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Haftstrafe für Hauptangeklagten in Freiburg

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Gruppenvergewaltigung - Haftstrafe für Hauptangeklagten in Freiburg

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Eine damals 18-Jährige wird in einem Gebüsch vor einer Disco von mehreren Männern vergewaltigt. Der Fall sorgt bundesweit für Entsetzen. Zwei Jahre später gibt es ein Urteil.

Mit zehn teils mehrjährigen Haftstrafen und einem Freispruch ist der Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg zu Ende gegangen. Der Hauptangeklagte muss für die Tat im Oktober 2018 fünf Jahre und sechs Monate in Haft.

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Wegen einer Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg sind die meisten der elf Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt worden. Für den Hauptangeklagten verhängte das Landgericht am Donnerstag eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten.

Den elf Angeklagten war vorgeworfen worden, eine 18-Jährige vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben. Die 18-Jährige trat als Nebenklägerin in dem Prozess auf. Insgesamt umfasste der Prozess vor dem Landgericht 43 Verhandlungstage und lief seit Juni 2019. Um die Corona-Regeln einhalten zu können, fand der Prozess nicht im Gericht, sondern in einem Konzertsaal statt.

Angeklagte hätten Opfer zwei Stunden vergewaltigt

Nacheinander und auch gleichzeitig haben die Männer nach Überzeugung des Gerichts die Frau vergewaltigt. Zweieinhalb Stunden soll es gedauert haben, bis die Täter von ihrem Opfer abließen.

Zur Tatzeit waren die angeklagten Männer zwischen 18 und 30 Jahre alt. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge: Acht Syrer, zwei aus dem Irak und aus Algerien stammende Männer sowie ein Deutscher ohne Migrationshintergrund.

Der Fall Freiburg

.... hatte 2018 deutschlandweit für Entsetzen gesorgt: Eine damals 18-Jährige war nachts in einem Gebüsch vor einer Diskothek von mehreren Männern vergewaltigt worden. Die junge Frau sei zum Tatzeitpunkt nach Einnahme einer Ecstasy-Tablette wehr- und hilflos gewesen, hatte ein Mediziner vor Gericht ausgesagt.

Als die 18-Jährige vor der Disco zu sich kam, soll ihr einer der Mittäter geholfen haben. Von mehreren Angeklagten sind laut Polizei später DNA-Spuren an der Frau gefunden worden. Vor Gericht bestritten viele Beschuldigte die Tat oder schwiegen.

Monatelange Verhandlungen

Bereits der Anfang des Prozesses im vergangenen Jahr war hitzig: Als die elf Angeklagten in den Saal geführt wurden, schimpfte einer der Männer lautstark auf Arabisch, richtete den ausgestrecktem Mittelfinger gegen Fotografen, Justizbeamte und Zuschauer.

Die Anklage plädierte auf folgende Urteile:

  • Bei acht Beschuldigten, die in Untersuchungshaft sitzen, auf Freiheitsstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren sowie auf Jugendstrafen zwischen zwei Jahren und zehn Monaten und viereinhalb Jahren.
  • Zwei nicht inhaftierte Angeklagte sollten wegen unterlassener Hilfeleistung zu Freiheitsstrafen von sieben Monaten beziehungsweise zu sieben Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt werden.
  • Bei einem weiteren Angeklagten, der ebenfalls nicht mehr in Haft ist, plädierte die Staatsanwaltschaft auf Freispruch.

Die Verteidiger hatten überwiegend Freisprüche für ihre Mandanten gefordert.

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