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Studie: Entwicklung seit 1990 - Zahl der Bluthochdruck-Patienten verdoppelt

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Die Zahl der unter Bluthochdruck leidenden Menschen hat sich laut einer Studie seit 1990 verdoppelt. Millionen Menschen sind betroffen. Bei vielen bleibt das Problem unentdeckt.

Krankenpfleger misst den Blutdruck. Symbolbild
Bluthochdruck gilt als entscheidender Risikofaktor für Herz- und Leberkrankheiten sowie Schlaganfälle.
Quelle: Christoph Soeder/dpa

Die Zahl der unter Bluthochdruck leidenden Menschen weltweit hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt. Laut einer am Mittwoch in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie hatten im Jahr 2019 etwa 626 Millionen Frauen weltweit Bluthochdruck, bei den Männern waren es 652 Millionen. Im Jahr 1990 war etwa die Hälfte betroffen.

Für ihre großangelegte Studie werteten die Forscher Daten aus mehr als 1.200 wissenschaftlichen Untersuchungen aus. Die Zahl der von Bluthochdruck Betroffenen bestimmten sie mittels Modellierungen.

Bluthochdruck bleibt häufig unbehandelt

"Trotz medizinischer und pharmazeutischer Fortschritte im Laufe der Jahrzehnte gibt es global betrachtet nur langsame Fortschritte im Umgang mit Bluthochdruck", sagte der Studienautor Majid Ezzati, der am Imperial College London forscht. "Die große Mehrheit der Menschen mit Bluthochdruck bleibt nach wie vor unbehandelt."

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Die Studienautoren schätzen, dass etwa 41 Prozent der betroffenen Frauen und 51 Prozent der betroffenen Männer nicht von ihrem Bluthochdruck wissen. 720 Millionen Menschen seien im Jahr 2019 nicht wegen ihres Bluthochdrucks behandelt worden.

Bluthochdruck: Die unentdeckte Pandemie 

Der Kardiologie-Professor Robert Storey von der Universität Sheffield wies darauf hin, dass das Bewusstsein für die Problematik von Bluthochdruck durch die Corona-Pandemie abgenommen habe.

"Die Pandemie der Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat in den vergangenen 18 Monaten weniger Aufmerksamkeit bekommen, doch sie spiegelt den besorgniserregenden weltweiten Trend zu ungesunden Lebensstilen wider", sagte der nicht an der Studie beteiligte Wissenschaftler.

Ursachen auch in der Ernährung

Als Beispiele für ungesunde Lebensweisen nannte Storey die Ernährung mit zu viel Fett, Zucker und Salz sowie Alkoholkonsum, fehlende Bewegung und Rauchen. Regierungen weltweit müssten reagieren, um die "Zeitbombe der Herzkrankheiten und Schlaganfälle" zu stoppen.

Bluthochdruck gilt als entscheidender Risikofaktor für Herz- und Leberkrankheiten sowie Schlaganfälle. Jährlich sterben mehr als 8,5 Millionen Menschen an den Folgen von Bluthochdruck.

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