Sie sind hier:

Verschärfte Maßnahmen in Kraft - Corona Hotspot Flensburg - Sorge im Norden

Datum:

Seit Sonnabend werden in Flensburg die Corona-Maßnahmen verschärft. Hintergrund sind der extrem hohe Inzidenzwert und Virus-Mutanten in der Stadt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Lange Zeit hat es in Flensburg relativ wenige Corona-Fälle gegeben. Westlich die Nordsee, östlich die Ostsee, kaum größere Städte in der Nähe. Die Flensburger kamen alles in allem ganz gut klar mit dem Coronavirus. Bis jetzt.

Momentan steht die Fördestadt mit einem Inzidenzwert von 173 bundesweit auf Platz 12. Einen möglicherweise einzugrenzenden Infektionsherd gibt es dabei aber nicht. Auf diesen Top-Ten Platz hätte Flensburg gerne verzichtet. Nun verschärft die Stadt die Corona-Regeln. Notgedrungen.

ZDFheute Infografik

Wir integrieren Bilder und andere Daten von Drittanbietern, u.a. die Software von Datawrapper für die Darstellung von ZDFheute Infografiken. Mit Ihrer Zustimmung werden diese angezeigt und die genutzte IP-Adresse dabei an externe Server übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre zukünftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Verschärfte Auflagen:

  • Zum ersten Mal im Hohen Norden: Ausgangssperren in der Nacht.  
  • Nur der Weg zur Arbeit oder zum Arzt ist erlaubt.
  • Der Hund darf nach 21 Uhr noch raus.
  • Kontakt nur noch mit dem eigenen Haushalt.
  • Schulen bleiben bis auf Abschlussklassen geschlossen. Ebenso die Kitas.
  • Auf Spielplätzen muss Maske getragen werden. 
  • Einkaufen ist nur noch allein erlaubt.

Viele Flensburger haben Verständnis

Der Lockdown legt die Stadt mit ihren 85.000 Einwohnern weitgehend lahm. Trotzdem haben die Bürger*Innen größtenteils Verständnis. "Der rasante Anstieg der Zahlen erfordert radikale Maßnahmen", meint Per Kruse, Musiker, Däne aber seit 25 Jahren in Flensburg zu Hause.

Man weiß ja nicht, woher das hohe Infektionsgeschehen kommt, die können es ja nicht nachverfolgen. Von daher finde ich das richtig.
Einwohner von Flensburg

Andere äußern den Wunsch nach strengeren Kontrollen, und manche finden, es sei viel zu spät auf die hohen Fallzahlen und die Mutanten reagiert worden. Letztendlich sind sich fast alle in nordischer Gelassenheit einig:

Watt mutt, datt mutt.

Bußgelder bis 25.000 Euro

Flensburgs Ordnungskräfte erwarten, dass sich alle an die strengeren Corona-Regeln halten. Vorsichtshalber kündigen Polizei und Stadt an, verstärkt Kontrollen durchzuführen. Die Beamten würden dabei in erster Linie auf den Dialog mit den Menschen setzen, jedoch konsequent durchgreifen, falls dies nötig sein sollte, so Christian Kartheus, Pressesprecher der Polizeidirektion Flensburg. Wer gegen die Corona-Regeln verstößt, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro bis 25.000 Euro rechnen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Mehr Corona-Tote

Grund für das harte Vorgehen der Stadt: die Ausbreitung der britischen Virusmutante B.1.1.7. Fast jeder Neuinfizierte hier trägt das mutierte Virus in sich, das deutlich ansteckender sein soll. In nur vier Wochen schnellte die 7-Tage-Inzidenz von 47 auf 191. Einige Experten befürchten, dass sich ohne die Einschränkungen eine neue Welle vom Norden her ausbreiten könnte.

Das will die Politik auf jeden Fall verhindern. Aus Sicht von Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) sind diese "drastischen und einschneidenden Maßnahmen" deswegen notwendig. Die Situation in Flensburg sei besorgniserregend, schon wegen der hohen Todeszahlen.

Wir haben in diesen ersten anderthalb Monaten dieses Jahres schon mehr Verstorbene als im gesamten letzten Jahr.
Simone Lange, Oberbürgermeisterin

"Eine Tatsache mit der wir umgehen müssen."  

Spahn über Corona-Lage - Britische Variante bei mehr als 20 Prozent 

Die britische Corona-Variante breitet sich in Deutschland aus. Sie habe inzwischen einen Anteil von mehr als 20 Prozent, so Gesundheitsminister Spahn.

