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Mit Demos "zurück in die Öffentlichkeit"

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Fridays for Future - Mit Demos "zurück in die Öffentlichkeit"

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Lange hatte Fridays for Future Corona-Pause. Jetzt ruft die Bewegung zu Demos auf. Der Versuch, wieder mehr in die Öffentlichkeit zu rücken, vermuten Kommunikations-Forscher.

"Fridays for Future" ruft zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie wieder zum globalen Klima-Protest auf. So auch in Berlin. Unter Corona-Bedingungen wird der jedoch zur Herausforderung.

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Zehntausende Jugendliche waren für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Das war vor Corona. In der Krise blieb Fridays für Future (FFF) bisher seinem Credo treu, auf die Wissenschaft zu hören. Und das bedeutete: Massendemos sind tabu, wenn es darum geht, die Pandemie einzudämmen. Damit allerdings macht die Bewegung jetzt Schluss: Weltweit ruft sie zum "Global Climate Strike" mit Protesten auf.

Eine "Gratwanderung", glaubt Mike Schäfer, Professor für Wissenschaftskommunikation an der Uni Zürich. Natürlich sei die Gefahr von Ansteckungen bei den Demos da – trotz aller Sicherheitsmaßnahmen.

Andererseits kann und will man sicherlich nicht zu lang warten, um nicht die Mobilisierungsfähigkeit der eigenen Unterstützer und die Wirkung auf die Öffentlichkeit zu sehr zu verlieren.
Mike Schäfer

FFF wolle den Druck auf die Politik aufrechterhalten. "Die Klimawandel-Problematik verschwindet ja nicht", so Schäfer.

Die Bewältigung des Klimawandels galt vor Ausbruch des Coronavirus als die größte Herausforderung für die Menschheit.

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Kommunikationswissenschaftlerin: "FFF bedient mediale Logik"

"Dass es ein Anliegen ist, wieder stärker in den Blick der journalistischen Berichterstattung zu kommen, halte ich für plausibel", sagt auch die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Monika Taddicken von der TU Braunschweig.

Bilder von Demonstrationen bedienen verschiedene Nachrichtenfaktoren, die die journalistische Arbeit leiten, und damit die mediale Logik.
Monika Taddicken

Es sei möglich, dass in der Öffentlichkeit in den letzten Monaten der Eindruck entstanden sei, die Bewegung pausiere oder habe sich "gar aufgelöst". Die Wissenschaftlerin denkt allerdings nicht, dass die Demo-Pause Fridays for Future wirklich geschadet hat. Die könnte schließlich auch "als verantwortungsvoller Umgang mit der Situation bewertet werden", so Taddicken.

Die Bundeskanzlerin empfängt Greta Thunberg mit einigen Mitstreiterinnen an diesem Donnerstagvormittag im Kanzleramt.

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FFF will sich an Auflagen und Hygienekonzepte halten

Und: "Die Online-Proteste haben natürlich auch während der Pandemie weiter angehalten", ergänzt Anne Reif, Taddickens Kollegin an der TU. Aus einem Projekt am Institut wisse man, dass sich die FFF-Anhänger sehr stark mit den Zielen und Werten der Bewegung identifizieren. Und aus der Überzeugung handeln, "dass Politik und Bevölkerung noch etwas gegen die verheerenden Probleme, die der Klimawandel in Zukunft mit sich bringen wird, tun können." Dass FFF an Ansehen verloren habe, glauben die Kommunikationswissenschaftlerinnen daher nicht.

Fridays for Future selbst betont, dass sich die Bewegung an Auflagen und Hygienekonzepte halten werde und mit Behörden und Gesundheitsämtern "in engem Kontakt" stehe. "Der Schutz der Demonstrierenden hat für uns Priorität", teilt FFF-Pressesprecherin Fabia Klein auf Anfrage mit. Und:

Wir als Fridays for Future gehen Hand in Hand mit der Wissenschaft, so ist es trotz der Pandemie wichtig Präsenz zu zeigen.
Fabia Klein

Erst letzte Woche hatte bereits Greta Thunberg erklärt: "Wir tun das, um ein Signal zu senden, dass wir diese Krise als Krise behandeln müssen."

Politiker als Konkurrenten um öffentliche Aufmerksamkeit

Also nahtlos anknüpfen an die Zeit vor Corona? Schäfer hat daran Zweifel.

Das Momentum der FFF-Bewegung war monatelang unterbrochen. Es ist immer schwerer, ein zweites Mal Fahrt aufzunehmen als beim ersten Mal.
Mike Schäfer

Inzwischen hätten sich außerdem Akteure wie EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und sogar Bundeswirtschaftsminister Altmaier gemeldet, die sich auch als "Klimaschützer positionieren wollen und damit Konkurrenten um die öffentliche Aufmerksamkeit sind." Aber: An Glaubwürdigkeit habe Fridays for Future nicht eingebüßt, meint auch Schäfer. Die Bewegung habe sich schon früher als beständiger erwiesen als viele dachten.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion

Die neue EU-Kommissionspräsidentin hat ihr Vorhaben für den Klimaschutz in Straßburg vorgestellt. Ziel sei es, dass Europa bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent der Welt wird.

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