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George-Floyd-Prozess - Suche nach "neutralen" Geschworenen

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Großen Einfluss auf das Urteil haben in amerikanischen Prozessen die Geschworenen. Sie sollen unvoreingenommen sein - das stellt sich im Fall George Floyd als Hürde heraus.

Auswahl von Geschwohrenen im Prozess um den Tod von George Floyd.
Auswahl von Geschworenen im Prozess um den Tod von George Floyd.
Quelle: ap

Es ist eingetreten, was von vielen befürchtet wurde: Die Auswahl der Geschworenen im Prozess gegen einen weißen Ex-Polizisten wegen des gewaltsamen Todes von George Floyd verzögert sich. Am Dienstag hat die Wahl der Geschworenen begonnen, zwei Kandidatinnen und ein Kandidat sind schon ausgeschlossen worden.

Die Geschworenen haben im US-Recht eine herausgehobene Bedeutung: Sie allein befinden über Schuld oder Unschuld. Bis zu zwölf Geschworene werden ausgewählt, zudem vier Ersatzkandidaten. Die Auswahl des Gerichts in der Stadt Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota könnte sich bis Ende des Monats hinziehen.

Geschworene müssen neutral sein

Die Kandidaten für die Jury dürfen unter Eid eingehend befragt werden, um sicherzustellen, dass sie nicht voreingenommen sind. In einem so bekannten und ausführlich in den Medien behandelten Fall wie der Tötung Floyds dürfte das eine größere Herausforderung sein.

Im Mai vergangenen Jahres kam der US-Bürger George Floyd ums Leben - ein Polizist kniete minutenlang auf seinem Hals. Nun hat der Prozess begonnen.

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Verteidigung und Staatsanwaltschaft dürfen je eine bestimmte Zahl vorgeschlagener Geschworener ablehnen. Die Juroren bleiben in dem Prozess gegen den ehemaligen Polizisten Derek Chauvin aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres anonym.

Kandidatin ungeeignet wegen ausländischem Akzent

Die erste Kandidatin wurde am Dienstag prompt von der Verteidigung abgelehnt. Die in einem Krankenhaus angestellte dreifache Mutter sprach mit ausländischem Akzent und bezeichnete die Tötung Floyds als "unfair". Damit ließ sie erkennen, dass sie womöglich nicht unvoreingenommen ist. Die Verteidigung äußerte zudem Bedenken, dass ihre Englischkenntnisse ungenügend sein könnten.

"War das Knie des Polizisten die Todesursache? So sieht es die Anklage. Oder waren es die Drogen im Blut des Opfers? So sieht es die Verteidigung". ZDF-Korrespondentin Ines Trams über den Prozessbeginn zum Tod von George Floyd.

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Der zweite Kandidat, ein Chemiker, erklärte, er habe das Video des Polizeieinsatzes gegen Floyd nicht gesehen, er habe aber den Tatort besucht. "Es ist in meiner Stadt passiert und es war ein Riesenereignis."

Der Mann erklärte, er glaube, dass das System der Strafjustiz in den USA Angehörige von Minderheiten generell benachteilige. Er betonte jedoch, dass er es als Wissenschaftler gewohnt sei, Entscheidungen aufgrund der Fakten zu treffen. Er wurde als Geschworener für den Prozess angenommen. Die dritte Kandidatin räumte ein, dass sie nicht sicher sei, ob sie in diesem Fall unvoreingenommen sein könnte. Der Richter lehnte sie daher ab.

Tod George Floyds löste Protestwelle aus

Der 46-jährige Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Die Polizeibeamten drückten ihn auf der Straße zu Boden, Chauvin drückte sein Knie rund acht Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb. Videos des Vorfalls verbreiteten sich wie ein Lauffeuer und führten in den USA zu wochenlangen Massenprotesten.

Die Erwartungen an den Prozess sind daher groß. Viele Menschen hoffen auf ein Urteil, das ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt setzt. Chauvin, der nach dem Vorfall entlassen wurde und später auf Kaution freikam, wird Mord zweiten Grades ohne Vorsatz vorgeworfen. Darauf stehen bis zu 40 Jahre Haft. Nach deutschem Recht entspräche dieser Anklagepunkt eher dem Totschlag.

Schon in jungen Jahren klären schwarze Eltern ihre Kinder über Rassismus auf. Sehen Sie im Video, was sie ihren Kindern sagen:

"The Talk" heißt das Gespräch über Rassismus und Polizeigewalt, das schwarze Eltern oft mit ihren Kindern führen, um sie zu schützen.

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