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Vor 60 Jahren - Der erste Mensch im Weltall - Juri Gagarin

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In 108 Minuten um die Welt. Als erster Mensch umrundete der russische Kosmonaut Juri Gagarin 1961 die Erde. Was ist 60 Jahre danach geblieben?

Vor genau 60 Jahren hat der russische Kosmonaut Juri Gagarin Geschichte geschrieben. Als erster Mensch im Weltall umrundete er in 108 Minuten die Erde. Ein Triumph der Sowjetunion über den damaligen Erzfeind USA.

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Als der erste Mensch im All vor 60 Jahren wieder Boden unter den Füßen hat, wird er zunächst für einen Außerirdischen gehalten. Juri Gagarin überrascht damals die Förstersfrau Anna Tachtarowa mit ihrer Enkelin beim Kartoffelpflanzen auf einem Feld, weil sich die sowjetischen Raumfahrtingenieure beim Landeplatz um Hunderte Kilometer verrechnet hatten.

Wegen des orangfarbenen Raumanzugs und des weißen Helms halten sie Gagarin für ein "Monster", wie die russische Boulevardzeitung "Komsomolskaja Prawda" schreibt. Der Kosmonaut ruft ihnen aber zu: "Ich bin einer von Euch!"

Raumfahrtgeschichte mit Pannen und viel Glück

Russland erinnert in diesen Tagen mit viel Pathos an seinen Helden, der am 12. April 1961 Raumfahrtgeschichte schreibt. In 108 Minuten umrundet der Kampfpilot im Alter von 27 Jahren in seinem Raumschiff Wostok 1 einmal die Erde. Er sieht damit als erster Mensch den Planeten von oben - nachdem die Sowjets schon einen Satelliten und Hunde ins All geschickt haben.

Es ist ein Meilenstein für die Sowjetunion und ein Schock für die USA im Wettlauf der Supermächte im Kalten Krieg. Die kommunistische Propaganda schlachtet dies als Sieg über den Kapitalismus aus.

Raumschiff "Wostok: Panne auch beim Landen

Was damals aber verheimlicht wird: Bei dem Flug läuft nicht alles glatt. "In zehn von den 108 Minuten stand Juri Gagarin kurz vor dem Tod", schreibt die Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" Jahrzehnte später. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre löst sich die Landekapsel nicht wie vorgesehen vom Geräteteil des Raumschiffs "Wostok" (Osten). Sie dockt nur deshalb schließlich ab, weil beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht abgetrennte Verbindungskabel durchbrennen.

Ein Weltraumradar in Koblenz schreibt Geschichte. Das Gerät soll dafür sorgen, dass Satelliten im All Weltraumschrott ausweichen können.

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Auch beim Landen an der Wolga im Süden gibt es eine Panne: Ein Fallschirm löst sich und verheddert sich dabei nur durch Glück nicht in dem Hauptfallschirm. Ansonsten hätte es Gagarin wohl sein Leben gekostet.

Seine Landekapsel sollte eigentlich bei Wolgograd 900 Kilometer südöstlich von Moskau aufsetzen, landet stattdessen aber nahe der nördlich gelegenen Stadt Saratow.

Juri Gagarin: Ein Leben am Limit

Juri Alexejewitsch Gagarin hat damals durchaus einkalkuliert, dass sein Pionierflug tragisch enden könnte. Mehrere Testraketen sind zuvor schon beim Start explodiert. Gagarin schreibt vor seinem Flug einen Abschiedsbrief an seine Frau Valentina: "Ich habe ehrlich gelebt und zum Nutzen der Menschen - auch, wenn dieser Nutzen klein war", heißt es in einem Buch über den Raumfahrer.

Wer schon immer mal ins All wollte, kann sich bei der europäischen Raumfahrtagentur bewerben. Denn zum ersten Mal seit elf Jahren sucht die ESA neue Astronautinnen und Astronauten.

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Der Sohn einer Bäuerin und eines Tischlers wird am 9. März 1934 im Dorf Kluschino im Westen Russlands geboren. Bei Moskau lernt er den Beruf des Gießers, wird später Pilot bei den Luftstreitkräften.

Der Flug ins Weltall macht ihn über Nacht international berühmt. Nach seinem spektakulären Flug machen Gerüchte von Wodka-Exzessen und Frauengeschichten die Runde.

Am 27. März 1968 stürzt er beim Test eines Jagdflugzeugs vom Typ MiG-15 UTI bei Moskau ab. Um seinen tragischen Tod ranken sich viele Legenden, weil die Umstände des Unglücks lange geheim geblieben sind. Gagarins Urne wird bei einem Staatsbegräbnis in der Kremlmauer beigesetzt.

Rituale in Erinnerung an den ersten Weltraumflug

Wenn heute Raumfahrer zur ISS wie damals Gagarin vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur - in der Republik Kasachstan - aufbrechen, dann gibt es Rituale in Erinnerung an den ersten Weltraumflug: neben dem Pflanzen eines Baums "pinkeln" die Raumfahrer gegen die Reifen eines Busses, wie es der erste Kosmonaut vor 60 Jahren getan hat.

"Gagarins Flug wirkt bis heute nach", sagt der Berliner Historiker Arnd Bauerkämper. Der Kosmonaut prägt damals den Begriff des "blauen Planeten" und schwärmt bei seinem Flug: "Ich sehe die Erde! Sie ist so wunderschön!" Damals wie heute ist der Kosmonaut zugleich ein Hoffnungssymbol vieler junger Menschen. Nach dem Motto: Jeder kann ins All fliegen, wenn er dafür die Eignung hat - selbst ein einfacher Junge aus der Provinz.

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