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Verheiratete Priester? Papst will Zölibat nicht lockern

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Schreiben zur Amazonas-Synode - Verheiratete Priester? Papst will Zölibat nicht lockern

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Sein Schreiben zur Amazonas-Synode war lange erwartet worden. Doch der Papst rüttelt nicht am Zölibat. Verheiratete Priester wird es auch künftig nicht geben.

Archiv: Papst Franziskus am 04.10.2019 im Vatikan
Auf ihm ruhten die Hoffnungen der Reformer: Papst Franziskus.
Quelle: AP

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Lehrschreiben vermeidet der Pontifex eine klare Aussage über die Zulassung von verheirateten Männern zur Weihe in der Amazonas-Region, wie sie die Teilnehmer einer Bischofssynode gefordert hatten. Das Lehrschreiben zur Amazonas-Bischofssynode war lange erwartet worden, darin ging es auch um Streitthemen wie Zölibat und Frauen in der Kirche.

Die Mehrheit der Teilnehmer bei dem Bischofstreffen im Oktober im Vatikan hatte sich dafür ausgesprochen, um den akuten Priestermangel in der lateinamerikanischen Regenwaldregion zu bekämpfen. Neben der Ehelosigkeit von Priestern war auch die umstrittene Frauenfrage Thema.

Papstbrief mit Auswirkungen auf Synodalen Weg der deutschen Kirche

Die Synode und das Schreiben werden als richtungsweisend für das Pontifikat von Franziskus gesehen: Auch die Debatte über die Reformen der deutschen Kirche, die unter dem Namen Synodaler Weg laufen, wird davon betroffen sein. Über den Zölibat war ein Streit zwischen Konservativen und Modernisierern entbrannt. Das Schweigen des Papstes wird viele Gläubige in Deutschland enttäuschen und Auswirkungen auf den Synodalen Weg haben. Denn bei dem Reformprozess soll es ebenfalls um die heiklen Themen Zölibat und Frauen gehen.

Erst am Dienstag hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, seinen Rückzug angekündigt. Er wird sich an diesem Mittwoch bei einer Pressekonferenz auch zu dem nachsynodalen Schreiben des Papstes äußern.

Verheiratete Priester in Deutschland

"Es hätte sicher eine gewisse Signalwirkung", sagte Norbert Bauer, Leiter der katholischen Karl-Rahner-Akademie in Köln. "Ich verstehe aber die Aufregung nicht so ganz, denn auch wir hier in Deutschland haben ja schon vereinzelt verheiratete katholische Priester." Dabei handele es sich um ehemals evangelische Pfarrer, die katholisch geworden seien. In England wiederum gebe es anglikanische Priester, die zur katholischen Kirche übergetreten seien.

Franziskus soll bei einem Besuch von US-Bischöfen bereits angedeutet haben, dass diejenigen enttäuscht würden, die sich Änderungen beim Thema Weihe für Frauen und für Verheiratete erhofften. Die Ehelosigkeit von Priestern war auch Kern eines Skandals um einen Beitrag von Ex-Papst Benedikt XVI., der vor einer Aufweichung gewarnt hatte.

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