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Terra X - die Wissens-Kolumne : Warum unser Leben an den Fröschen hängt

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Er ist klein, meist grün oder braun und quakt - doch der Frosch ist für den Menschen ungemein wichtig. Ohne die Amphibien wäre nicht nur unser Trinkwasser in Gefahr.

Terra X - Die Wissens-Kolumne: Fabian Mühlberger

In der neuen Terra-X-Kolumne auf ZDFheute beschäftigen sich ZDF-Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten wie Harald Lesch, Mirko Drotschmann und Jasmina Neudecker jeden Sonntag mit großen Fragen der Wissenschaft - und welche Antworten die Forschung auf die Herausforderungen unserer Zeit bietet.

Frösche hüpfen bereits seit Hundertmillionen von Jahren auf der Erde umher und haben es in dieser Zeit weit gebracht. Mehr als 7.500 verschiedene Arten sind derzeit bekannt. Und noch werden jedes Jahr Dutzende neu beschrieben, sodass diese Zahl wächst und wächst. Das ist eigentlich total absurd, aber erstmal ein genauerer Blick auf die beeindruckende Vielfalt dieser Tiere.

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Es gibt ganz kleine und ganz große Frösche

Für Menschen sind Frösche oftmals nichts Besonderes, dabei hat die Evolution bei ihnen genau wie bei uns Säugetieren wahre Wunder vollbracht. Das kleinste Wirbeltier der Welt, der nur acht Millimeter große Frosch "Mini Mum" (kein Scherz, so lautet der wissenschaftliche Name), hat mit dem gewaltigen 40 Zentimeter langen und bis zu 3,5 Kilogramm schweren Goliathfrosch genauso viel gemein wie eine Maus mit einem Blauwal.

Es gibt Frösche, die keine Lungen mehr haben und niemals im Leben das Wasser verlassen, andere können kaum schwimmen und drohen sogar in Pfützen zu ertrinken. Manche gleiten durch die Baumkronen, während andere sich wie Maulwürfe durchs Erdreich graben. Es gibt winzige Frösche, die in den Bauen von Vogelspinnen leben und diese von Schädlingen befreien, andere sind so groß, dass sie selbst die Vogelspinnen verspeisen. Viele Arten sind liebevolle Eltern, die ihren Nachwuchs bis aufs Blut verteidigen und ihre Kaulquappen in der Haut des eigenen Rückens oder sogar wie Kängurus in Beuteln aufziehen. Frosch ist eben nicht gleich Frosch!

Fabian Mühlberger zeigt, welche Rolle Frösche in unserem Öko-System spielen und was passiert, wenn wir nicht auf dieses quakende Frühwarnsystem hören.

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Frösche sind vom Aussterben bedroht

Trotz der Vielfalt haben Frösche ein Problem: Sie sterben aus. Wir hören oft vom Artensterben und sehen dann Bilder von Eisbär, Tiger, Nashorn und Co. Alle niedlich, flauschig oder imposant. Von allen Tiergruppen sind es aber die unscheinbaren Frösche, die unter der höchsten Aussterberate leiden.

Wir wissen so wenig über Frösche, aber wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir bereits mehr als 200 Arten allein in den letzten 30 Jahren verloren haben. Die UN haben 40 Prozent der verbliebenen 7.500 Arten als vom Aussterben bedroht erklärt - obwohl immer noch mehr Arten entdeckt werden. Das ist nicht nur unglaublich traurig, sondern auch der Beginn einer ökologischen Katastrophe.

Frösche brauchen gleich zwei Lebensräume

Darüber hinaus sind Frösche auch noch auf zwei komplett unterschiedliche Lebensräume angewiesen: Wasser als Kaulquappe und Land als erwachsener Frosch. Das macht sie doppelt empfindlich, denn wird nur ein Habitat gestört, verschwinden die Tiere aus beiden. Das kann ungeahnte Folgen haben.

Frösche spielen eine sehr wichtige Rolle als kleine Raubtiere im Ökosystem  und sind auch selbst Beute für viele andere Tiere. Ihr Verschwinden kann eine irreparable Kettenreaktion des Artensterbens auslösen.

Was Frösche für die Menschen tun

Auch uns Menschen betrifft das weltweite Froschsterben bereits jetzt akut. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Gebieten mit Malaria, Dengue, Zika, Gelbfieber und Co. Mehr als eine Million Menschen sterben jährlich an diesen Krankheiten und schon heute steigt diese Zahl deutlich in Regionen, wo Froschbestände einbrechen. Frösche verschwinden, die Krankheiten übertragenden Insekten vermehren sich. Das führt direkt zum Verlust von Menschenleben.

Auch das Trinkwasser für unzählige Menschen hängt von den Amphibien ab. Als Kaulquappen fressen sie sich im Wasser voll und gehen dann als kleine Frösche an Land. Pragmatisch betrachtet ist so ein Frosch ein Nährstoffpaket, das das Wasser verlässt und somit Algen den Dünger entzieht. Das Resultat ist nährstoffärmeres, klares Wasser. Ein Phänomen, das z.B. in ländlichen Gegenden Afrikas oder Indiens besonders wichtig ist, wo Menschen von solchen Gewässern abhängen.

„Unser Trinkwasser ist sauber“ – zumindest denken das etwa 90 Prozent der Deutschen. Aber auch Rückstände aus unserem Abwasser finden ihren Weg ins Trinkwasser.

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Man beobachtet es aber nicht nur in den Tropen, sondern sogar im eigenen Gartenteich macht es sich schnell bemerkbar: Setzt man z.B. Fische ein, so verdrängen sie die meisten Amphibien und das Wasser trübt sich schnell durch Algen.

Frösche als Indikatoren für eine gesunde Umwelt

Vor allem sind Frösche aber unsere Indikatoren für eine gesunde Umwelt. Ihre Empfindlichkeit gegenüber Klimaschwankungen, Umweltverschmutzung oder -zerstörung ist ein Frühwarnsystem, das uns deutlich sagt: Wenn sich jetzt nichts ändert, dann verschwinden nicht nur die Frösche, sondern die Ökosysteme der Welt, die auch unsere Lebensgrundlage sind, geraten unwiederbringlich aus dem Gleichgewicht.

Das Gute an einer frühen Warnung ist, dass wir noch Zeit haben, diese dramatische Zukunft abzuwenden. Auch man selbst kann dazu beitragen. Greifen wir im Supermarkt z.B. zum regionalen Öko-Apfel oder zum Kaffee aus einem zertifizierten Agroforstsystem, so werden schon deutlich weniger Habitate vernichtet oder mit Pestiziden verschmutzt. Es sind tausend kleine Entscheidungen, die den großen Unterschied machen.

Unsere Erde wandelt stetig ihr Gesicht und stellt das Leben vor besondere Herausforderungen. Welche Fähigkeiten haben Tiere entwickelt, um den Veränderungen zu begegnen?

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