Sie sind hier:

Medienstudie - Frauen im TV noch immer unterrepräsentiert

Datum:

Wie steht es um das Geschlechterverhältnis im deutschen Fernsehen und bildet das TV die gesellschaftliche Vielfalt ab? Eine Studie verweist auf Fortschritte und Beharrungskräfte.

Filmteam beim Dreh zu "Der Schwarm"
Bildet das TV-Programm die Diversität der Gesellschaft ab?
Quelle: ZDF

Die deutsche Fernsehlandschaft wird diverser und die TV-Sender machen Fortschritte mit Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit. Allerdings geht es in den Sparten Fiktion und Information mit unterschiedlichem Tempo voran.

"Diversitäts-Checklisten" bringen offenbar Schub

Das sind zentrale Ergebnisse einer "Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität" der Universität Rostock, die am heutigen Dienstag in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Im Gespräch mit ZDFheute sagte Elizabeth Prommer, Direktorin des Rostocker Instituts für Medienforschung:

Am meisten überrascht haben mich die Zuwächse bei der Präsentation von Mädchen und Frauen im fiktionalen deutschen TV-Programm. Da hat sich einiges getan sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenfernsehen.
Elizabeth Prommer, Studienleiterin

ZDFheute Infografik

Wir integrieren Bilder und andere Daten von Drittanbietern, u.a. die Software von Datawrapper für die Darstellung von ZDFheute Infografiken. Mit Ihrer Zustimmung werden diese angezeigt und die genutzte IP-Adresse dabei an externe Server übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre zukünftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Bei den fiktionalen TV-Angeboten aus dem Produktionsjahr 2020 sei das Geschlechterverhältnis der Dargestellten nahezu ausgeglichen, so Prommer. Sie führt dies auf das Nutzen von "Diversitäts-Checklisten" zurück.

Mehr Moderatorinnen und Reporterinnen

Ein komplexeres Bild ergibt sich der Studie zufolge bei den Informationsprogrammen.

ZDFheute Infografik

Wir integrieren Bilder und andere Daten von Drittanbietern, u.a. die Software von Datawrapper für die Darstellung von ZDFheute Infografiken. Mit Ihrer Zustimmung werden diese angezeigt und die genutzte IP-Adresse dabei an externe Server übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre zukünftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

So ist das Geschlechterverhältnis bei den Nachrichtenmoderationen inzwischen fast ausgeglichen. Bei den Nachrichten-Reporterinnen gibt es im Vergleich zu 2016 neun Prozentpunkte Zuwachs auf nunmehr 45 Prozent.

"Die Sender haben intern viel getan, achten bei der Besetzung der Positionen auf mehr Geschlechtergerechtigkeit", erläutert Prommer. Allerdings gebe es auch noch einiges zu tun.

ZDFheute Infografik

Wir integrieren Bilder und andere Daten von Drittanbietern, u.a. die Software von Datawrapper für die Darstellung von ZDFheute Infografiken. Mit Ihrer Zustimmung werden diese angezeigt und die genutzte IP-Adresse dabei an externe Server übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre zukünftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Meist noch immer Männer-Job: Sprecher und "Experte"

Besonders ungleich ist demnach noch das Auftragsverhältnis zwischen nicht sichtbaren Sprecherinnen und Sprechern (aus dem so genannten "Off"), die das Publikum durch Beiträge führen. Ganze 72 Prozent dieser Jobs waren an Männer vergeben, nur 28 Prozent an Frauen. An der Stelle hat sich seit 2016 nichts bewegt.

Eine "große Unausgewogenheit" konstatiert Elizabeth Prommer auch bei den Experten und Gästen, die in Informationsprogrammen zu Wort kommen. "Der Grund liegt nicht daran, dass es keine Frauen gäbe. Denn auch in Bereichen, in denen es viele Frauen gibt, überwiegen in den Medien noch immer männliche Experten", sagt Prommer.

"Experte X macht das"

Die Professorin vermutet, dass im Bereich Information, wo oft unter Zeitdruck gearbeitet wird, redaktionelle Routinen stark wirkten. Es werde nach dem Motto verfahren: "Wir rufen an, wen wir immer anrufen. Da haben wir Experten X, da wissen wir, was wir bekommen und der macht das ZackiZacki", sagt Prommer. Unter Zeitdruck werde offenbar nicht sehr stark nach weiblichen Alternativen gesucht.

Ob dies tatsächlich der Fall ist, kann Prommer nicht wissenschaftlich belegen. Allerdings verweist sie in ihrer Studie auf zahlreiche Berufsfelder mit hohem Frauenanteil unter den Beschäftigten: Im TV hingegen kommen auch aus Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Verwaltung und Verkauf meist Männer zu Wort.

Je diverser die Gesellschaft, desto diverser müsste Theater sein. Julia Wissert, Intendantin des Schauspiel Dortmunds, kämpft dafür, dabei will sie eigentlich nur Theater machen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die "Hausaufgaben" für die kommenden Jahre

Große Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern gibt es heute auch noch bei den Moderationen von Unterhaltungsshows und Quiz-Programmen. Dort führen Männer fast allein durchs Programm.

ZDFheute Infografik

Wir integrieren Bilder und andere Daten von Drittanbietern, u.a. die Software von Datawrapper für die Darstellung von ZDFheute Infografiken. Mit Ihrer Zustimmung werden diese angezeigt und die genutzte IP-Adresse dabei an externe Server übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre zukünftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Ebenso wichtig ist die Frage, wie die TV-Sender ihrer Aufgabe nachkommen, die gesellschaftliche Vielfalt abzubilden. Hierzu kommt die Studie zu dem Schluss:

Behinderung, sexuelle Orientierung, Migrationshintergrund und ethnische Herkunft sind nicht so vielfältig sichtbar, wie in der Bevölkerung verteilt.
Fortschrittstudie zur audiovisuellen Diversität 2021

ZDF-Intendant Thomas Bellut verwies in dem Zusammenhang darauf, dass in einer vielfältigeren Gesellschaft Bewegtbildangebote nur erfolgreich seien, "wenn wir mit ihnen alle Teile der Gesellschaft weiterhin ansprechen".

Maßnahmen ergriffen, um ans Ziel zu kommen

Seit der ersten Studie im Jahr 2016 habe das ZDF erfolgreich zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um dieses Ziel zu erreichen. Mit Blick auf künftige Anstrengungen für mehr Geschlechtergerechtigkeit und Diversität sagte der ZDF-Intendant:

Wir lassen nicht nach: Gesellschaftliche Vielfalt ist deshalb ein zentrales Ziel in unserer Selbstverpflichtungserklärung der kommenden zwei Jahre.
Thomas Bellut, ZDF-Intendant
ZDFheute Update

Nachrichten | In eigener Sache - Jetzt das ZDFheute Update abonnieren 

Starten Sie gut informiert in den Tag oder Feierabend. Verpassen Sie nichts mit unserem kompakten Nachrichtenüberblick am Morgen und Abend. Jetzt bequem und kostenlos abonnieren.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.