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Freizeit-Monitor 2021 : Ein Volk der Chiller und Couchsurfer

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In ihrer Freizeit lümmeln die Deutschen am liebsten daheim herum. Und Outdoor-Action? Dafür bekommen viele "den Hintern nicht hoch", so das Ergebnis des Freizeit-Monitors 2021.

Schön auf der Couch lümmeln und mit dem Smartphone oder Laptop daddeln - so verbringen Millionen Deutsche ihre Freizeit am liebsten. Sie surfen im Internet, spielen, chatten und haben es dabei gern gemütlich.

Faszination Internet ungebrochen

Laut aktuellem Freizeit-Monitor der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, der jetzt veröffentlicht wurde, beschäftigen sich 97 Prozent der befragten Bundesbürger in ihrer Freizeit regelmäßig mit dem Internet.

Freizeit ist für viele Bundesbürger von einer Aktivität zu einer Passivität geworden. Im Vordergrund stehen Erholung, Unterhaltung und Berieselung.
Ulrich Reinhardt, Stiftung für Zukunftsfragen

Sich passiv den Medien zuzuwenden, sei für viele Menschen "faszinierend", sagt Ulrich Reinhardt, der wissenschaftliche Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen. Gleichzeitig macht Reinhardt auf einen interessanten Widerspruch aufmerksam:

Zwischen den tatsächlichen Freizeitaktivitäten und den Freizeitwünschen liegen Welten. Denn nur die wenigsten Deutschen schaffen es in ihrer Freizeit, das zu tun, was sie eigentlich wollen und was sie am liebsten machen würden.
Ulrich Reinhardt

Viele Deutsche bekommen den Hintern nicht hoch

Ein Beispiel: Statt mit Freunden Chat-Nachrichten darüber auszutauschen, dass man sich doch mal wieder "richtig" treffen müsse, würde es fast jeder der Befragten vorziehen, sich tatsächlich persönlich zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen.

Allerdings schaffen es viele nicht, sich einen Ruck zu geben: von der Couch raus vor die Haustür. Viele Leute bekommen "sprichwörtlich nicht den Hintern dafür hoch", so Reinhardt.

Einen großen Spaßfaktor verbinden die Deutschen laut Freizeit-Monitor etwa mit Tages- und Wochenendausflügen - solche sozialen Aktivitäten mit Freunden unternimmt aber kaum jemand. Zwei Drittel der Befragten gaben auch an, gern Freunde daheim zu treffen, aber nur 17 Prozent machen das tatsächlich.

Bequem auf der Couch: Streamen, spielen, shoppen

Die Werte könnten pandemiebedingt so gering sein, allerdings sieht es bei der Freizeitaktivität "außerhäuslich etwas mit Freunden machen" genauso aus: 64 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen das Spaß mache. Aber nur 15 Prozent sagten, dass sie es auch tatsächlich machten.

Während der Pandemie haben die Deutschen ihre Freizeitaktivitäten hauptsächlich in die eigenen vier Wände verlegt. Starke Zuwächse verzeichnet der Freizeit-Monitor bei Aktivitäten wie Serien oder Filme streamen, Zeit am Computer verbringen, Videospiele spielen, Onlineshoppen oder auch einem Hobby im Haus nachgehen.

Lust an der Körperpflege verloren gegangen

Dagegen geben die Deutschen an, sich im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie deutlich weniger mit der Körperpflege zu beschäftigen: "Durch Homeoffice und geschlossene Angebote sinken der Stresslevel und die körperlichen Anstrengungen in der Freizeit ebenso wie die Notwendigkeit, frisch rasiert und frisiert das Haus zu verlassen", meint Ulrich Reinhardt.

Entsprechend seltener pflegen sich die Bürger in Ruhe oder relaxen in der Badewanne - da es schlichtweg nicht nötig ist.
Ulrich Reinhardt

Interessant auch, dass die Deutschen im Langzeitvergleich zwischen 1986 und 2021 immer unzufriedener mit der Qualität ihrer Freizeit werden. Wurden vor 35 Jahren noch zwei Drittel aller ausgeübten Freizeitaktivitäten mit Spaß assoziiert, sind es aktuell nur noch gut ein Drittel aller Freizeitbeschäftigungen.

Kleine Renaissance des Naturerlebnisses

Immerhin scheinen die Deutschen ihre Freude an Naturerlebnissen wiederentdeckt zu haben. Jeder zweite Befragte gab an, sich regelmäßig - also mindestens einmal pro Woche - in der Natur aufzuhalten. Im Ranking liegt der Spaßfaktor auf Platz drei.

"Das Naturerlebnis ist insgesamt relevanter geworden, entspricht dem Zeitgeist", sagt Reinhardt. Vieles deute darauf hin, dass das auch künftig so sein werde.

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