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"Die Anklage ist nur ein Anfang"

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Polizist in Fall Floyd verhaftet - "Die Anklage ist nur ein Anfang"

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Nach dem Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz ist einer der beteiligten Polizisten wegen Mordes angeklagt. Für viele Demonstranten ist das nicht genug.

Im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd wurde einer der Polizisten wegen Totschlags angeklagt. Floyds Tod hat die US-Rassismus-Debatte gewaltsam aufflammen lassen.

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Der weiße Polizist hatte minutenlang auf George Floyds Hals gekniet, obwohl dieser um Hilfe flehte. Er starb an den Folgen nur kurze Zeit später. Nun wurde der Polizist wegen Mordes und Totschlags angeklagt.

"Wir haben Beweise, wir haben die Videos von Passanten dieser schrecklichen Tat, die wir alle mehrfach gesehen haben, wir haben Bilder der Bodycam des Polizisten und wir haben Zeugenaussagen", sagte der zuständige Staatsanwalt Freeman. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Polizisten nun bis zu 25 Jahre Gefängnis. Gegen die anderen drei beteiligten Polizisten wird noch ermittelt.

Angeklagter Polizist schon zuvor durch Brutalität aufgefallen

So schnell habe seine Behörde in einem vergleichbaren Fall noch nie eine Anklage erhoben, sagte Freeman. Für ihn hätten dabei auch die Ausschreitungen in Minneapolis eine Rolle gespielt. Der angeklagte Polizist war bereits zuvor durch Brutalität im Dienst aufgefallen.

Doch auch nach mehreren Beschwerden hatte dies keine strafrechtlichen oder disziplinarischen Konsequenzen für ihn, berichtet die Organisation Communities United Against Police Brutality.

Fall George Floyd: Alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden

"Die Verhaftung und die Anklage des Polizisten sind nur ein Anfang", sagt Martin Luther III., einer der Söhne des bekannten Bürgerrechtlers dem Nachrichtensender CNN. Seiner Meinung nach sollten alle beteiligten Polizisten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Wut, die sich aktuell auf den Straßen gegen diese Tat entlädt, erinnert tatsächlich ein wenig an die Unruhen während der Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahre.

Polizeigewalt in Minneapolis -
"Weiße müssen endlich für Schwarze einstehen"
 

Der Tod von George Floyd durch einen Polizeieinsatz hat die USA erschüttert und zu Ausschreitungen geführt. Rassismus und Gewalt sind unser Alltag, sagen Schwarze im ganzen Land.

von Alica Jung
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Proteste in Minneapolis: Trump droht Demonstranten

US-Präsident Trump drohte den Demonstranten in Minneapolis bei Twitter: "Habe gerade mit Gouverneur Tim Walz gesprochen und ihm gesagt, dass das Militär ganz an seiner Seite steht. Wenn es Schwierigkeiten gibt, werden wir die Kontrolle übernehmen, aber wenn die Plünderungen beginnen, beginnt das Schießen".

Mit seinem Satz zu möglichen Schüssen auf Plünderer zitierte Trump einen Satz von 1967, mit dem der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt hatte. Trump relativierte seine Aussage später. Er teilte mit, er hätte nur gemeint, dass Plünderungen zu Waffengewalt führen könnten, was ein Fakt sei.

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Menschen mit Schüssen zu drohen, führe zu weiteren Unruhen, so Martin Luther King III. "Mein Vater sagte immer, Dunkelheit vernichtet keine Dunkelheit, das kann nur Licht. Gewalt kann nicht Gewalt vernichten, das kann nur Liebe."

Der Bürgermeister von Minneapolis Frey hat nun für die Nacht zu Samstag und Sonntag Ausgangssperren erlassen aus Sorge vor weiteren Unruhen. Die Proteste in der US-Großstadt dauerten trotzdem an.

Eine brennende Polizeiwache, geplünderte Geschäfte, Rufe nach Gerechtigkeit: Minneapolis kommt nicht zur Ruhe, nachdem dort ein Schwarzer Amerikaner bei einem brutalen Polizeieinsatz starb. US-Präsident Donald Trump heizte die Lage via Twitter weiter an.

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Polizisten distanzieren sich von Polizeigewalt an George Floyd

Polizeichefs im ganzen Land distanzieren sich nun von der in Minneapolis ausgeübten Gewalt. Art Acevedo, Vorsitzender der Vereinigung von Polizeichefs größerer Städte, sagte dem Wall Street Journal, er könne sich an keine so einhellige Verurteilung einer Gewalttat im Dienst erinnern.

Trotzdem ist Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA nicht neu. Erst im März wurde in Louisville, Kentucky die schwarze Rettungsassistentin Breonna Taylor in ihrem Haus bei einer Polizeidurchsuchung getötet. So gehen auch in Louisville viele Menschen in diesen Tagen auf die Straße und fordern Gerechtigkeit für all jene, die täglich Gewalt und Rassismus erfahren.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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