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Zahlen und Fakten - So geht es Sachsen-Anhalt

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Top bei der Kinderbetreuung, zu wenig Regen und viele Schüler ohne Abschluss - ein Überblick in Grafiken für das Bundesland Sachsen-Anhalt.

Blick auf die Altstadt von Magdeburg
Blick auf die Altstadt von Magdeburg. Die Landeshauptstadt ist eine von zwei Großstädten in Sachsen-Anhalt.
Quelle: Imago

Sachsen-Anhalt mit der Landeshauptstadt Magdeburg liegt im nordöstlichen Teil Deutschlands. Mit einer Fläche von etwas über 20.000 Quadratkilometern ist es das achtgrößte Bundesland. Rund 2,2 Millionen Menschen - das sind 2,64 Prozent der Gesamt-Bevölkerung - leben dort in zwei Großstädten (Halle und Magdeburg) oder auf dem weniger dicht besiedelten Land. Mit seiner insgesamt relativ geringen Bevölkerungsdichte von 106 Menschen pro Quadratkilometern liegt das Bundesland auf dem elften von sechzehn Plätzen.

Die Einwohnerzahl in Sachsen-Anhalt geht seit mehreren Jahrzehnten zurück. Zum einen sterben seit Jahren mehr Menschen, als geboren werden - 2020 betrug das Geburtendefizit 17.688 Menschen - , zum anderen müsste es mehr Zuzüge geben, um dieses Defizit aufzufangen. 2019 zogen aber nur 2.428 Menschen mehr nach Sachsen-Anhalt, als das Bundesland verlassen haben.

Am 6. Juni wird in Sachsen-Anhalt der neue Landtag gewählt. Was die Menschen dort bewegt, darüber haben unsere Reporter*innen mit ihnen gesprochen.

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Männer in Sachsen-Anhalt haben bundesweit mit 76,4 Jahren die niedrigste Lebenserwartung, auch die Frauen werden mit 82,7 Jahren nur etwas älter als das Schlusslicht, das mit 82,2 Jahren das Saarland bildet. Die insgesamt aber steigende Lebenserwartung und die niedrigen Geburtenraten ändern die Altersstruktur: Der Anteil der Menschen im Alter über 65 liegt bei 27 Prozent, 2009 waren es noch 24,2 Prozent.

Betreuung und Bildung

Bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen liegt Sachsen-Anhalt in Deutschland an der Spitze: 58,2 Prozent der Unter-Dreijährigen besuchten eine Kindertageseinrichtung oder eine Tagespflege. Das ist weit über dem Bundesdurchschnitt von 34,3 Prozent. Auch die Betreuungsquote der Drei- bis Unter-Sechsjährigen ist mit 93,9 Prozent knapp über dem Bundesdurchschnitt von 93 Prozent.

11,6 Prozent der Jugendlichen - deutschlandweit der höchste Anteil - beendeten 2019 in Sachsen-Anhalt ihre Schulausbildung ohne einen Abschluss. Im deutschen Durchschnitt lag die Quote im gleichen Zeitraum bei 6,8 Prozent. Bei den Abschlüssen mit allgemeiner Hochschulreife hatte Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Bayern mit 32,1 Prozent die schlechteste Quote und lag unter dem bundesdeutschen Durchschnitt (40,2 Prozent). Beim Bildungsmonitor 2020 bildet Sachsen-Anhalt das Schlusslicht aller Bundesländer. "Stärken bestehen aber weiterhin bei der Schulqualität, große Herausforderungen dagegen bei der Altersstruktur und Verfügbarkeit an Lehrkräften", so das Resultat.

Die Arbeitslosenquote lag 2020 mit 7,7 Prozent 2020 um 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert (7,1) und damit über dem bundesdeutschen Durchschnitt, der im gleichen Zeitraum 5,9 Prozent betrug.

