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DRK-Studie - Gewalt gegen Rettungskräfte ist Alltag

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Pöbeleien aber auch Tritte und Schläge: Rettungskräfte sind regelmäßig Gewaltattacken ausgesetzt. Das hat eine Umfrage unter Hunderten Sanitätern ergeben.

Archiv: Ein Rettungswagen des DRK fährt am 09.04.2019 mit Sondersignalen durch Berlin.
DRK-Studie: Übergriffe gehören zum Alltag im Rettungsdienst
Quelle: Imago

Rettungsdienstmitarbeiter werden in Deutschland regelmäßig Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt. Das geht aus einer an diesem Donnerstag veröffentlichten Studie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hervor, für die 425 Mitarbeiter von DRK-Rettungsdiensten befragt wurden.

Beschimpfungen sind Alltag

Die Täter sind demnach in drei Viertel der Fälle die Patienten selbst, oftmals aber auch deren Freunde oder Angehörige. Die Helfer berichteten für einen Zeitraum von zwölf Monaten von mindestens einem Gewaltvorfall im Einsatz - am häufigsten verbale Attacken wie Beschimpfungen oder Beleidigungen. Diese kommen bei nahezu jedem Fünften sogar mindestens ein- bis zweimal pro Woche vor.

Gut 40 Prozent der Befragten sind ausschließlich von verbaler Gewalt betroffen, etwa ein Drittel beschreibt sowohl verbale als auch körperliche Übergriffe. Von ausschließlich tätlichen Übergriffen berichten 14,1 Prozent. Viele der Rettungsdienstmitarbeiter seien ein- bis zweimal pro Monat von solchen Vorfällen betroffen.

Beleidigungen, Gewaltandrohungen, Schläge und Tritte

"Es kann demnach nicht von einem singulären Ereignis für den einzelnen Mitarbeiter im Rettungsdienst gesprochen werden", erklärte Studienleiter Peter Sefrin. Die häufigste Form verbaler Übergriffe waren laut Studie Beschimpfungen und Beleidigungen (91,1 Prozent), gefolgt von der Androhung von Gewalt (55,3 Prozent bei Mehrfachnennung).

Bei tätlichen Übergriffen berichteten die Betroffenen vor allem von Schlagen und Treten (32,7 Prozent) sowie Schubsen (31,5 Prozent). Jeder zweite Übergriff passiere in Innenstädten, viele in sozialen Brennpunkten und meist abends oder nachts, heißt es in der Studie.

Als Notfallsanitäterin ist sie rund um die Uhr im Einsatz, um Menschen zu helfen oder sogar Leben zu retten. Die 29-jährige Linda Schumacher arbeitet beim Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Fulda.

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7 min
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Befragte: Patienten anspruchsvoll und gewaltbereit

Oftmals ereigneten sich die Vorfälle auch rund um Großveranstaltungen aller Art; Alkohol oder Drogen spielten eine wesentliche Rolle. Als Gründe für die Gewalt sieht die Studie zunehmend überzogene Ansprüche der Patienten gegenüber dem Rettungspersonal. Anders als früher versuchten mehr Patienten, diese Ansprüche mit Gewalt durchzusetzen. "Die Ergebnisse sind erschreckend", kommentierte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt die Ergebnisse.

Wir müssen leider feststellen, dass Beleidigungen, Beschimpfungen und auch körperliche Übergriffe mittlerweile zum Alltag im Rettungsdienst gehören.
DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt

Mitarbeiter müssten noch besser für solche Situationen geschult und Straftäter konsequent verfolgt werden. Auch drei Viertel der Befragten wünschen sich Schulungen.

Studie nicht repräsentativ

Bei der nicht repräsentativen Studie wurden insgesamt 425 freiwillig ausgefüllte Fragebögen von Notfallsanitätern, Rettungsassistenten, Rettungssanitätern und weiteren Rettungsdienstmitarbeitern ausgewertet. Die Daten wurden von August bis November 2019 erhoben. Knapp 74 Prozent der Befragten waren Männer und vorrangig zwischen 18 und 29 Jahre alt.

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