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Polizist drohen 40 Jahre Haft : Floyd-Prozess: Anklage plädiert auf Mord

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"Das war Mord": Zum Abschluss des Prozesses um den Tod von George Floyd fordert die Anklage eine Verurteilung des Ex-Polizisten Chauvin. Jetzt müssen die Geschworenen entscheiden.

Ein Mann mit dem Porträt von George Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet wurde. (Archivfoto)
Ein Mann mit dem Porträt von George Floyd. (Archivfoto)
Quelle: Jerry Holt/Star Tribune/AP/dpa

Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft für die Tötung des Afroamerikaners George Floyd verantwortlich und muss schuldig gesprochen werden. Dessen exzessive und erbarmungslose Gewaltanwendung habe Floyd umgebracht, sagte Staatsanwalt Steve Schleicher am Montag im Schlussplädoyer am Gericht in Minneapolis. "Das war keine Polizeiarbeit. Das war Mord."

Floyd habe Chauvin bis zu seinem letzten Atemzug gebeten, ihn atmen zu lassen, während dieser neun Minuten und 29 Sekunden auf ihm gekniet habe, sagte Schleicher an die Geschworenen gerichtet. Chauvins Verteidiger Eric Nelson betonte jedoch die Unschuld seines Mandanten.

Anklage: Neun Minuten und 29 Sekunden Überlebenskampf

Schleicher wiederum erklärte, Chauvin habe auf "schockierende" Weise gegen alle Richtlinien der Polizei zur zulässigen Gewaltanwendung verstoßen. Sein Verhalten sei unverhältnismäßig und gesetzeswidrig gewesen. Chauvin sei "weiter auf Floyd geblieben und drückte ihn mit seinem Knie zu Boden", selbst als dieser schon leblos war, sagte Schleicher. 

Floyd habe keinen Puls mehr gehabt, aber Chauvin habe ihn weiter in den "unnachgiebigen" Asphalt gepresst anstatt zu helfen. Der Staatsanwalt betonte den Geschworenen gegenüber immer wieder, dass Floyds Überlebenskampf unter Chauvins Knie neun Minuten und 29 Sekunden gedauert habe - und das obwohl Floyd nur wegen des Verdachts festgenommen worden sei, mit einem falschen 20-Dollar-Schein gezahlt zu haben.

Schleicher erklärte, Floyd habe Chauvin in den ersten fünf Minuten 27 Mal gebeten, ihm Atmen zu lassen. Der Polizist habe dies gehört "aber alles, was er getan hat, war sich über ihn lustig zu machen", sagte Schleicher. Danach sei Floyd verstummt und bald leblos geworden, während Chauvin noch weitere vier Minuten auf ihm kniete.

Verteidigung: Normales Polizeiverhalten

Verteidiger Nelson erklärte, die Anklage habe die Schuld seines Mandanten nicht zweifelsfrei bewiesen. Falls nur ein einziger begründeter Zweifel bestehe, müsse das Urteil auf nicht schuldig lauten, sagte er an die Geschworenen gerichtet. In seinem Plädoyer erklärte er, es könne kein Verbrechen vorliegen, weil es sich bei Chauvins Handeln um berechtigte Gewaltanwendung im Rahmen eines "dynamischen" Polizeieinsatzes gehandelt habe.

Nelson forderte die Geschworenen auf, nicht nur die Minuten zu berücksichtigen, während derer Chauvin auf Floyd kniete, sondern auch die rund 17 Minuten vorher, in denen sich Floyd einer Festnahme widersetzt habe.

Chauvin drohen bis zu 40 Jahre Haft

Nach den Plädoyers werden die Mitglieder der Jury beraten. Der schwerwiegendste Anklagepunkt gegen ihn lautet Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Darauf stehen im US-Bundesstaat Minnesota bis zu 40 Jahre Haft. Nach deutschem Recht entspräche dies eher dem Totschlag.

Zudem wird Chauvin auch Mord dritten Grades vorgeworfen, was mit bis zu 25 Jahren Haft geahndet werden kann. Auch muss er sich wegen Totschlags zweiten Grades verantworten, worauf zehn Jahre Haft stehen. Dieser Anklagepunkt entspräche nach deutschem Recht der der fahrlässigen Tötung. Chauvin hat auf nicht schuldig plädiert.

Gerichtszeichnung: Verteidiger Eric Nelson  (l. ) und der ehemalige Polizeibeamte von Minneapolis, Derek Chauvin (M.), der wegen der Ermordung von George Floyd vor Gerichts steht,  in Minneapolis, Minnesota am 13.04.2021

Prozess um den Tod George Floyds - Experte: Vorgehen von Polizisten angemessen 

"Objektiv vernünftig" und völlig angemessen sei das Vorgehen der Polizei gewesen. Das sagt ein Sachverständiger, den die Verteidigung im Floyd-Prozess als Zeugen aufgerufen hat.

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