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Ukrainische Geflüchtete : Wie geht es in Bundesländern wie BaWü weiter?

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Immer mehr Menschen fliehen aus der Ukraine nach Deutschland. Länder und Städte stellt das vor Herausforderungen - Beispiel Baden-Württemberg.

 Eine aus Charkiw über Berlin geflüchtete Familie wartet in der ehemaligen Zollernalb-Kaserne auf ihre Registrierung.
Eine aus Charkiw über Berlin geflüchtete Familie wartet in der ehemaligen Zollernalb-Kaserne darauf, wie es für sie weitergeht.
Quelle: dpa

6.100 Geflüchtete sind in den vergangenen Wochen nach Baden-Württemberg gekommen. Tatsächlich aber dürften es deutlich mehr sein, teilte das für Migration zuständige Justizministerium Baden-Württembergs mit.

Keine Meldepflicht für Geflüchtete aus der Ukraine

Denn: Registriert werden zunächst nur jene Geflüchtete, die in einer Erstaufnahmestelle ankommen oder sich bei der örtlichen Behörde melden, zum Beispiel um eine Arbeitserlaubnis oder finanzielle Leistungen zu beantragen. Ansonsten gibt es keine Meldepflicht für Geflüchtete aus der Ukraine.

Mit ihrer Einreise erhalten sie automatisch ein Touristenvisum und dürfen 90 Tage lang in der EU sein. Wie viele Ukrainerinnen und Ukrainer seit Kriegsbeginn also genau nach Baden-Württemberg gekommen sind, ist unklar. Klar ist aber, die Zahl steigt.

Was abzusehen war, tritt ein: Je stärker sich Putins brutaler Krieg gegen die Zivilbevölkerung richtet, desto höher ist auch die Zahl der Menschen, die vor diesem Krieg nach Baden-Württemberg flüchten.
Marion Gentges (CDU), baden-württembergische Ministerin für Justiz und Migration

Immer mehr Menschen flüchten aus der Ukraine nach Deutschland. Wo Behörden bei Versorgung und Transport an Grenzen stoßen, springen oft freiwillige Helfer ein. Die organisieren sich häufig unabhängig – und verteilen das, was dringend gebraucht wird.

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Herausforderung für die größeren Städte

Gerade für die größeren Städte im Land, dort wo viele Flüchtende ankommen, wird die Versorgung der Menschen zunehmend zur Herausforderung.

Die 9.800 Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes wurden kurz nach Kriegsbeginn um etwa 3.000 aufgestockt. Waren vor Beginn des Krieges nur rund 2.500 Plätze belegt, sind es mittlerweile etwa 7.000.

Seit fast zwei Wochen herrscht Krieg in der Ukraine. Immer mehr Menschen verlassen das Land. Oft sind es Frauen, die mit ihren Kindern Richtung Westeuropa aufbrechen und ihre Männer zurücklassen, die in der Ukraine kämpfen.

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Verteilungsschlüssel gefordert

Zur Unterbringung der Geflüchteten funktioniert die Stadt Stuttgart nun beispielsweise eine Messehalle um, will 800 neue Schlafplätze für die Erstaufnahme schaffen. In anderen Städten werden Geflüchtete in Hotels oder Turnhallen untergebracht.

Ein wenig Abhilfe, dennoch bleibt die Forderung, des Stuttgarter Oberbürgermeisters Frank Nopper (CDU):

Wir müssen dafür sorgen, dass die Kriegsflüchtlinge im Land vernünftig verteilt werden und nicht nur in Stuttgart und anderen Großstädten untergebracht werden.
Frank Nopper, Oberbürgermeister Stuttgart

Landkreise mit freien Kapazitäten melden sich

Wenn ukrainische Geflüchtete in Baden-Württemberg ankommen, werden sie in eine der Landeserstaufnahmestellen (LEA) gebracht. Von dort erfolgt die Weiterverteilung in sogenannte Vorläufige Unterbringungen nach Bevölkerungsquote.

Aktuell sei diese Quote ausgesetzt, teilte das baden-württembergische Justiz- und Migrationsministerium mit. Landkreise, die freie Kapazitäten haben, melden sich, entsprechend wird verteilt.

Der Migrationsforscher Gerald Knaus plädiert bei Markus Lanz für mehr Organisation bei der Verteilung der Geflüchteten aus der Ukraine:

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Große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung

Schon vor Kriegsbeginn hätten rund 17.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Baden-Württemberg gelebt. Bei vielen der Menschen, die nun flüchten, bestünden also Kontakte ins Land, sie könnten zunächst bei Freunden, Verwandten oder Bekannten unterkommen und ihren Aufenthaltsort insofern selbst bestimmen, hieß es vom Ministerium.

Insgesamt gebe es eine große Bereitschaft der Bevölkerung in den Landkreisen, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen - ein Angebot, das gut angenommen werde.

Für die Geflüchteten ein Lichtblick nach den verheerenden Erfahrungen der letzten Tage.

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Schulen: Zusätzliche Lehrstellen notwendig

Unter den Menschen, die aktuell aus der Ukraine flüchten, sind viele Kinder. Neben der Unterbringung geht es deshalb auch darum, wie sie möglichst schnell wieder in die Schule gehen können.

Laut Berechnungen des Philologenverbands Baden-Württemberg könnten bis zu 65.000 Kinder aus der Ukraine zukünftig die Schulen im Südwesten besuchen. Dafür seien bis zu 4.000 zusätzliche Lehrstellen notwendig.

In Polen sollen Flüchtlingskinder aus der Ukraine so schnell wie möglich wieder in die Schule gebracht werden und rasch einen geregelten Alltag haben.

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Deutschkurse gefordert

An sich sei die Eingliederung der Kinder nicht kompliziert, sie seien an die Schule gewöhnt, sagte Verbandschef Ralf Scholl. Das Problem aber sei die Sprachbarriere: Maximal fünf bis zehn Prozent der Kinder würden Deutsch sprechen. Wichtig seien nun vor allem intensive Deutschkurse.

So forderte Scholl die Politik auf, sich intensiv mit der Frage der Integration zu befassen: "Wir brauchen eine Planung, die über die Zeit der Sommerferien hinausgeht."

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Zerstörtes Gebäude und Wrack eines Kozak-Panzerwagens in Donbass

Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

Kämpfe im Donbass erreichen laut Kiew "maximale Intensität", Tote und Verletzte in Charkiw - alle Entwicklungen im Blog.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos

Nachrichten | heute journal - Kanzlerrede auf Weltwirtschaftsforum 

Bundeskanzler Scholz hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für neue Formen der internationalen Zusammenarbeit geworben. Den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine bezeichnete Scholz als …

26.05.2022
von Anne Gellinek
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