Die Schulden, insbesondere die des Bundes und die der Länder, sind im Laufe des Jahres 2020 aufgrund der Corona-Krise und der in dem Zusammenhang aufgelegten Konjunkturpakete deutlich angestiegen. Ende September 2020 betrug der Schuldenstand des Bundeslandes Sachsen-Anhalt rund 24 Milliarden Euro, pro Kopf sind das 10.960 Euro.

Durch die Pandemie-Maßnahmen wurden 2020 die Digitalisierung und die damit notwendigen schnellen Datenleitungen zum großen Thema 2020. Homeschooling, Homeoffice und Streamingdienste brauchten entsprechend hohe Bandbreiten. Wie sieht die Breitbandversorgung in Sachsen-Anhalt aus?

Im Durchschnitt war 2020 in Sachsen-Anhalt für 82,9 Prozent der Haushalte ein Breitband-Netz mit 50Mbit/s vorhanden, allerdings ist der Ausbau in den Städten besser als auf dem Land, wo 71,9 Prozent 50Mbit/s-Breitband nutzen konnten. In der Stadt waren es 92,8 Prozent.

Die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt hat eher wenige, dafür große Betriebe mit 2,7 Quadratkilometern. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnittsbetrieb in der Landwirtschaft hat 0,6 Quadratkilometer. Die rund 4.400 landwirtschaftlichen Betriebe nehmen eine Fläche von 12.334 Quadratkilometern, also etwa mehr als die Hälfte von Sachsen-Anhalt, ein. 9,4 Prozent an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche wird ökologisch bebaut.

Zum Zeitpunkt der Erhebung (2020) gab es in Sachsen-Anhalt:

  • 298.506 Rinder, davon 110.499 Milchkühe
  • 1.101.200 Schweine
  • 62.400 Schafe

Knapp ein Viertel der Bodenfläche in Sachsen-Anhalt ist Wald. Damit ist es eines der waldärmeren Bundesländer. Der nicht gerade große Anteil litt in den letzten Jahren stark unter der Klimaveränderung. Drei Dürrejahre in Folge waren nicht ohne Folgen: Durch Trockenstress, Sturmschäden und Insektenbefall zeigten laut des Waldzustandsberichtes 2020 10,1 Prozent des Waldes in Sachsen-Anhalt 2020 starke Schäden. Das langjährige Mittel von 3,1 Prozent wird damit weit überstiegen.

Mit 1.900 Sonnenstunden war Deutschland 2020 vergleichsweise sonnenscheinreich, mit 710 Litern Niederschlag relativ trocken. Sachsen-Anhalt kam 2020 auf 1.917 Sonnenstunden, lag mit 495 Litern Niederschlag aber deutlich unter dem deutschen Durchschnitt und ist - wie schon in den meisten der letzten 139 Jahre zuvor - insgesamt das niederschlagärmste Bundesland.

Beim Thema COVID-19-Impfungen holt Sachsen-Anhalt zwar auf, liegt aber im Vergleich zu den anderen Bundesländern auf dem drittletzten Platz. Bei den Erstimpfungen hat das Saarland mit 45,7 Prozent deutschlandweit die Nase vorne, in Sachsen-Anhalt haben 40,7 Prozent die erste Impfung hinter sich. Bei den vollständig Geimpften liegt Bremen mit 21 Prozent vorne, in Sachsen-Anhalt sind es 16,9 Prozent. Das ist knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 17,1 Prozent (Stand 29.5.2021).

Wie wählte der Sachsen-Anhalter bislang?

Mit leichten Verlusten und 29,8 Prozent der Stimmen blieb die CDU 2016 die stärkste Partei. Die AfD erreichte aus dem Stand 24,3 Prozent der Stimmen und wurde zweitstärkste Partei. Deutliche Verluste gab es für die Linke und die SPD. Die Grünen erreichten trotz leichter Verluste erneut den Einzug ins Parlament, die FDP scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. Reiner Haseloff blieb Ministerpräsident, es bildete sich eine Koalition aus CDU, SPD und den Grünen.

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