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Protestaktion bei EM-Spiel - Notlandung im Stadion - Polizei ermittelt

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Ein Greenpeace-Aktivist wollte gegen einen EM-Sponsoren protestieren, und landete mit einem Motorschirm im Stadion. Zwei Menschen wurden verletzt. Nun ermittelt die Polizei.

Bei der missglückten Protestaktion von Greenpeace beim EM-Auftaktspiel Frankreich - Deutschland in München sind zwei Menschen verletzt worden. - Von Olaf Bozdech

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Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich kam es am Dienstagabend zu einem Schreckmoment: Plötzlich gerät ein Motorschirm-Flieger über der Münchner Arena ins Taumeln, kommt Zuschauern gefährlich nahe und landet unsanft auf dem Rasen. Zwei Menschen werden bei der missglückten Aktion, mit der Greenpeace eigentlich gegen den EM-Sponsor Volkswagen protestieren wollte, verletzt.

Das Polizeipräsidium München hat mittlerweile erklärt, dass gegen den Mann ermittelt wird. In einer Pressemitteilung hieß es: "Das Fluggerät wurde sichergestellt. In diesem Zusammenhang wird nun u.a. wegen verschiedener Delikte nach dem Strafgesetzbuch und dem Luftverkehrsgesetz ermittelt." Bei dem Aktivisten handelt es sich laut Münchner Polizei um einen 38-jährigen Mann mit Wohnsitz in Baden-Württemberg.

Pilot verfing sich in Stahlseilkonstruktion

Der Motorschirm-Pilot flog zunächst über dem Stadion und versuchte, einen großen gelben Ball in die Arena sinken zu lassen. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln. Nur mit großer Mühe konnte er einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern. Nach der Notlandung eilten ihm noch zwei Spieler der deutschen Mannschaft zur Hilfe - dann wurde er von zwei Sicherheitskräften abgeführt. Der Aktivist sei festgenommen worden, sagt ein Sprecher der Münchner Polizei.

Auf Bildern ist zu sehen, wie er zuvor noch einige Zuschauer streifte. "Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind", sagt der Polizeisprecher. Über die Schwere der Verletzungen gibt es zunächst keine Informationen.

UEFA: "Rücksichtslose und gefährliche Aktion"

Die Europäische Fußball-Union UEFA sprach von einer "rücksichtslosen und gefährlichen Aktion", die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können. Auch der Deutsche Fußball-Bund verurteilte den Protest:

Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar.
DFB-Sprecher Jens Grittner

"Der Vorgang wird jetzt auch geprüft, bei der Polizei, bei den Behörden hier in München und der UEFA", sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich.

Greenpeace: "Das tut uns wahnsinnig leid"

Eigentlich hätte laut Greenpeace alles ganz anders ablaufen sollen: Die Umweltorganisation forderte bei Twitter von Volkswagen, keine klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos mehr zu verkaufen. Ein Sprecher räumte noch während des laufenden Spiels ein, dass die Aktion missglückt sei - und entschuldigte sich. "Das tut uns wahnsinnig leid", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei.

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Der Plan sei gewesen, dass der Pilot mit einem großen Latexball über das Stadion schwebt, erklärte der Sprecher. Der Ball hätte dann hinab sinken sollen - der Pilot, der auch einen Propeller auf dem Rücken festgeschnallt hatte, sollte gar nicht landen. Technische Schwierigkeiten hätten ihn aber zur Notlandung auf dem Spielfeld gezwungen.

VW: Unbeteiligte Zuschauer in Gefahr gebracht

Volkswagen kritisierte, Greenpeace habe mit der Protestaktion "Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht und es wurden sogar Menschen verletzt." VW sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit und bekenne sich klar zum Pariser Klimaabkommen bis 2050.

Auch in den Sozialen Medien erntete Greenpeace Spott und scharfe Kritik:

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nannte den Piloten in der "Bild"-Zeitung einen unverantwortlichen Abenteurer, "der seine Flugkünste selbst maßlos überschätzt hat und dadurch Leib und Leben von Zuschauern im Stadion ernsthaft gefährdet hat".

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