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GDL-Streik - Weiter massive Ausfälle bei der Bahn

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Bei der Deutschen Bahn kommt es wegen des Lokführerstreiks weiter zu massiven Ausfällen. Am Sonntagmorgen standen rund 70 Prozent der Züge im Fernverkehr still.

Leerer Hauptbahnhof in Dresden am 03.09.2021.
Weiter massive Ausfälle durch den Streik der Lokführer.
Quelle: dpa

Bahnreisende müssen sich wegen des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL auch am Sonntag auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Der Ersatzfahrplan laufe aber stabil, sagte ein Bahnsprecher am frühen Morgen.

Inzwischen würden auch 30 Prozent der Züge im bundesweiten Fernverkehr wieder fahren. Dies soll laut Bahn mehr Urlauberinnen und Urlaubern die Abreise ermöglichen. Im Regional- und S-Bahnverkehr fahren nach Angaben des Unternehmens bundesweit rund 40 Prozent der Züge.

Fahrgäste erstmals am Wochenende von Streik betroffen

Allerdings gibt es regionale Abweichungen. Die Bahn ruft außerdem dazu auf, Reisen - wenn möglich - zu verschieben. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer will den Streik nach einem Sieg vor Gericht bis zum geplanten Ende am Dienstag um 2 Uhr fortsetzen.

Mit der dritten bundesweiten Streikrunde innerhalb weniger Wochen sind Fahrgäste erstmals auch an einem Wochenende von dem Ausstand betroffen. Reisende drängten sich nicht nur in die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn, sondern auch in die Züge privater Anbieter sowie in Reisebusse mit innerdeutschen Zielen.

ZDF-Rechtsexperte Felix Zimmermann erklärt, im Fall der GDL sehe das Gericht nicht die "Voraussetzung der Unverhältnismäßigkeit des Streiks". "In Deutschland ist es selten, dass Streiks untersagt werden." Wie lange der Konflikt noch dauere, sei ungewiss.

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Metropolen und Osten derzeit Streikschwerpunkt

Nach Angaben der Bahn bilden die östlichen Bundesländer sowie einige Metropolregionen weiterhin die Streikschwerpunkte. Seit Beginn der jüngsten Streikwelle am Mittwoch legten demnach mit Stand von Sonntagmorgen 7.017 Lokführer von insgesamt rund 19.700 DB-Triebfahrzeugführerinnen und -führern die Arbeit nieder. Mitarbeitende der Infrastrukturgesellschaften der DB seien hingegen kaum in den Ausstand getreten.

Die GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen.

GDL-Chef lehnte bisherigen Angebote der Bahn ab

Am Wochenende kritisierte Reiner Hoffmann, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), die GDL scharf. Er warf der Lokführergewerkschaft vor, lediglich Einzelinteressen zu verfolgen.

Die Bahn hatte indes versucht, den Streik per Eilantrag gerichtlich stoppen. Ihr Anliegen scheiterte jedoch auch im zweiten Anlauf am Freitag. Zum Streikauftakt im Güterverkehr hatte die Bahn ein neues Angebot vorgelegt. Der Staatskonzern stellt unter anderem eine Corona-Prämie für 2021 von bis zu 600 Euro in Aussicht sowie eine Verkürzung der Laufzeit des Tarifvertrags von 40 auf 36 Monate. Zudem sollen die Löhne in zwei Stufen um 3,2 Prozent steigen. GDL-Chef Claus Weselsky hatte dieses Angebot abgelehnt.

DGB-Chef Reiner Hoffmann während eines Interviews in Berlin.

Kritik an Lokführergewerkschaft - Bahnstreik: DGB-Chef stellt sich gegen GDL 

DGB-Chef Hoffmann stellt sich im Tarifstreit gegen die GDL. Die Lokführer würden Einzelinteressen gegen das Gesamtinteresse aller anderen Bahn-Beschäftigten durchsetzen, sagte er.

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