel mehr Prozessbeteiligte angemeldet haben, als das Gericht unter Corona-Bedingungen einlassen kann, wurde das Verfahren verlegt in die Congresshalle in der Nähe des Leipziger Zoos, um dort in mehreren Runden die Einsprüche der Projektgegner zu verhandeln.

Was auf dem Papier aussieht wie der ewig gleiche Kampf zwischen Ökologie und Ökonomie, offenbart aber auch den unterschiedlichen Umgang mit solchen Großprojekten in Deutschland und Dänemark: Während hierzulande gut 12.000 Einwände gegen das Projekt abgegeben wurden, gab es in Dänemark nur ein paar Dutzend.

Der Widerstand auf der Insel Fehmarn gegen den Bau des Tunnels ist groß. Nun klagen Umweltverbände vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen das Großprojekt.

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Dänemark hat bessere Großprojekt-Erfahrung

Das mag zu tun haben mit den guten Erfahrungen, die die Nachbarn im Norden mit solchen Vorhaben gemacht haben: Während in Deutschland der neue Berliner Flughafen und Stuttgart 21 alles andere sind als Beispiele für effizienten Umgang mit Geld und Nerven der Steuerzahler, haben die Dänen längst die Vorzüge der beiden Brücken über den Großen Belt oder den Öresund nach Schweden erlebt.

Gerade die Öresund-Brücke hat Dänemark und Schweden einander näher gebracht, Kopenhagen und Malmö zu einem großen Wirtschaftsraum vereint.

Eines der größten Infrastrukturprojekte in Europa steht vor dem Bundesverwaltungsgericht auf dem Prüfstand: Der geplante Tunnel im Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark.

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Leidtragende könnten Ostsee-Ferienorte sein

Wenn die Projektverantwortlichen nun gleiches für die Metropolen Hamburg und Kopenhagen versprechen, könnten diejenigen die Zeche zahlen, die dazwischen leben: die Einwohner einiger Ferienorte entlang der Ostsee, ebenso wie die Menschen auf Fehmarn.

Es werden Straßen und Bahntrassen geschlagen, um Autos und über 100 prognostizierte Zugfahrten täglich zwischen Nord und Süd bewältigen zu können, wenn der Tunnel Realität geworden ist.

Ob die Urlauber während der jahrelangen Bauzeit die Region noch als Ferienziel aussuchen - oder danach zurückkommen, wird sich zeigen. Mit einer Entscheidung der Leipziger Richter wird noch in diesem Jahr gerechnet.

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