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Zugang zu Wasser erschwert - Studie: Viele Flüsse trocknen zeitweise aus

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Bis zu 60 Prozent aller Flüsse weltweit vom Nil bis zum Urselbach führen zeitweise gar kein Wasser mehr. Das zeigt erstmalig eine Studie.

Archi: Ausgetrocknetes Flussbett der Loire
Viele Flüsse trocknen zeitweise aus. Das ergab eine internationale Studie der University Montreal.
Quelle: Reuters

Die meisten Flüsse weltweit führen nicht das ganze Jahr über Wasser: Eine im Fachjournal "Nature" veröffentlichte Studie zeigt, dass 51 bis 60 Prozent aller Flüsse an mindestens einem Tag im Jahr austrocknen.

In besonders trockenen Gebieten der Erde, etwa in Teilen Indiens, in Westaustralien oder der afrikanischen Sahelzone, sind es den Forschern zufolge sogar 99 Prozent der Fließgewässer.

Studie erfasst erstmals Flüsse weltweit

Im Rahmen der Studie erfasste das internationale Wissenschaftlerteam um Mathis Messager von der McGill University in Montreal erstmals sämtliche Flüsse weltweit über alle Kontinente und Klimazonen hinweg. Auch in den kühlgemäßigten und feuchten Klimazonen trocknen demnach fast 30 Prozent der Fließgewässer immer wieder aus.

Flüsse in Not - Was unseren Fließgewässern zu schaffen macht 

Etwa 15.000 Bäche und Flüsse gibt es in Deutschland. Sie sind die Lebensadern unseres Wasserkreislaufs. Doch nur acht Prozent sind in einem guten oder sehr guten Zustand.

Videolänge
28 min
von Torsten Mehltretter

Kleine Bäche sind besonders betroffen

Würden auch kleine Bäche berücksichtigt, seien es dort sogar mehr als die Hälfte der Wasserläufe, sagt Messager. Regionale Beispiele hierfür sind in Deutschland etwa der Urselbach im Vordertaunus und die Weil als Zufluss der Lahn. Beide waren im vergangenen Sommer vorübergehend trocken.

Betroffen sind den Forschern zufolge aber auch große Flüsse, etwa der Nil, der Gelbe Fluss in China oder der Rio Grande in Nordamerika.

Dies kann zu einem erschwerten Wasserzugang für Millionen von Menschen führen und hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Ökosystem Fluss.
Co-Autor Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Insgesamt wertete das Team die hydrologischen, klimatischen, bodenkundlichen und geologischen Daten von 5.615 Messstationen weltweit aus. Die Studie konzentrierte sich dabei auf "natürliche Vorkommen und die Verteilung von nicht-periodischen Wasserläufen, nicht auf menschliche Einflüsse", wie Autor Mathis Messager klarstellt. Natürliche Flüsse und Bäche seien wertvolle Ökosysteme, die geschützt und nicht "repariert" werden müssten.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde fälschlicherweise als Grund für die Austrocknung der Flüsse auch der Klimawandel angeführt. Die Studie konzentrierte sich jedoch nicht auf menschliche Einflüsse.

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