Sie sind hier:

Trauerfeier in Minneapolis - 8 Minuten, 46 Sekunden Schweigen für Floyd

Datum:

Trauerfeier für George Floyd: 8 Minuten, 46 Sekunden schwiegen die Trauergäste - so lange wurde dem 46-Jährigen ein Knie auf den Hals gedrückt. Im Anschluss gab es wieder Proteste.

In Minneapolis fand eine Trauerfeier für den Afroamerikaner George Floyd statt, der nach einem brutalen Polizeieinsatz starb. Nun wurde zu weiterem Protest gegen Diskriminierung aufgerufen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Zehn Tage nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd während eines Polizeieinsatzes in Minneapolis nahmen Familienangehörige, Bürgerrechtler wie Jesse Jackson, Politiker und Prominente bei der ersten von insgesamt drei geplanten Trauerfeiern Abschied.

Die Trauergemeinde in der North Central University betete und sang am Donnerstag die Hymne "Amazing Grace" in Gedenken an Floyd, dem am 25. Mai ein weißer Polizist 8 Minuten und 46 Sekunden lang das Knie auf den Hals drückte. Genau so lange erhoben sich die Gäste zu einem Moment des Schweigens.

"George Floyd ist zum Symbol gegen Rassismus geworden", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen in Washington über die Demonstrationen in den USA.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Floyds Leichnam war bei der Zeremonie in einem goldenen Sarg in der christlichen Universität North Central in Minneapolis aufgebahrt. Der bekannte Pastor und Bürgerrechtler Al Sharpton hielt die Trauerrede.

Weiterhin friedlich für Veränderungen demonstrieren

Al Sharpton sagte, es sei endlich Zeit für Amerika, die Diskriminierung Schwarzer zu beenden, vor allem in den Bereichen Polizei und Justiz. Amerikaner müssten weiter friedlich demonstrieren, um wirkliche Veränderungen zu erzielen, forderte er.

Die weltweiten Proteste in Deutschland, Großbritannien und anderswo hätten ihm gezeigt, dass die Zeit für Veränderung gekommen sei, sagte der baptistische Prediger.

Es ist bemerkenswert, dass es bei manchen Protesten unter den Teilnehmern mehr junge Weiße als Schwarze gegeben hat.
Bürgerrechtler Al Sharpton

George Floyd ist nach Ansicht des Anwalts seiner Familie ein Opfer der "Pandemie des Rassismus" in den USA. Er sei nicht an der neuen Gefahr des Coronavirus gestorben, sondern infolge der systematischen Diskriminierung Schwarzer, "mit der wir in Amerika allzu vertraut sind", sagte Anwalt Benjamin Crump bei der Trauerfeier in Minneapolis.

Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt haben das weisse Haus erreicht. Polizisten stehen bereit, die Demonstranten abzuwehren.

Kommentar - Ein Angriff auf die amerikanische Demokratie 

In den USA wird nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd das Demonstrationsrecht niedergetrampelt. Präsident Trump lässt für einen Fototermin Straßen freiräumen.

von Elmar Theveßen, Washington

Buhrufe für Bürgermeister de Blasio

Bei einer weiteren Gedenkfeier für Floyd in New York hat dessen jüngerer Bruder Terrence Floyd sich für die Anteilnahme bedankt. "Ich danke Gott dafür, dass ihr alle meinem Bruder so viel Liebe zeigt", sagte Terrence Floyd, der im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt.

Auch Bürgermeister Bill de Blasio sprach bei der Gedenkveranstaltung: "Wir müssen friedliche Veränderungen vornehmen." Der Bürgermeister wurde aber von den Demonstranten ausgebuht. Viele werfen ihm vor, auf der Seite der Polizei zu stehen und nicht ausreichend gegen Polizeibrutalität in New York vorzugehen.

Wieder Proteste in mehreren US-Städten

Nach der Trauerfeier in Minneapolis gab es erneut zahlreiche überwiegend friedliche Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus in vielen US-Städten. Tausende Menschen versammelten sich unter anderem in Los Angeles, Atlanta, Minneapolis, Washington und New York.

Der Tod des Afroamerikaners George Floyds hat die USA weiter gespalten und löste landesweiten Protest aus. Auch in Europa gehen viele Menschen gegen Rassismus auf die Straße.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Beerdigung von George Floyd am Dienstag in Houston

Floyds Sarg wird nun nach Raeford in North Carolina, seinem Geburtsort, übergeführt. Schließlich wird er am Dienstag in Houston, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte, beigesetzt. Unter den Teilnehmern wird möglicherweise der voraussichtliche demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte in der ZDF-Sendung "Was nun?" den tödlichen Polizeieinsatz scharf. "Erst einmal ist dieser Mord an George Floyd etwas ganz, ganz Schreckliches." Rassismus sei "etwas Schreckliches.

Die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten ist sehr polarisiert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Nach dem jüngsten Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten haben mehrere Bürgerrechtsorganisationen Klage gegen US-Präsident Trump und Justizminister Barr eingereicht. Die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) und andere Gruppen wollen einen Beschluss erwirken, wonach Trump, Barr und andere ihre verfassungsmäßigen Rechte verletzt haben.

Unterdessen wurde bekannt, dass drei bei der brutalen Festnahme mit Todesfolge beteiligte frühere Polizisten bald gegen Kaution von einer Million US-Dollar freikommen könnten. Der Prozess soll erst in einigen Monaten beginnen.

Polizist wird Haftrichter vorgeführt

Ein vierter Ex-Polizist, Derek C., gilt als Hauptverdächtiger. Ihm wird unter anderem Mord zweiten Grades vorgeworfen, worauf bis zu 40 Jahre Haft stehen. Er soll kommende Woche dem Haftrichter vorgeführt werden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.