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George-Floyd-Prozess - Ex-Polizist wegen Mordes schuldig gesprochen

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Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd ist das Urteil gefallen: Das US-Gericht sprach den Ex-Polizisten Chauvin schuldig - in allen Anklagepunkten.

Ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt: Ein Jahr nach der Tötung von George Floyd ist der Ex-Polizist Derek Chauvin in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Ihm droht eine lange Haftstrafe. US-Präsident Biden begrüßte den Schuldspruch.

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Die Jury hatte erst am Montagnachmittag (Ortszeit) mit ihren Beratungen begonnen und kam nun überraschend schnell zu einer Entscheidung im Verfahren gegen Derek Chauvin. Der weiße Ex-Polizist war wegen Mordes zweiten Grades, Mordes dritten Grades und Totschlags zweiten Grades angeklagt.

Strafmaß für Chauvin wird nachträglich festgelegt

Chauvin droht nun eine lange Haftstrafe. Das genaue Strafmaß soll erst später vom Richter festgelegt werden. Chauvins Verteidigung könnte noch Berufung gegen das Urteil einlegen. Der bislang gegen Kaution Freigelassene wurde im Anschluss an die Urteilsverkündung festgenommen. Ein Beamter legte ihm noch im Gerichtssaal Handschellen an. 

Derek Chauvin und sein Anwalt sitzen im Gerichtssaal.
Der Angeklagte Derek Chauvin (r.) beim Verlesen des Urteils der Geschworenen.
Quelle: AP

Der Ex-Polizist hatte dem wegen Falschgeldvorwürfen festgenommenen Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl der Afroamerikaner wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod sorgte international für Empörung und löste in den USA landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag in ihrem Schlussplädoyer einen Schuldspruch gegen Chauvin in allen drei Anklagepunkten gefordert. Der weiße Ex-Polizist habe Floyd durch seinen Knie-Einsatz getötet: "Das war keine Polizeiarbeit. Das war Mord", sagte Staatsanwalt Steve Schleicher. "Das waren neun Minuten und 29 Sekunden eines schockierenden Amtsmissbrauchs."

Chauvins Verteidiger Eric Nelson hatte dagegen erklärt, sein Mandant müsse freigesprochen werden. Der Ex-Polizist habe rechtmäßig und regelkonform Zwangsmittel eingesetzt, weil Floyd bei seiner Festnahme "aktiven Widerstand" geleistet habe. Zudem sei nicht zweifellos belegt, dass nicht Herzprobleme und Drogenkonsum bei Floyds Tod eine Rolle gespielt hätten.

Anwalt von Floyds Familie: Wendepunkt in der Geschichte

Der Anwalt von Floyds Familie nannte den Schuldspruch einen "Wendepunkt in der Geschichte". "Schuldig", schrieb Ben Crump nach dem Urteil auf Twitter. "Endlich ist schmerzlich verdiente Gerechtigkeit für George Floyds Familie eingetroffen. Dieses Urteil ist ein Wendepunkt in der Geschichte."

Es sende eine klare Botschaft, dass auch die Strafverfolgung zur Rechenschaft verpflichtet sei. Crump schrieb weiter: "Gerechtigkeit für das schwarze Amerika ist Gerechtigkeit für ganz Amerika!" Mit dem Urteil sei es aber nicht getan - es müsse nun eine Polizeireform geben.

Biden: Bete für "richtiges Urteil"

Vor dem Urteil hatte US-Präsident Joe Biden durchblicken lassen, dass er auf einen Schuldspruch hofft. "Ich bete, dass das Urteil das richtige Urteil wird", sagte Biden im Weißen Haus. Die Beweislage sei seiner Ansicht nach "überwältigend".

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