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Galapagos: Wo Chinas schwimmende Stadt fischt

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Überfischung und Vermüllung - Galapagos: Wo Chinas schwimmende Stadt fischt

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Mit über 250 Booten fischt China vor den ökologisch wertvollen Galapagosinseln. Ecuador ist besorgt, aber machtlos.

Chinesisches Fischereiboot ist vor San Cristobal von Ecuador festgesetzt worden
Ein chinesisches Fischerboot ist vor San Cristobal von Ecuador festgesetzt worden.
Quelle: imago

"Es gab in den letzten Wochen zwei Alarmsignale", sagt Xavier Salgado von der Organisation Nachhaltige Umwelt Guayaquil im Gespräch mit ZDFheute. "Das Erste war, dass im Mai in Hongkong 26 Tonnen Haifischflossen beschlagnahmt wurden. Von zwei Arten, die es nur bei uns an den Galapagosinseln gibt."

Wenig später gab es dann Alarmsignal Nummer zwei:

Als die ecuadorianische Marine bei einer Pressekonferenz im Juli bekannt gab, dass sie 260 chinesische Schiffe in internationalen Gewässern direkt an der Grenze zur exklusiven Zone an den Galapagosinseln und den Küstern Ecuadors entdeckt hatte.
Xavier Salgado, "Nachhaltige Umwelt Guayaquil"

Wenig später tauchten hässliche Bilder in den sozialen Netzwerken auf. Von unzähligen Plastikflaschen mit chinesischer Aufschrift und abgetrennten Haifischflossen, die an die Strände der Galapagos-Inseln gespült wurden. 

Urheber der Verschmutzung ist offenbar eine rund 250 Schiffe umfassende Flotte chinesischer Fischerboote, die vor den ökologisch sensiblen Galapagosinseln Stellung bezogen hat. In ecuadorianischen Medien wird die "Armada" wegen ihrer Größe eine schwimmende Stadt genannt.

Die Verschmutzung der Strände ist allerdings nur ein Kollateralschaden, denn Ecuador befürchtet eine Überfischung der Gewässer sowie eine Gefährdung bedrohter Tierarten.

Eine Schildkröte umgeben von Plastikmüll.

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Wie Plastik unsere Ozeane bedroht
 

Chinas Fischer kommen immer wieder

Chinas Fischer sind nicht zum ersten Mal gekommen, wie ecuadorianische Medien berichten. "Es ist das vierte Jahr in Folge, dass das Gleiche passiert. Sie fischen in dieser Zone, die wegen des Zusammenflusses zweier Meeresströme außergewöhnlich fischreich ist", sagte Luis Suarez von der Umweltorganisation Conservación Internacional Ecuador der Tageszeitung Metroecuador. Ziel der chinesischen Fischer ist alles, was sich auf den Märkten zu Hause verkaufen lässt.

Die ecuadorianischen Sorgen sind nicht unbegründet: Erst vor drei Jahren wurde die Besatzung eines chinesischen Schiffes wegen illegalen Fischens gefährdeter Hammer- und Seidenhaie zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt. In Ost- und Südostasien gilt Haifischflossensuppe als eine Delikatesse. Wie viel Tonnen Fisch China aus dem Meer zieht, weiß niemand.

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Galapagos: Ökologisches Paradies in Gefahr

Der Archipel liegt fast 1.000 Kilometer von der ecuadorianischen Küste im Pazifik. Die Galapagosinseln gelten als ökologisch besonders wertvoll, gibt es dort doch eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Rund um dieses ökologische Paradies haben nun chinesische Boote Position bezogen, um sich vor Ort an den Fischbeständen zu bedienen.

Zuvor hatten die Vereinigten Staaten auf die Existenz der Flotte aufmerksam gemacht. Das ist juristisch legal, trotzdem ist die ecuadorianische Regierung alles andere erfreut.

Das Seerecht regelt, dass Staaten einen alleinigen Anspruch auf die Ressourcen in einer 200 Seemeilen-Zone vor ihren Küsten haben. So nah kommen Chinas Fischer der Küste aber nicht und verletzen damit also nicht geltendes Recht.

Peking will seine fischende Flotte überprüfen lassen

Diplomatischer Protest aus Quito sowie internationale Berichterstattung über die chinesische Flotte zeigen inzwischen zumindest Wirkung. Peking habe sein Einverständnis gegeben, dass die Flotte besucht und überprüft werden könnte, erklärte am Mittwoch das ecuadorianische Außenministerium.

China hat versichert, dass es die ecuadorianischen Sorgen versteht und respektiert.
Luis Gallegos, Außenminister Ecuador

Zugleich habe China anerkannt, dass die Galapagosinseln ein wichtiges Naturerbe für die gesamte Menschheit sind.

Doch die ecuadorianischen Umweltschützer haben einen anderen Vorschlag. Die Schutzzone müssen wegen der ökologischen Besonderheit auf 350 Seemeilen ausgedehnt werden.

"Das ist ein gemeinsamer Vorschlag der ecuadorianischen Umweltorganisationen", sagt Salgado. Zugleich sollten die unabhängigen Umweltexperten künftig Teil bei Überprüfungen werden.

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