Freiburg: Schulessen nur noch vegetarisch

    Beschluss im Gemeinderat:Freiburg: Schulessen nur noch vegetarisch

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    Essen ohne Fleisch ist gut für Umwelt und Tierschutz. Die Stadt Freiburg will in Kitas und Grundschulen nur noch fleischloses Essen anbieten. Dafür gibt es Kritik vom Ministerium.

    Baden-Württemberg, Stuttgart: Suppenschüsseln mit Karottensuppe stehen in der Kantine einer Grundschule auf einem Wagen. Archivbild
    Freiburg: Bald nur noch vegetarisches Schulessen (Archivbild)
    Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

    Kinder bekommen in städtischen Kitas und Grundschulen in Freiburg vom kommenden Schuljahr an nur noch vegetarisches Essen. Das beschloss der Gemeinderat der südbadischen Großstadt mehrheitlich. Zudem werden die Preise für Schulessen vom Schuljahr 2023/24 an schrittweise erhöht.

    27 Ja-Stimmen gegen 14 Nein-Stimmen

    Der Vorschlag hatte teils heftige Kritik geerntet, unter anderem von Elternbeiräten. Er wurde mit 27 Stimmen angenommen, es gab 14 Gegenstimmen. Bisher gibt es zwei Essensvarianten, wobei auch Fleisch und Fisch auf die Teller kommen. Die Stadt schränkt die Auswahl beim warmen Mittagessen vor allem aus Kostengründen ein. Auf längere Sicht sei es möglich, die Regelung mit dem Einheitsmenü auch auf weiterführende Schulen anzuwenden.
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    Der Anteil von Bio-Produkten bei der Schul- und Kita-Verpflegung soll auf 30 Prozent steigen - bisher sind es 20 Prozent. Der Freiburger Vorstoß hat im Südwesten Beispielcharakter: Das Stuttgarter Landwirtschafts- und Ernährungsministerium teilte auf Anfrage mit, es sei ihm keine andere Stadt oder Kommune bekannt, die eine komplett fleischlose Kost in Kitas und Schulen anbiete.
    Das Ministerium betonte in einer ersten Reaktion, dass es den Beschluss kritisch sieht. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehöre auch Fleisch. Eine ausschließlich vegetarische Ernährung als Vorgabe unterstütze das Ministerium deshalb nicht.

    Hunderttausende Mittagessen im Jahr

    An Freiburger Schulen werden jährlich mehr als 500.000 Mittagessen in den Mensen ausgegeben.

    Den Schülerinnen und Schülern wird vorgeschrieben, was sie zu essen haben.

    Gerlinde Schrempp, Freie Wähler

    Stadtrat Franco Orlando von der Fraktion der FDP und BFF (Bürger für Freiburg; 4 von 48 Sitzen) hatte schon zuvor erklärt, der Stadtspitze unter dem parteilosen Oberbürgermeister Martin Horn sei "Fleischkonsum ein Dorn im Auge".

    Grüne verteidigen Beschluss

    Im Gemeinderat hat Grün-Rot eine Mehrheit. Bildungsbürgermeisterin Christine Buchheit (Grüne) verteidigte den Vorschlag:

    Wir wollen die Kostensteigerungen im Rahmen halten.

    Christine Buchheit (Grüne)

    Gutes Fleisch sei ein Preistreiber. Auch der Landeselternbeirat Baden-Württemberg formulierte deutliche Einwände. Eltern müssten bereits für die Beförderung der Kinder zur Schule zahlen, sagte der Vorsitzende, Michael Mittelstaedt. Neue Kosten für Eltern dürfe es nicht geben. "Mit welcher Rechtfertigung soll denn vegetarisches Essen mehr kosten als fleischhaltiges Essen? Bio-Siegel? Lachhaft", sagte Mittelstaedt.
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    Preise sollen steigen

    Es sei eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft, Essgewohnheiten zu ändern. "Damit wären Subventionen hier mehr als angebracht." Der Vizevorsitzende des Freiburger Gesamtelternbeirats, Sebastian Kölsch, kritisierte, der Elternbeitrag für ein Schulmittagessen von derzeit von 3,90 Euro solle bis September übernächsten Jahres auf 4,80 Euro steigen.
    "Freiburg liegt mit seinen Preisen bei Großstädten im Südwesten nach unseren Recherchen schon jetzt an der Spitze", sagte er. Kölsch bemängelte zudem, dass es künftig keine Wahlmöglichkeit mehr für die Kinder geben solle. Der Gesamtelternbeirat könne sich ein Streichen des Fleisches vorstellen - etwa durch zwei vegetarische Gerichte.

    Die Wahl zwischen Gemüselasagne und Dampfnudeln ist auch eine Auswahl.

    Sebastian Kölsch, Vizevorsitzender des Freiburger Gesamtelternbeirats

    Auch eine optionale Fleischbeilage zum vegetarischen Gericht sei denkbar, zum Beispiel einmal wöchentlich. In Karlsruhe, einer anderen badischen Großstadt, gibt es keine vergleichbaren Pläne. Das Angebot eines zweiten Menüs sei wichtig, um auf die persönlichen Vorlieben der Essensteilnehmer einzugehen und damit die Akzeptanz zu erhöhen, teilte eine Sprecherin der Stadt mit.
    Quelle: dpa

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