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In Frankreich - Eine Tote bei Messerangriff auf Polizeiwache

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Nach dem Angriff auf eine Polizeiwache bei Paris wird jetzt wegen Terrorverdachts ermittelt. Ein Mann hatte eine Mitarbeiterin niedergestochen.

Polizeibeamte sichern den Bereich, in dem ein Angreifer am 23.04. 2021 in Rambouillet bei Paris, Frankreich, eine Verwaltungsangestellte der Polizei erstochen hat.
Polizeibeamte sichern den Unglücksort in Rambouillet bei Paris, Frankreich.
Quelle: Reuters

Nach der mutmaßlichen Terrorattacke auf eine Polizeimitarbeiterin in der Nähe von Paris haben Ermittler drei Menschen festgenommen und in Gewahrsam genommen. Sie stammten aus dem Umfeld des 36 Jahre alten Tatverdächtigen, der unmittelbar nach dem Angriff von der Polizei getötet wurde.

Das bestätigten Justizkreise der Nachrichtenagentur dpa am Freitagabend. Es ist bei Terrorermittlungen in Frankreich üblich, dass Menschen aus dem Umfeld von Verdächtigen für Befragungen in Polizeigewahrsam genommen werden.

Angreifer von Rambouillet von Polizei getötet

Der Tatverdächtige hatte die Polizeimitarbeiterin mit einem Messer ermordet. Die Frau wurde ersten Erkenntnissen nach von dem Mann am Kommissariat in Rambouillet hinterrücks angegriffen. Sie starb noch am Tatort. Präsident Emmanuel Macron zeigte Mitgefühl und Entschlossenheit nach der Tat.

Im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus geben wir nicht klein bei.
Präsident Emmanuel Macron

Die Tat weckt in Frankreich böse Erinnerungen. Das Land wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen. Im Oktober wurde ganz in der Nähe der Lehrer Samuel Paty von einem Islamisten brutal ermordet - er wurde enthauptet. Die Tat hatte international großes Entsetzen ausgelöst. Kurze Zeit später schlug ein Angreifer in einer Kirche in Nizza zu und tötete dort drei Menschen mit einem Messer. Es gibt auch immer wieder brutale Angriffe islamistischer Extremisten auf die Polizei.

Tat erinnert an weitere Anschläge in Frankreich

Der Ablauf der Tat und die Äußerungen des Täters seien Gründe, warum die Anti-Terror-Ermittler übernommen hätten, sagte Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard am Tatort. Die Frau sei "feige" ermordet worden. Ricard nannte keine Details.

Bei dem Täter soll es sich um einen Mann aus Tunesien handeln, der den Behörden zuvor nicht bekannt war. Laut Zeugenaussagen soll er "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Auch dazu äußerte sich der Staatsanwalt nicht. Ermittler durchsuchten zwei Wohnungen, auch die des aus Tunesien stammenden Tatverdächtigen.

An zahlreichen Schulen wird heute an den in Paris ermordeten Lehrer erinnert. ZDF-Korrespondentin Christel Haas berichtet über die Terrorangst in Frankreich.

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Premierminister Jean Castex eilte nach der Tat sofort zum Tatort. Er erinnerte an brutale Anschläge im Pariser Umland wie die blutige Attacke auf den Lehrer Paty. "Ich möchte allen Französinnen und Franzosen sagen, dass unsere Entschlossenheit, gegen alle Formen des Terrorismus zu kämpfen, intakt ist", sagte er.

Macron schrieb auf Twitter, dass die Polizistin Stéphanie hieß. Das Land stehe an der Seite ihrer Familie, ihrer Kollegen und der Polizei. Innenminister Gerald Darmanin bestätigte ebenfalls die Tat und machte sich vor Ort ein Bild.

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Ermittlungen wergen Mordes

Die Anti-Terror-Fahnder ermitteln nun unter anderem wegen Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben. Die Zeitung "Le Parisien" berichtete, dass die Frau beim Betreten des Kommissariats von dem Angreifer überrascht worden sei. Sie sei am Hals verletzt worden und noch am Tatort gestorben. Die Frau war Berichten zufolge etwa 49 Jahre alt.

Jérome Moisant von der Polizeigewerkschaft Unité SGP Police sagte dem Sender "Franceinfo", dass die getötete Kollegin in der Verwaltung gearbeitet habe. Der Angreifer habe sich zuvor vor der Wache auffällig aufgehalten.

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