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Suche nach Schutz - Mehr als 1.000 Flüchtende erreichen Lampedusa

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Über 1.200 Flüchtende haben binnen zwölf Stunden auf ihrem Weg nach Europa Lampedusa erreicht. Zeitgleich haben italienische Behörden das Rettungsschiff "Sea Watch 4" festgesetzt.

Flüchtlingsboot vor Lampedusa
Flüchtende auf dem Weg nach Europa
Quelle: epa

Innerhalb von zwölf Stunden haben am Sonntag mehr als 1.000 Flüchtlinge und Migranten in mehreren überfüllten Booten die italienische Insel Lampedusa erreicht.

Nach Angaben italienischer Nachrichtenagenturen waren an Bord eines Schiffes fast 400 Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, darunter 24 Frauen und sechs Kinder. Das Boot war rund 13 Kilometer vor der Insel entdeckt worden. An Bord eines weiteren Schiffes befanden sich 325 Menschen, während Hunderte andere Flüchtlinge auf anderen, kleineren Booten die Insel erreichten.

Nach Angaben von Bürgermeister Salvatore Martello nutzten Menschenschmuggler die ruhige See und das warme Wetter, um die Boote loszuschicken. Es ist die höchste Zahl von Migranten in diesem Jahr, die an einem einzigen Tag einen italienischen Hafen erreichten.

Viele Neuankömmlinge aus Bangladesch und Tunesien

Martello rief Ministerpräsident Mario Draghi im Sender Sky TG24 TV auf, die Migration ungeachtet der Corona-Pandemie auf die Tagesordnung zu setzen. Die italienische Regierung hat ihr Augenmerk derzeit vor allem auf die wirtschaftliche und soziale Erholung des Landes von der Pandemie gerichtet.

Zwischen 5 Uhr morgens und 17 Uhr nachmittags trafen mindestens neun Boote mit Flüchtlingen und Migranten auf Lampedusa ein. Dort gibt es ein Aufnahmezentrum für Asylsuchende. Italienischen Medienberichten zufolge begleiteten Schiffe der Küstenwache und der Polizei die Boote, nachdem sie in einigen Kilometern Entfernung von der Küste im Mittelmeer entdeckt worden waren.

Die Zeitung "Il Giornale di Sicilia" schrieb, viele der Ankömmlinge kämen aus Bangladesch und Tunesien. Die meisten seien Männer, aber es seien auch Frauen und Kinder unter ihnen, darunter ein Neugeborenes.

Festsetzung des Rettungsschiffes "Sea-Watch 4"

Derweil setzten die sizilianischen Justizbehörden Medienberichten zufolge erneut ein deutsches Rettungsschiff der Hilfsorganisation Sea-Watch fest. Bei einer Kontrolle der "Sea-Watch 4" seien zu viele Rettungswesten an Bord gefunden worden. Das Abwassersystem des Schiffes sei nicht für eine so hohe Anzahl von Geretteten ausgelegt, teilte die Behörde mit.

Aktivisten bezeichneten die Inspektion als Vorwand, um das Schiff festzusetzen. "Wir hoffen, dass die Behörden uns nicht an der Ausfahrt ins zentrale Mittelmeer hindern werden, mit absurden Anschuldigungen, an die wir uns bereits gewöhnen mussten", erklärte Sea-Watch Italien.

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Ein weiteres Schiff der Organisation, die "Sea-Watch 3", war im März von der italienischen Küstenwache im sizilianischen Hafen Augusta beschlagnahmt worden. Auch in diesem Fall berief sich die Behörde auf Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen.

Die Hilfsorganisation Alarm Phone forderte unterdessen Hilfe für drei Boote in maltesischen Gewässern. "Eine Rettungsaktion könnte rund 230 Menschen vor der Gefahr des Ertrinkens retten", erklärte sie.

Weg über das Mittelmeer gefährliche Route für Flüchtende

Der Seeweg über das Mittelmeer gilt als eine der wichtigsten Routen für Flüchtende auf dem Weg nach Europa. Nach einer Zählung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind fast 530.000 Menschen seit Anfang 2015 auf diesem Weg nach Italien gelangt, darunter etwa 6.000 seit Jahresbeginn.

Drei Tage, 300 Gerettete: Monate durfte die "Sea-Watch" nicht aus einem Hafen in Spanien auslaufen. Vor der libyschen Küste treffen die Seenotretter nun auf ein Flüchtlingsboot nach dem anderen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Route zwischen Nordafrika und Sizilien ist jedoch zugleich eine der gefährlichsten Flüchtlingsrouten. Allein seit Januar sind nach Angaben der IOM mehr als 200 Menschen auf dem Weg nach Italien oder Malta im Mittelmeer ertrunken oder gelten als vermisst.

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