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Erste Bischofs-Generalsekretärin - Gilles - mehr als nur ein symbolischer Akt

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Die Theologin Beate Gilles leitet künftig das Sekretariat der Bischöfe. Die Entscheidung ist mehr als nur ein symbolischer Akt, um von anderen Debatten abzulenken.

Dr. Beate Gilles
Beate Gilles tritt am 1. Juli ihr Amt als erste Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz an.
Quelle: Schnelle/Deutsche Bischofskonferenz/obs

Als der Jesuitenpater Hans Langendörfer, der knapp 25 Jahre Sekretär der Bischofskonferenz war, für Ende 2020 seinen Rückzug ankündigte, wurde schnell die Forderung laut, der Posten müsse mit einer Frau besetzt werden, um ein Zeichen zu setzen. Viele Beobachter waren bis zuletzt skeptisch, dass die Bischöfe diesen Schritt wirklich wagen.

Der Konferenz-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, bezeichnete die Wahl heute als einen wichtigen Tag für die katholische Kirche in Deutschland. Er sehe sie "als starkes Zeichen, dass die Bischöfe ihrer Zusage nachkommen, Frauen in Führungspositionen zu fördern".

Gilles bekennt sich zum "Synodalen Weg"

Die Wahl der Theologin zeigt aber auch, dass ein großer Teil der Bischöfe Veränderungen möchte. Gilles ist sicherlich keine "Alibi-Wahl". Sie bekannte sich in ihrem ersten Statement klar zum "Synodalen Weg", jenem Prozess, den die Bischöfe im Februar 2020 zusammen mit den Laien begonnen haben, um durch Reformen in Struktur und Lehre wieder Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei den Menschen zurückzugewinnen.

Vor allem konservative Kreise lehnen das Vorhaben ab. Mit dem "Synodalen Weg" habe etwas Neues begonnen, das alle Seiten aus ihrer Komfortzone herauslocke.

Es ist gerade eine herausfordernde, aber auch spannende Phase für die katholische Kirche in Deutschland.
Beate Gilles

Reformen für glaubwürdiges Auftreten der Kirche

Gilles leitete in den letzten Jahren im Bistum Limburg das Dezernat für Kinder, Jugend und Familie. Sie weiß daher um die Herausforderungen, die der Generationenabriss für die Kirche bedeutet und wie wichtig Reformen sind für ein glaubwürdiges Auftreten der katholischen Kirche.

Die 50-Jährige sieht in ihrer Leidenschaft für Ausdauersport eine gute Voraussetzung für die neue Aufgabe. Vom Marathon wisse sie, dass man einen langen Atem brauche. Den muss sie auch in ihrer neuen Aufgabe haben, wenn es darum geht, die unterschiedlichen Interessen der aktuell 68 katholischen Bischöfe zusammenzuführen und im Sinne der katholischen Kirche Netzwerke zu knüpfen mit Vertreter*innen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Seit Monaten wächst die Kritik an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Katholischen Kirche. Kölns Kardinal Woelki sieht sich derzeit besonders mit Vorwürfen konfrontiert, wegen Zurückhaltung eines Gutachtens. Dazu berät die Bischofskonferenz.

Beitragslänge:
2 min
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Zweifel an Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in Eigenregie

Mit der Wahl von Gilles konnten die Bischöfe in der Öffentlichkeit punkten. Schwierig wird das beim zweiten wichtigen Thema der Frühjahrsvollversammlung, der Aufarbeitung und Aufklärung des Missbrauchsskandals. Die Vorgänge im Erzbistum Köln schüren weiter Zweifel daran, dass der Kirche eine unabhängige und transparente Aufarbeitung in Eigenregie gelingen könnte.

Betroffene haben im Vorfeld der Beratungen erneut eine unabhängige staatliche Aufarbeitung gefordert. Die Bischöfe, die zum großen Teil über die Kölner Wirren selbst verärgert sind, wollen an ihrem Kurs festhalten und selbst unabhängige Gremien mit der Aufarbeitung beauftragen.

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