Sie sind hier:

Weltsepsistag - Notfall Sepsis: Die unterschätzte Gefahr

Datum:

Jährlich sterben etwa 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Rund 20.000 dieser Todesfälle wären durch Verbeugung und bessere Früherkennung vermeidbar.

Archiv, Baden-Württemberg, Ludwigsburg: Medizinisches Personal arbeitet auf einer Intensivstation in einem Zimmer von Covid-19-Patienten.
Personal auf einer Intensivstation
Quelle: dpa

Eine Sepsis wird allgemein Blutvergiftung genannt. Es handelt sich dabei um eine Überreaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Häufig sind Bakterien der Auslöser, es kommen aber auch Pilze und Viren infrage. Eine Sepsis kann schnell zum Tod führen.

Überlebende leiden oft ihr ganzes Leben an den Folgen. Amputationen, gestörte Organfunktionen, Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen oder Depressionen können den Alltag dann massiv einschränken.

Die unterschätzte Gefahr

Beitragslänge:
16 min
Datum:

Früherkennung und Kontrolle sind wichtig

Die Anzeichen einer Sepsis sind nicht eindeutig. Meistens begleitet sie ein starkes Krankheitsgefühl, Schüttelfrost, Fieber, Verwirrtheit, ein schneller Puls, Kurzatmigkeit. Tausende Todesfälle wären durch frühere Erkennung, Präventionsmaßnahmen und bessere Behandlung vermeidbar.

Experten fordern seit langem eine einheitliche und vor allem verbindliche Kontrolle im Umgang mit der Sepsis. Kritik kommt vom Vorsitzenden der deutschen Sepsis-Stiftung Prof. Konrad Reinhart: "Die Sepsis kommt in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes seit Jahrzehnten nicht vor."

Sepsis war nie ein Thema bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Wir haben also ein Wahrnehmungsproblem.
Prof. Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Stiftung in Deutschland

Deshalb hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit mit anderen Experten die Kampagne "DeutschlandErkenntSepsis" initiiert. Die Vorsitzende des Bündnis Dr. Ruth Hecker, betont in einem Interview mit Frontal die Dringlichkeit einer solchen Aufklärung.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Auch in Krankenhäusern sensibilisieren

Bundesweit müsse man sensibilisieren, nicht nur in der breiten Öffentlichkeit. "Man muss natürlich auch die Weiterbildungs- und Ausbildungkataloge der Ärzte, der Pflegekräfte, der Hebammen dementsprechend thematisieren - dass bestimmte Symptome zu der Frage führen müssen: Könnte es nicht auch Sepsis sein?"

In der Uniklinik Greifswald schaut man schon lange genauer hin. Dr. Matthias Gründling leitet dort seit über einem Jahrzehnt das Projekt "Sepsisdialog". Demnach wird das Personal kontinuierlich und intensiv geschult. Denn jeder Sepsisfall ist ein Notfall, bei dem jede Stunde zählt.

Zehntausende Menschen in Deutschland sterben jährlich an einer Blutvergiftung. Viele davon könnten gerettet werden, wenn die Krankheit erkannt würde.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Konkrete Maßnahmen können Fachpersonal unterstützen

Das Wichtigste sei, so sagt es der Intensivmediziner, dass man die Sepsis einfach immer "auf dem Zettel" haben müsse. Damit habe man die Sepsissterblichkeit in seinem Krankenhaus erheblich reduziert.

Da ist unsere Sterblichkeit immer so fünf bis zehn Prozent niedriger als die anderer Häuser, bei gleichem Schweregrad der Patienten.
Dr. Matthias Gründlich, Intensivmediziner an der Uniklink Greifswald

Die seit vielen Jahren geforderte, einheitliche Qualitätsinitiative werde immer wieder verschleppt, erklärt Prof. Reinhart: "Es ist seit vier Jahren ein Qualitätsindikator für die Sepsis auf dem Weg, aber man muss mindestens noch bis 2025 warten, bis der überhaupt mal bei den Krankenhäusern ankommt."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.