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"Es geht fast immer um Macht" : Partnerschaftsgewalt trifft vor allem Frauen

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Jede Stunde werden 13 Frauen Opfer von Gewalt. Innenministerin Faeser will die "Straftäter" mit aller Härte verfolgen, BKA-Chef Münch fordert, dass niemand wegschaut.

Die heute vorgestellte Kriminalstatistik zeigt, Gewalt in Partnerschaften bleibt ein Problem. Die Opferzahlen stiegen in den letzten Jahren, die Dunkelziffer ist vermutlich höher.

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Vor 15 Monaten hat Ute ihren Mann verlassen. Ist geflohen vor seiner Gewalt, dem Schreien und ihrer Furcht. "Ich hatte das Gefühl, ich verliere den Verstand", erzählt sie. Ihr Mann hat sie bedroht, behauptet, sie sei verrückt. Das sagte er auch in der Nachbarschaft - deshalb sei es auch manchmal so laut bei ihnen. Niemand kam Ute zu Hilfe. Bis sie sich in ein Frauenhaus flüchtete.

Der 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen - Anlass auf die aktuellen Zahlen zu schauen. Die am Donnerstag vorgestellte Polizeistatistik für 2021 verzeichnet 143.016 Fälle von Gewalt in Partnerschaften. 80 Prozent der Fälle richteten sich gegen Frauen. Zwar sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, bleiben aber ernüchternd. Und bilden nur das sogenannte Hellfeld ab, also die Zahl der angezeigten Fälle.

Weinende Frau, im Hintergrund schläft der Partner

Täter sind oft Partner - Jede Stunde werden 13 Frauen Opfer von Gewalt 

Drohungen, Schläge, Mord: 2021 sind rund 143.000 Frauen Opfer von partnerschaftlicher Gewalt geworden, etwas weniger als 2020. Die Bundesregierung fordert, von Femiziden zu reden.

von D. Rzepka, B. Spiekermann

Gewalt gegen Frauen entschlossen entgegentreten

Bundesinnenministerin Nancy Faeser fordert: "Wir dürfen Gewalt an Frauen niemals akzeptieren. Sondern wir müssen ihr entschlossen entgegentreten [...]. Es darf keine Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen geben. Wenn Männer Frauen töten, weil sie Frauen sind, dann ist es angemessen und auch notwendig von 'Femizid' zu sprechen. Männer, die Gewalt gegen Frauen ausüben, egal ob psychische oder physische, sind Straftäter. Straftäter, die wir mit aller Härte verfolgen."

350 Frauenhäuser gibt es in Deutschland. Zu wenig, wie auch Bundesfamilienministerin Lisa Paus einräumt - es bräuchte ein flächendeckendes, niederschwelliges Unterstützungsangebot, in der Stadt genauso wie auf dem Land: "Das wollen wir bundesgesetzlich regeln. Wir wollen einen einheitlichen Rechtsrahmen für die verlässliche finanzielle Absicherung des Frauenhilfesystems schaffen", so Paus in der Bundespressekonferenz.

Jede Stunde erleiden durchschnittlich 13 Frauen Gewalt in der Partnerschaft. Beinahe jeden Tag versucht ein Partner oder Ex-Partner eine Frau zu töten. Fast jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch ihren derzeitigen oder vorherigen Partner.
Lisa Paus, Bundesfamilienministerin

Jeden dritten Tag bringt ein Mann in Deutschland seine Partnerin oder Ex-Partnerin um. Femizid heißt das Phänomen, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden.

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BKA: Gewalt in Partnerschaften geht alle an

Der Chef des Bundeskriminalamtes Holger Münch verwies als Ursache für Gewalt auf eigene Gewalterfahrungen der Täter, ausgeprägte patriarchalische Einstellungen, tradierte Rollenmuster und Stress. "Die Tatsache, dass die meisten Taten in den eigenen vier Wänden geschehen, darf nicht dazu führen, dass Täter sich sicher fühlen." Partnerschaftsgewalt gehe uns alle an - niemand dürfe wegschauen.

Die Leiterin einer Beratungsstelle für Frauen im Gespräch

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Der Sozialverband VdK forderte von der Ampel-Regierung mehr Massnahmen auch zum Schutz von Frauen mit Behinderung. Gerade diese Mädchen und Frauen erführen häufiger Gewalt, als der Durchschnitt, sagt Verbandspräsidentin Verena Bentele. "Das sind keine Einzelfälle, sondern schockierender Alltag", denn die Frauen hätten oft keine Möglichkeit, sich aus der Situation zu befreien.

Hilfe bei Gewalt in der Partnerschaft

Erste Hilfe können Frauen beim Hilfetelefon 'Gewalt gegen Frauen' vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben unter der Nummer 08000116016 finden.

Im Internet verbreitet sich ein Handzeichen, mit dem Frauen, die Gewalt erfahren, auf sich aufmerksam machen können. Die Ein-Hand-Notgeste: die Hand, die sich schliesst und den Daumen gefangen nimmt.

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