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Greta Thunberg wird 18 - Klimakampf ohne Kompromisse

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Sie ist die wohl bekannteste Klimaschutzaktivistin: Greta Thunberg. Jetzt ist die junge Schwedin volljährig, bleibt aber Vorbild für Millionen Kinder rund um den Globus.

Greta Thunberg (Archiv)
Die weltberühmte Klimaaktivistin Greta Thunberg ist 18 Jahre alt geworden.
Quelle: Virginia Mayo/AP/dpa

Wieder und wieder hat Greta Thunberg darauf hingewiesen, dass es nicht die Verantwortung von Kindern sein könne, die Erde vor der drohenden Klimakatastrophe zu retten. "Ich bin zu jung für das hier. Wir Kinder sollten das nicht tun müssen", erklärte die junge Schwedin schon Anfang 2019 auf Facebook, als sich Online-Hass und Verschwörungstheorien gegen sie erstmals zuspitzten.

Oder kurze Zeit später im britischen Unterhaus: "Ich weiß, dass viele von Ihnen uns nicht zuhören wollen - Sie sagen, wir seien bloß Kinder. Aber wir wiederholen nur die Botschaft der vereinten Klimawissenschaft", sagte sie da.

Wir Kinder tun dies, um die Erwachsenen aufzuwecken.
Greta Thunberg

Ein Kind ist Thunberg nun nicht mehr. Heute ist die weltberühmte Klimaaktivistin 18 Jahre alt geworden.

Greta Thunberg ist das Gesicht der globalen Klimabewegung. Corona hat ihr Thema lange von der Tagesordnung der Mächtigen verdrängt. Aber Greta Thunberg kämpft weiter.

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29 min
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Am Kampf gegen die Klimakrise, an dessen Spitze sie sich im wahrsten Sinne des Wortes im Sommer 2018 gesetzt hat, ändert sich für Thunberg mit der Volljährigkeit nichts. Sie dringt unvermindert darauf, dass die Klima- und Umweltkrise wie eine wirkliche Krise behandelt werden müsse - und zwar sofort.

Schulstreik fürs Klima

Das Thema Klimawandel begleitet die geborene Stockholmerin schon lange. Erstmals hat sie nach eigenen Angaben mit acht Jahren von Umweltzerstörung und Erderwärmung gehört. Daraus entstanden Sorgen, die in der Kindheit in einer Depression mündeten.

Im Sommer 2018 kaufte sie sich schließlich mit ihrem Vater ein Stück Holz, auf das sie mit großen schwarzen Buchstaben "Skolstrejk för klimatet" (Schulstreik fürs Klima) schrieb. Damit hockte sich das damals 15-jährige Mädchen zu Beginn des neuen Schuljahres vor den Reichstag in Stockholm, um die schwedische Politik zum stärkeren Klimaschutz und Befolgen der Klimaziele von Paris aufzurufen. Als Zeichen der Dringlichkeit ihres Anliegens schwänzte Thunberg dafür die Schule - zunächst täglich, dann ausschließlich freitags.

Fridays for Future: Millionen gehen auf die Straße

Ihre Aktion verbreitete sich über die sozialen Netzwerke rasant. Die Klimabewegung Fridays for Future entstand, und aus Thunbergs stillem Solo-Protest entwickelten sich innerhalb von Monaten internationale Großproteste, bei denen Millionen Menschen in aller Welt nach Thunbergs Vorbild für mehr Klimaschutz auf die Straße gingen.

Niemand hat seitdem so öffentlichkeitswirksam auf Klima- und Umweltprobleme hingewiesen wie die Teenagerin aus Stockholm. Niemand ist dabei zu einem solch großen Vorbild für Millionen von vor allem jungen Menschen weltweit geworden - und kaum jemand vor allem im Internet mit so viel Hass und Beleidigungen überschüttet worden.

Ein bisschen Weltretten geht nicht

Diese Erfahrungen haben auch Thunberg geprägt. Ihre Privatsphäre schützt sie mittlerweile stark. Interviews mit ihr sind seltener geworden - und wenn, dann mahnt sie, das Augenmerk auf Klimafragen statt auf sie als Person zu legen. Steigende Temperaturen, heftigere Naturkatastrophen, Meeresspiegelanstieg - darum soll es gehen.

Thunberg ist zurückhaltend, hat eine leise Stimme und einen unterschwelligen Humor, etwa wenn sie über Donald Trump spricht. Sie hat Asperger, eine Form von Autismus, die sie selbst als Vorteil bezeichnet. Vieles sei für sie einfach entweder schwarz oder weiß, einen Mittelweg gebe es oft nicht für sie, sagt sie. Auf die drohende Klimakatastrophe bezogen heißt das: Ein bisschen Weltretten geht eben nicht.

Es gibt keine Grauzonen, wenn es ums Überleben geht.
Greta Thunberg

Umweltaktivistin Greta Thunberg spricht im ZDF-Interview darüber, wie ihre Krankheit sie im Kampf für die Umwelt vorantreibt und warum sie die Welt anders sieht als viele.

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7 min
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Corona setzt Klimaprotesten Grenzen

2019 erlebten die von ihr inspirierten Klimaproteste vorläufig ihren Höhepunkt, 2020 wurde dem durch Corona vorübergehend Grenzen gesetzt. Thunberg kämpfte weiter. Traf im Sommer Angela Merkel, um gemeinsam mit engen Mitstreiterinnen wie Luisa Neubauer aus Deutschland sowie Anuna de Wever und Adélaïde Charlier aus Belgien mit der Bundeskanzlerin über die EU-Klimapolitik zu sprechen.

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Thunberg reiste dafür extra nach Berlin - unmittelbar vor ihrem Start auf dem Gymnasium daheim in Stockholm nach einem Jahr Schulpause, in der sie für ihren Klimakampf bis in die USA gesegelt war.

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