Videolänge
48 min
von Kai-Martin Müller-Haeseler

Krankenhaus am Limit

Auch der Geschäftsführer des Flensburger St. Franziskus-Hospitals, das schwerpunktmäßig die Behandlung von Corona-Patienten im nördlichen Landesteil übernommen hat, ist in Sorge. Die Krankenhauskapazitäten seien durch das einsetzbare klinische Personal begrenzt, sagte Klaus Deitmaring.

Die Mutation wird uns ohne wirkungsvolle Maßnahmen in vier Wochen an unsere Versorgungskapazitätsgrenzen führen.
Klaus Deitmaring, Geschäftsführer St. Franziskus-Hospital

Diese Situation stelle eine erhebliche Bedrohung für die Bevölkerung im gesamten Grenzland und konkret für die Flensburger Krankenhausversorgung dar.

Rheinland-Pfalz, ingelheim: Proben stehen im Corona-Testlabor in Ingelheim.

Experte warnt vor Panikmache - Wie gefährlich wird uns die Mutante? 

Steuern wir auf eine dritte Infektionswelle zu, weil eine neue Corona-Variante ansteckender ist? Die Erfahrungen anderer Ländern mit der Mutante geben Grund zur Hoffnung.

von Oliver Klein

Trend für ganz Deutschland?

Die bange Frage lautet: Sinken die Zahlen in den nächsten Tagen und nähern sich dem niedrigen Schleswig-Holsteiner Grenzwert an - oder zeichnet sich jetzt in Flensburg ab, was vielfach befürchtet wird? Nämlich, dass die rasche Ausbreitung der Virusvarianten nur ein Vorgeschmack dessen ist, was auf das Bundesland und die ganze Republik noch zukommen kann?

Für SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigt die aktuelle Lage in Flensburg, was auch im übrigen Deutschland bei weiterer Verbreitung der britischen Mutante passieren könnte. "Verhindern kann das nur ein strikter Lockdown, bis wir klar unter der Zielinzidenz von 35 liegen", forderte er auf Twitter.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Twitter nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Twitter übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Twitter informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Neigung zum Dramatisieren?

Zur Vorsicht im Umgang mit Wort und Zahl mahnt dagegen Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin an der Uni Kiel. Die Virusmutante sei zwar ansteckender, aber nicht "hochinfektiös". Der Steigerungsfaktor dürfte im Bereich von 1,1 bis 1,8 liegen, also keine katastrophalen Steigerungswerte wie 100 oder 1.000 bedeten.

Hier wird häufig überdramatisiert.
Helmut Fickenscher, Virologe

Er rechnet damit, dass auch in Flensburg die Fallzahlen wieder deutlich rückläufig sein werden. Erstens durch die verschärften Maßnahmen und zweitens wegen der relativ geringen Populationsgröße. Da Flensburg mit weniger als 100.000 Einwohnern eine der kleinsten Kreise bzw. kreisfreien Städte ist, wirken sich auch nur kleine Ausbrüche sehr stark auf die anzugebende Sieben-Tage-Inzidenz aus.

Lockerungen nicht in Sicht

Während ab Montag zahlreiche Lockerungen in Schleswig-Holstein in Kraft treten, bleibt Flensburg Sperrgebiet. Ausgangssperre, Hausarrest und Co. sind dort erst einmal auf eine Woche befristet. Ob sich dann bereits der gewünschte Erfolg - fallende Inzidenzen und keine neues Infektionen - einstellt, ist fraglich. Wenn nicht, so die Behörden, geht Flensburg mit den Verschärfungen in die Verlängerung.

Dänemark schließt Grenzen - Verschärfungen im Corona-Hotspot Flensburg 

Wegen rasant steigender Corona-Zahlen durch die Virusvariante gelten seit Mitternacht in Flensburg verschärfte Maßnahmen. Zudem schließt Dänemark mehrere Grenzübergänge.

Videolänge
2 min

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Zahlreiche Passanten sind auf der Zeil, der zentralen Fußgängerzone in der Frankfurter Innenstadt unterwegs

Sinkende Corona-Inzidenz - Ist das die Trendwende? 

Seit Tagen sinkt die Inzidenz. Doch Experten warnen: Das ist keine Trendwende. Zwar wirken auch die Maßnahmen, doch das Infektionsgeschehen hat sich in Wirklichkeit kaum verändert.

von Oliver Klein
Olaf Scholz am 02.12.2021 in Berlin
Kommentar

Corona-Beschlüsse - Scholz' erste Chance ist seine letzte 

Die Machtspielchen, die Rangeleien zwischen alter und neuer Regierung sind vorbei. Es gibt einen Plan gegen Corona! Na sowas, Zeit wird‘s. Ob er wirkt, ist eine andere Frage.

von Kristina Hofmann
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.