ZDFheute

Beschuldigter: "Es tut mir unendlich leid"

Sie sind hier:

Prozess um tödliche Gleisattacke - Beschuldigter: "Es tut mir unendlich leid"

Datum:

Die Tat sorgte für Entsetzen: Ein Junge wurde 2019 am Frankfurter Bahnhof vor einen ICE geschubst, er starb. Heute begann der Prozess - und der Beschuldigte meldete sich zu Wort.

Im Juli 2019 wurden eine Frau und ihr Sohn vor einen ICE gestoßen. Der Junge starb. Das Gericht prüft nun die Schuldfähigkeit des mutmaßlichen Täters.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Im Prozess um die tödliche Gleisattacke am Frankfurter Hauptbahnhof hat sich der Beschuldigte zu der Tat geäußert. "Es tut mir unendlich leid, ganz besonders für die Familie", hieß es in einer Erklärung, die der Anwalt des Mannes zum Prozessbeginn abgab.

Der Beschuldigte soll einen Jungen und seine Mutter Ende Juli vergangenen Jahres vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Der Achtjährige kam ums Leben, die Mutter konnte sich in letzter Minute retten. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen. (Az.: 5/22 Ks 16/19)

Gutachten erklärt Tatverdächtigen für schuldunfähig

Der aus Eritrea stammende Tatverdächtige ist nach einem vorläufigen psychiatrischen Gutachten schuldunfähig. Die Staatsanwaltschaft hat ihn deshalb nicht angeklagt, sondern beantragt in einem sogenannten Sicherungsverfahren seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie. Die Familie des Jungen aus dem Hochtaunuskreis wird in dem Verfahren als Nebenkläger auftreten.

Bei der Tat wurde auch eine 78-Jährige verletzt, die der Mann ebenfalls gestoßen haben soll. Sie stürzte auf den Bahnsteig. Er floh, doch Passanten verfolgten ihn und er konnte außerhalb des Bahnhofs festgenommen werden. Später wurde der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Es handelt sich um einen dreifachen Familienvater, er lebte zuvor in der Schweiz.

Andreas Wunn

Update am Morgen -
Tod an Gleis 7 und die Frage nach dem Warum
 

Der Tod eines Achtjährigen im Frankfurter Gleisbett hat schockiert. Viele Fragen muss der Prozess nun klären - das und mehr im ZDFheute Update.

von Andreas Wunn

Arbeitsgruppe soll für mehr Sicherheit an Bahnsteigen sorgen

Der Tat folgte eine Debatte über die Sicherheit an Bahnsteigen - auch, weil nur wenige Tage zuvor eine Frau in Nordrhein-Westfalen vor einen Zug gestoßen und tödlich verletzt worden war. Bundesregierung, Bahn und Bundespolizei richteten eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Erörtert werden sollten Maßnahmen wie Zugangsbeschränkungen zu den Bahnsteigen, Gitter vor den Bahngleisen oder Markierungen an Bahnsteigkanten.

Wegen der Corona-Pandemie mussten Prüfungen der Maßnahmen vor Ort aber zunächst verschoben werden, teils dauern sie nach Angaben der Bahn noch an.

Neue Video-Kameras am Frankfurter Bahnhof

In Frankfurt würden derzeit als Konsequenz aus der Attacke neue Video-Kameras installiert, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Kameras zeigten Bilder nun in größerer Auflösung. Bis Ende Oktober soll die Umstellung abgeschlossen sein.

Die Bundespolizisten achteten zudem bei ihren Kontrollgängen noch mehr auf Auffälligkeiten. Seit der Tat hätten sie immer auch einen genauen Blick auf die Bahnsteige. Der Anwalt der Nebenkläger, Ulrich Warncke, forderte, die Umsetzung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen müsse beschleunigt werden:

Das kann jederzeit wieder passieren, an jedem Ort.
Ulrich Warncke, Anwalt der Nebenkläger
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.