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Japan kämpft mit den Folgen - Fukushima zehn Jahre nach der Katastrophe

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Zehn Jahre nach der Nuklear-Katastrophe kämpft Japan immer noch mit den Folgen. Das betrifft sowohl den havarierten Kraftwerkskomplex als auch das verseuchte Umland.

Archiv 08.03.2019: Speichertanks für radioaktives Wasser in Fukushima in Japan.
Speichertanks für radioaktives Wasser in Fukushima in Japan (Archivbild).
Quelle: reuters

Fukushima steht für eine dreifache Katastrophe: Ein Erdbeben, ein Tsunami und der erste GAU in der japanischen Geschichte. Die Zerstörung durch die Naturgewalten hat Japan bereits weitgehend beseitigt. Doch für die Nuklearkatastrophe gilt das nicht.

Trotz enormer Anstrengungen werden die Aufräumarbeiten im Kraftwerkskomplex noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Und auch im Umland ist die Entseuchung noch längst nicht abgeschlossen.

Alles im Griff, möchte Japans Regierung zeigen. Keineswegs: erstarrte radioaktive Lava in der Tiefe, 1000 Tanks mit radioaktivem Wasser. Die Reaktorkatastrophe ist nicht zu Ende.

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28 min
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Fukushima: Fortschritte - aber nicht beim Problem mit der Kernschmelze

Im Kraftwerkskomplex Fukushima Daiichi hat der Betreiber TEPCO in den vergangenen zehn Jahren viel erreicht: Weite Bereiche des Areals wurden von Strahlung gesäubert. Die radioaktive Belastung für die 4.000 Arbeiter, die dort Tag für Tag gegen die Folgen der Reaktorkatastrophe kämpfen, ist zurückgegangen.

Auch die Bergung der Brennelemente geht voran: Das Lagerbecken von Block 4 ist schon geräumt, in Block 3 stehen die Arbeiten im Februar 2021 kurz vor dem Abschluss. Doch diese Erfolge bei den intakten Brennelementen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es beim entscheidenden Problem, der Kernschmelze, auch nach zehn Jahren kaum Fortschritte gibt.

Noch vor den Olympischen Spielen wurden die Verwüstungen des Jahrtausend-Erdbebens und -Tsunamis beseitigt. Reporter gehen der Frage nach, wie es um die Folgen des Reaktorunfalls steht.

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Weil die Kühlung ausgefallen war, schmolzen im März 2011 in den Reaktoren 1 bis 3 die Brennelemente. Dabei entstand radioaktive Lava, die in die Tiefe floss und sich in die Fundamente der Kellerräume fraß. Bisher gibt es weder für die Bergung ein Konzept noch für die spätere Zwischen- und Endlagerung dieser Schmelze.

Rückeroberung des verstrahlten Landes

Japan hat der Strahlung den Kampf angesagt. Die ganze Präfektur Fukushima wurde großflächig entseucht. Es galt, das Land von winzigen radioaktiven Staubpartikeln zu befreien. Vor allem geht es um das Isotop Cäsium-137 mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren. Im Jahr 2041 wird davon also erst die Hälfte zerfallen sein.

Große Bauunternehmen haben im Auftrag der Regierung Gebäude und Straßen abgewaschen. Auf Spielplätzen, Parks und auch auf landwirtschaftlichen Flächen haben sie die oberen fünf Zentimeter Boden abgetragen. Bis heute zeugen davon unzählige schwarze Säcke - gefüllt mit kontaminiertem Material. Insgesamt sind es 14 Millionen Kubikmeter.

All das wird jetzt nach und nach weggeräumt und auf eine zentrale Deponie in der Nähe des Reaktorkomplexes gebracht. Nordwestlich vom havarierten Kraftwerk gibt es aber immer noch eine so stark belastete Region, dass dorthin eine Rückkehr auf lange Zeit nicht möglich sein wird.

Leben und Landwirtschaft in der Nachbarschaft des Katastrophenreaktors

Viele Gegenden im Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk wurden zum Bewohnen freigegeben. Sogar Landwirtschaft ist wieder möglich - dank zweier Anpassungsstrategien:

Erstens, die Menge der radioaktiven Partikel auf den Feldern reduzieren. Das geht etwa durch das Entfernen der besonders belasteten oberen Schicht, oder durch Unterflügen. Die zweite Strategie ist, zu verhindern, dass die landwirtschaftlichen Produkte Radioaktivität aufnehmen. Auch dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Zum Beispiel Kalium auf das Feld bringen. Statt des radioaktiven Cäsiums nehmen die Pflanzen dann Kalium auf. Besonders bei Reis hat sich diese Methode bewährt. Man macht sich zu Nutze, dass Cäsium zwar sehr gut wasserlöslich ist, sich aber nicht mit Fett verbindet. Rapsöl von einem kontaminierten Feld ist aus diesem Grund sauber. Auch die richtige Ackerfrucht zu wählen, ist entscheidend.

Nach zehn Jahren zeigt sich: Die Menschen in der Region haben gelernt, mit den direkten Auswirkungen der Strahlung umzugehen - nicht aber mit dem indirekten Problem der Überalterung. Nur die alten Leute sind zurückgekehrt, weil die jungen Familien längst woanders ein neues Leben begonnen haben.

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