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Google Maps wird 15 - Der Atlas in der Hosentasche

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Verirren ist Vergangenheit, Staus müssen auch nicht mehr sein, der Reiseführer wird obsolet: Google Maps wird 15 und ist bei vielen kaum noch aus dem Alltag wegzuenken.

Archiv: Google Maps auf einem Blackberry (2006).
Steckte 2006 noch in den Kinderschuhen: Google Maps auf einem Blackberry.
Quelle: Imago

Als vor 15 Jahren die Google Maps online gingen, wusste noch niemand, wie mächtig und allgegenwärtig der Kartendienst einmal werden sollte. Erst als zwei Jahre später das iPhone den Beginn der Smartphone-Ära einläutete, wurde das Potenzial digitaler Karten offensichtlich. Apple löste sich unterdessen 2012 von den Google Maps mit einem eigenen Kartendienst.

Abfotografierte Wegstrecke: 400 mal um den Globus

Die Strecken, die Google für seine Maps abfotografiert hat, entsprechen rund 400 Umrundungen der Erde. Insgesamt bilden die Bilder etwa 16 Millionen Kilometer Wegstrecke ab. Für den Konzern hat sich der Aufwand gelohnt: Mit den am 8. Februar 2005 gestarteten Google Maps wurde die reale Welt mit dem digitalen Abbild verknüpft.

So entstand ein gigantisches Branchenbuch, das durch einen steten Strom von Ortungsdaten die Werbeplattform von Google anreichert - und bei etlichen Datenschützern große Bedenken hervorruft. Inzwischen sind Einträge in Google Maps hart umkämpft, denn zusammen mit den Online-Bewertungen können sie einen Kundenstrom ins Geschäft, Hotel oder Restaurant lenken - aber bei schlechter Benotung auch potenzielle Klienten abschrecken.

Drei Puzzleteile zum Erfolg

Archiv: Gründer Sergey Brin mit Goggle-Brille, aufgenommen am 20.02.2013
Google-Mitbegründer Sergey Brin.
Quelle: reuters

Digitale Karten gab es schon vor 2005 - und es waren drei Zukäufe, mit denen sich Google die nötigen Bausteine für den Start des Projektes besorgte. Der heutige Internet-Investor Chris Sacca, der damals bei Google arbeitete, erinnerte sich später, wie Mitgründer Sergey Brin 2003 ein Meeting von Führungskräften zu einem ganz anderen Thema entgleisen ließ, weil er den Satellitenbilder-Dienst der Firma Keyhole auf seinem Laptop herumzeigte. Statt zuzuhören, wollten alle sehen, wie man auf ihre Häuser aus dem All reinzoomen kann, erzählte Sacca dem Technologieblog "Recode".

Bei der Firma Where2 Technologies hatten die Brüder Lars und Jens Rasmussen die Idee, für Routenanweisungen Karten auf dem Computerbildschirm nachzubilden - und bei Bedarf nötige Informationen aus dem Web nachzuladen. Und das Start-up Zipdash besorgte sich Verkehrsdaten, um voraussichtliche Ankunftszeiten und Verzögerungen auf der Strecke anzuzeigen. Alles bekannte Funktionen heutiger Karten - bei Google wurden sie in einem Dienst zusammengebracht.

Auf allen Smartphones präsent

Google Maps wurden zunächst zu den meistbenutzten Karten auf dem Computerbildschirm. Als Apple 2007 das iPhone auf den Markt brachte, wurden sie vorinstalliert - und auf Smartphones des bei Google entwickelten Konkurrenz-Systems Android sowieso. Den Wettbewerbern entging das nicht, sie zogen nach.

Google Maps: Karten-App auf iPhone
Google Maps auf dem iPhone.
Quelle: dpa

Google ging indes dazu über, auch eigene Kartendaten mit Kamerafahrzeugen zu sammeln. Daraus ging auch der Dienst Street View mit Fotos von Straßenzügen hervor.  In den Industrienationen biss Google bei Street View nur in Deutschland auf Granit: Datenschützer erzwangen 2010, dass betroffene Bürger, Firmen und Organisationen die Straßenaufnahmen ihrer Häuser verpixeln lassen konnten.

Das führt bis heute dazu, dass die Straßenzüge in Deutschland nicht mit brauchbaren aktuellen Fotos in Google Maps zu sehen sind. Zwar fahren seit August 2017 Kamerafahrzeuge von Google wieder durch Deutschland. Die Aufnahmen werden aber nicht veröffentlicht, sondern dienen nur der Aktualisierung von Stadt- und Straßenplänen.

2018 wurde Google 20 - klicken Sie sich durch die Bilderserie zum Jubiläum:

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