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Aus der Ukraine geflüchtet : "Ich musste mein Kind retten"

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Geflüchtete Frauen aus der Ukraine lassen alles zurück, opfern sich auf für das Wertvollste, was sie haben: ihre Kinder. Eine von ihnen ist die Ludmilla Kirilenko aus Kiew.

Vier Ukrainerinnen, vier Geschichten

Beitragslänge:
15 min
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Ludmilla Kirilenko lebte mit ihrer Partnerin Vera, Sohn Wladyslaw und ihrer Schwester in einem schönen Viertel im Norden von Kiew. Am 24. Februar beginnt der Ukraine-Krieg - mitten in der Nacht. "Ich dachte, das war Donner, es grollte und grollte die ganze Zeit. Gegen halb sechs war klar, dass das die Raketen sind", erzählt Kirilenko.

 

Mein Sohn ist 18 Jahre alt und Autist und er hat Epilepsie. Ich war mit nicht sicher, ob sie ihn trotz Krankheit zum Kriegsdienst einziehen. Ich musste ihn retten.
Ludmilla Kirilenko

Eine Odyssee quer durch Osteuropa

Die kleine Familie packt das Auto voll und fährt los. Sie fahren die Autostraße von Kiew nach Schytomir. Sie sehen in die Läufe von eingebuddelten russischen Panzern. Sie kommen nur knapp mit dem Leben davon, als neben ihnen zwei Raketen einschlagen. "Wir alle bekamen diese Atmungsstörungen und das Seh- und Hörvermögen war eingeschränkt. Alles war verschwommen, das war wie ein Echo", erinnert sich Kirilenko.

Die Flucht führt sie 3.000 Kilometer über Rumänien, die Slowakei, Ungarn bis nach Dresden.

Auf der Flucht hatte Wladyslaw jeden Tag mindestens zwei Epilepsieanfälle. Wir mussten immer anhalten, denn ohne Medikamente geht es schlecht.
Ludmilla Kirilenko

In Deutschland bekommt ihr Sohn wieder seine Medikamente. Es geht ihm mittlerweile besser. Heute wohnt die Familie in Neuruppin. Der Mieter ist kulant. Sie können später zahlen. Wladyslaw lernt Deutsch, um das Abitur nachzuholen. Sein Traum: ein Informatik-Studium.

Die Rückkehr in den Alltag in einem fremden Land ist für viele eine große Herausforderung.

Beitragslänge:
4 min
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Sofort einen Job gefunden

Als gelernte Dolmetscherin für Deutsch hat Ludmilla Kirilenko in Neuruppin beim Roten Kreuz sofort einen Job gefunden. Außerdem kümmert sie sich bei der Initiative Jugendarbeit Neuruppin um die ukrainischen Kinder und deren Mütter. "Ich helfe meinen Mitbürgerinnen, die hier sind, die wissen oft nicht, womit sie anfangen sollen - bei der Ausländerbehörde oder Krankenversicherung. Und ich begleite Frauen zum Gynäkologen und in den Krankenhäusern. Ich werde hier gebraucht - zumindest in diesem Moment."

Wenn Ludmilla mit den Kindern spielt, spricht sie ausschließlich Ukrainisch.

Wenn die Sprache stirbt, dann stirbt die Kultur und das Land und es ist meine Pflicht und ja, meine Berufung, das weiter zu tragen.
Ludmilla Kirilenko

Ludmilla ist die Einzige in der Familie, die gerade Geld verdient. Sie empfindet es als großes Glück, dass es ihr jetzt so gut geht- aber glücklich ist sie nicht. Sie hat die Angst mitgebracht aus Kiew. Der Angriff der russischen Truppen war traumatisch und hat sie kämpferisch gemacht: "Es wird einfach nicht alles gut, es sind so viele ukrainische Menschen ums Leben gekommen und getötet und gequält, wir werden das alles nicht vergessen. Natürlich nicht. Das ukrainische Volk ist ein freies Volk. Die Ukrainer werden nicht schweigen. Man kann das ukrainische Volk nicht erobern."

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