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Google darf keine Hotel-Sterne mehr vergeben

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Online-Hotelbewertung - Google darf keine Hotel-Sterne mehr vergeben

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Immer wieder hatte der Technologiekonzern Hotels mit eigenen Sterne-Hinweisen versehen - entgegen den offiziellen Kriterien. Jetzt muss Google die Suchergebnisse anpassen.

Archiv, Sachsen, Pirna: Ein Schild mit vier Sternen ist an der Fassade am Romantik Hotel in der Altstadt angebracht.
Das Sterne-System gibt es nicht nur in Deutschland. Auch in anderen europäischen Ländern haben sich Hotelverbände angeschlossen.
Quelle: dpa

Die Ansprüche für Sterne-Hotels sind hoch: Selbst bei einem Stern muss die Unterkunft wenigstens 46 Mindeststandards erfüllen - etwa einen Fernseher auf dem Zimmer anbieten sowie einen Weckdienst.

Sauberkeit und das tägliche Bettenmachen sind eine Selbstverständlichkeit - auch in der untersten Kategorie der Deutschen Hotelklassifizierung des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, der die Einstufungen vornimmt.

Sterne-Bewertung als "sichere und transparente Übersicht"

Knapp 8.000 Hotels nehmen demnach in Deutschland an dem freiwilligen Bewertungssystem teil und damit fast 40 Prozent der hierzulande registrierten Herbergen. Alle drei Jahre überprüft der Verband, ob sie noch den Ansprüchen ihrer Klassifizierung entsprechen.

Auf den Seiten der Deutschen Hotelklassifizierung des Dehoga heißt es: "Als Gast erhalten Sie dadurch eine sichere und transparente Übersicht über die Leistungen und Angebote, die Ihnen ein klassifizierter Beherbergungsbetrieb bietet."

Es verwundert daher kaum, dass sie empfindlich reagieren, wenn andere das Bewertungssystem kopieren wollen oder Häuser mit Sternen werben, die ihnen offiziell gar nicht zustehen.

Gute Hotel-Bewertungen können durchaus gefälscht sein. Ralf Hieke vom Deutschen Reiseverband im Studiogespräch.

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Das bekam nun auch Google zu spüren. Das Landgericht Berlin verbietet es dem Internetriesen, Unterkünfte als Sterne-Hotels zu bezeichnen, solange diese nicht vom Dehoga als solche ausgezeichnet wurden.

Google hat Urteil bereits anerkannt

Geklagt hatte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg. Das Urteil vom Monatsanfang wurde am Montag bekannt. Google hat es bereits anerkannt.

Demnach hatte Google Gaststätten immer wieder mit Hinweisen wie "3-Sterne-Hotel" oder "4-Sterne-Hotel" versehen. Die Wettbewerbszentrale hatte dies als "irreführend" kritisiert, weil viele der Unterkünfte "nicht über eine gültige Hotelklassifizierung verfügten".

Nutzer-Bewertungen bleiben von Urteil unberührt

Nicht zu verwechseln sind diese nun verbotenen Hinweise von Google mit den dort ebenfalls über Sterne angezeigten Bewertungen von Nutzern. Diese bleiben von der Entscheidung des Gerichts unberührt.

Markus Luthe, Geschäftsführer der Dehoga-Tochter Deutsche Hotelklassifizierung, bewertete am Montag die Entscheidung wie folgt:

Dies ist ein Durchbruch für mehr Transparenz und Sicherheit bei der Darstellung von Hotelangeboten auf der mit Abstand wichtigsten Suchplattform für Hotels im Internet.
Markus Luthe

Sterne-System ist auch in anderen europäischen Ländern etabliert

"Google speiste seine Sterneangaben aus für den Nutzer nicht nachvollziehbaren Quellen und erklärte auch nicht-klassifizierte Hotels zu "Sterne-Hotels"", hieß es vonseiten der Wettbewerbszentrale. "Wir tauschen bereits über eine Datenschnittstelle täglich und automatisiert mit Google aus, welche Hotels in Deutschland über eine aktuelle Klassifizierung verfügen."

Das Sterne-System gibt es nicht nur in Deutschland. Auch in anderen europäischen Ländern haben sich Hotelverbände angeschlossen. Der Kriterienkatalog ist derselbe.

Eine Hotelangestellte stellt eine Serviette auf einen Tisch.

Hotel- und Gaststättenverband -
Hotelbuchungen gehen wegen Coronavirus zurück
 

Die Coronakrise hat Deutschland erst vor wenigen Wochen erreicht. Für Hotels und Gaststätten machen sich Umsatzrückgänge dennoch bereits jetzt deutlich spürbar.

Unkenntnis auf Seiten der Hoteliers spiele auch eine Rolle

Immer wieder kommt es dabei zu Tricksereien. Häufig geht es um Häuser, die auf ihren Websites unrechtmäßig mit drei oder vier Sternen werben.

Nach Einschätzung der Dehoga spielt dabei häufig Unkenntnis eine Rolle. Vielen Hoteliers scheine nicht klar gewesen zu sein, dass eine eigenmächtige Vergabe von Sternen wettbewerbsrechtlich nicht zulässig sei, hieß es vom Verband bereits vor einigen Jahren.

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