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Studie belegt Zusammenhang - "Gangsta-Rap" könnte Antisemitismus fördern

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Umstrittene Liedtexte: Eine Studie zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von "Gangsta-Rap" und frauenfeindlichen und antisemitischen Einstellungen gibt.

Farid Bang live beim Autokultur-Konzert auf dem Schützenplatz in Hannover am 18.06.2020.
Farid Hamed El Abdellaoui, besser bekannt als Farid Bang, ist ein Gangsta-Rapper wie er im Buche steht - mehrere seiner Alben landeten auf dem Index.
Quelle: picture alliance / Geisler-Fotopress

Studienergebnisse zeigen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gangsta-Rap und antisemitischen sowie frauenfeindlichen und chauvinistischen Einstellungen gibt. Dagegen konnte ein solcher Einfluss auf rassistische Einstellungen nicht festgestellt werden.

"Damit liegen erstmals in einer Jugendbefragung Hinweise darauf vor, dass antisemitische Einstellungen unabhängig von rassistischen Einstellungen existieren", stellten die Forscher fest.

Über 500 Befragte in Nordrhein-Westfalen

Das geht aus einer Studie der Universität Bielefeld hervor, die die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt hat.

"Wir dürfen nicht zusehen, wie Musiker Antisemitismus propagieren und mit gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texten Jugendliche indoktrinieren", sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

Das von ihr beauftragte "Zentrum für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter" der Universität Bielefeld hatte für die Studie in Kooperation mit einem Meinungsforschungsinstitut zwischen 2019 und 2021 Einzelinterviews und Gruppengespräche geführt.

Zusätzlich sei eine - laut Studienleitern - für NRW repräsentative Zielgruppe von 500 Zwölf- bis 24-Jährigen per Fragebogen interviewt worden.

Konsum nicht nur in bildungsfernen Schichten

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gangsta-Rap und der Neigung, antisemitische und frauenfeindliche Aussagen zu teilen, gibt", fasste der Bielefelder Erziehungswissenschaftler Marc Grimm zusammen.
"Antisemitische und frauenfeindliche Einstellungen zeigen sich dabei auch bei Hörer*innen mit höherem Bildungskapital."

Entgegen der weitläufigen Auffassung werde Gangsta-Rap aber nicht überdurchschnittlich häufig von Jugendlichen aus sozial benachteiligten Schichten konsumiert.

Rapper Fler verurteilt.

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Schimpfend verließ er das Gericht, zur Urteilsverkündung tauchte er nicht auf: Rapper Fler wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 10.000 Euro verurteilt.

Antisemitische Einstellungen werden oft nicht verstanden

Mehr als jeder dritte Befragte glaubt, dass Rapper auf wichtige politische Themen aufmerksam machen. Vor allem antisemitische Anspielungen in Text und Bildern würden "häufig nicht als solche erkannt und verstanden".

Während die Ergebnisse einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gangsta-Rap und antisemitischen sowie frauenfeindlichen und chauvinistischen Einstellungen belegten, lasse sich ein solcher Einfluss auf rassistische Einstellungen nicht messbar feststellen.

"Gangsta Rap" beschreibt oft in gewaltverherrlichenden Texten und Bildern das Leben eines Gangsters. Das Musik-Genre ist seit vielen Jahren Teil der Jugendkultur.

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